[WestG] [AKT] Hamann-Forschungspreis an Hugh Barr Nisbet, Muenster, 02.11.2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Okt 25 11:09:06 CEST 2010
Von: "Pressestelle der WWU Münster" <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 22.10.2010, 12:00
AKTUELL
Hamann-Forschungspreis an Hugh Barr Nisbet
Universität Münster unterstützt den erstmals ausgelobten Preis
- Feierstunde am 2. November im Schloss
Der emeritierte britische Germanist und Lessing-Biograph Hugh
Barr Nisbet ist Preisträger des erstmals ausgelobten
Hamann-Forschungspreises. Die mit 10.000 Euro dotierte
Auszeichnung ist nach dem Gelehrten, Schriftsteller und Denker
Johann Georg Hamann (1730-1788) benannt, der in Münster
gestorben und begraben ist. Die Laudatio bei der feierlichen
Preisverleihung am 2. November in der Aula des Schlosses der
Universität Münster hält Jürgen Kaube, Feuilletonredakteur der
"Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
In enger Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung der
Westfälischen Kulturarbeit (GWK) verleiht die Westfälische
Wilhelms-Universität (WWU) den Preis. Stifter des ersten
Hamann-Forschungspreises ist das Ehepaar Gertraud und Reinhard
Horstmann, das seit vielen Jahren die Universität unterstützt.
Unternehmer Reinhard Horstmann ist zudem Kuratoriumsmitglied
des Förderkreises der Universität Münster.
Hugh Barr Nisbet wurde von einer sechsköpfigen Jury aus den
Fächern Germanistik Philosophie, Geschichte und Theologie unter
Vorsitz des münsterschen Germanisten Prof. Dr. Eric Achermann
ausgewählt. Aufklärungsspezialist Nisbet werde für seine
Verdienste um die Erforschung der Ideengeschichte des 18.
Jahrhunderts geehrt, begründete die Jury. Der Preisträger aus
Cambridge hatte sich vor Erscheinen der fast 1000 Seiten
starken Lessing-Biographie in der Fachwelt einen Namen gemacht
mit Werken über Schiller, Goethe, Herder und auch Hamann.
Der in Königsberg (heute Kaliningrad) geborene Johann Georg
Hamann eignete sich sein Wissen hauptsächlich durch eine
umfangreiche Lektüre an - einen akademischen Abschluss hat er
nie gemacht. Er war unter anderem bewandert in Philosophie,
Theologie, Rechts- und Sprachwissenschaften, Volkswirtschaft,
Geschichte. Hamann pflegte intensive Kontakte zu so namhaften
Figuren wie Kant und Herder. "Vielen gilt er als Sonderling,
anderen als genialer Querdenker, als Sprachkünstler, als
bedeutender Theologe sowie Wegbereiter der literarischen
Strömung des Sturm und Drang", sagt Eric Achermann. Seine
letzte Reise führte ihn nach Münster, wo er 1788 starb. Große
Teile des Nachlasses liegen in der Universitäts- und
Landesbibliothek Münster.
Mit der Preisverleihung starten am 2. November die "1.
Magus-Tage Münster", die sich im Geiste Hamanns - genannt der
"Magus in Norden" - dem Sprachdenken des Gelehrten aus
aktueller Perspektive widmen. Die Veranstaltung, die bis zum 6.
November dauert, wurde von der Gesellschaft zur Förderung der
Westfälischen Kulturarbeit (GWK) ins Leben gerufen und wird
unter anderem von der Kunststiftung NRW und der Stadt Münster
mitgetragen.
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