[WestG] [AKT] Lichtbildervortrag ueber den Schiffbaudirektor Rudolph Haack, Waltrop, 26.10.2010

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Okt 14 10:37:51 CEST 2010


Von: "Vera Lengersdorf" <Vera.Lengersdorf at lwl.org>
Datum: 14.10.2010, 09:22


AKTUELL

"Industriepionier unter drei Kaisern":
Lichtbildervortrag über den Schiffbaudirektor Rudolph Haack im
LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg
 
Zu einem Lichtbildervortrag über den Schiffbaupionier Rudolph 
Haack lädt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am 
Dienstag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr in sein Industriemuseum 
Schiffshebewerk Henrichenburg ein.

Dr. Eckhard Schinkel, Oberkustos und seit 1983 
wissenschaftlicher Referent im LWL-Industriemuseum, referiert 
mit zahlreichen Lichtbildern den Aufstieg von Rudolph Haack: 
Zwischen 1856/57 und 1887 arbeitete sich der Industriepionier 
(geboren 1833 in Wolgast; gestorben 1909 in Eberswalde) vom 
Schiffs-Zimmermann zum Schiffbaudirektor des "Stettiner Vulcan" 
in Stettin hoch.

Unter seiner Leitung entstand mit der "Preußen" das erste 
Panzerschiff auf einer deutschen Werft (Stapellauf 1873). Diese 
Pionierleistung der Industrialisierung markierte zugleich den 
Einstieg der deutschen Schwerindustrie in den industriellen 
Schiffbau für Marine und Handelsschifffahrt.

1887 verließ Haack den "Vulcan" und übersiedelte nach Berlin. 
20 Jahre als unabhängiger "Civil-Ingenieur" folgten; Haack 
hielt Fachvorträge und veröffentlichte Abhandlungen zur Zivil- 
und Marine-Schifffahrt. Er wirkte als Gutachter bei der 
Entwicklung des preußischen Prestige-Objekts Schiffshebewerk 
Henrichenburg am Dortmund-Ems-Kanal mit und erhielt dafür den 
Titel "Königlicher Baurat".

Im staatlichen Auftrag erforschte er den Schiffswiderstand von 
Binnenschiffen und erhielt dafür eine Preismedaille auf der 
Pariser Weltausstellung 1900. Noch kurz vor seinem Tod wurde er 
zum Ehrenmitglied der renommierten Schiffbautechnischen 
Gesellschaft ernannt. Nach dem Ersten Weltkrieg geriet Rudolph 
Haack schnell in Vergessenheit. Vergessen wurde auch, dass 
Haack kurz nach seinem Tod an der Schachtschleuse Henrichenburg 
ein Denkmal erhalten hatte. Erst vor wenigen Jahren konnte es 
durch den Referenten identifiziert werden.

Dr. Eckhard Schinkel rekonstruiert die zentralen Stationen 
innerhalb einer außergewöhnlichen Biografie. Erstmals stellt er 
dar, welche Rolle Rudolph Haack im Streit der Marine-Führungen 
Anfang der 1890er Jahre um den Entwurf Kaiser Wilhelms II. für 
ein neues Panzerschiff "Ersatz Preußen" ("Friedrich III".) 
spielte.

Der einstündige Vortrag mit Rückblick auf die aktuelle 
Ausstellung von Dr. Eckhard Schinkel, Autor zahlreicher Studien 
zur Geschichte der Wasserstraßen und Binnenschifffahrt, führt 
durch ein hal-bes Jahrhundert preußischer Hochsee- und 
Binnenschifffahrtsgeschichte zu bedeutenden 
Indu-strieunternehmen, zu technischen Innovationen und 
Forschungen. Kaiser Wilhelm II. wird zu einem wichtigen Zeugen. 
"Wer zu einem Zeugen spannender Geschichtsforschung werden will,
 ist zu diesem kostenlosen Vortrag herzlich eingeladen", sagt 
LWL-Museumsleiter Herbert Niewerth.


INFO

LWL-Industriemuseum
Schiffshebewerk Henrichenburg
Am Hebewerk 2
45731 Waltrop
Tel. 02363 9707 - 0
E-Mail: schiffshebewerk at lwl.org


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