[WestG] [AKT] Fremde Impulse - Baudenkmale im Ruhrgebiet: Ausstellungseroeffnung und Projektauftakt im LWL-Industriemuseum

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Mär 29 08:53:03 CEST 2010


Von: "Anke Höppener" <Anke.Hoeppener at lwl.org>
Datum: 26.03.2010, 14:59


AKTUELL

Fremde Impulse - Baudenkmale im Ruhrgebiet
Ausstellungseröffnung und Projektauftakt im LWL-Industriemuseum

Dauernder Wandel ist ein besonderes Merkmal des Ruhrgebietes, 
das durch viele äußere Einflüsse geprägt ist. Unter dem Titel 
"Fremde Impulse - Baudenkmale im Ruhrgebiet" haben die 
Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) 
jetzt eine Wanderausstellung zusammengestellt, die zeigt, wie 
fremde Impulse das Gesicht der Region verändert haben. In der 
Ausstellung, die LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, LVR-Direktor 
Harry Voigtsberger und Prof. Dr. Oliver Scheytt von der 
Ruhr.2010 am Freitag (26.03) im LWL-Industriemuseum Zeche 
Hannover in Bochum eröffnet haben, machen die Denkmalpfleger 
und Industriemuseen von LWL und LVR deutlich, wie sich die 
Folgen der Migration auch in den vielen Baudenkmälern des 
Ruhrgebietes ablesen lassen. Die Ausstellung ist Teil eines 
gleichnamigen Projektes zu dem auch ein Internetportal, eine 
Kartenbox und eine Tagung gehören.

"Es gibt hier im Ruhrgebiet viele bauliche und kulturelle 
Schätze, die sich im Laufe der Jahrhunderte nicht zuletzt durch 
Austausch mit anderen Regionen und durch den Zuzug von Menschen 
und Wanderungsbewegungen aus allen Gebieten Europas ergeben 
haben. Es sind immer wieder zahlreiche Impulse von außen in 
diese Region gekommen. Es waren hier zunächst fremd wirkende 
Ideen, Technologien, Kapital, Menschen, 
Gestaltungsvorstellungen und Bauweisen. Sie machen heute den 
Reiz aus und verleihen dem Ruhrgebiet eine ganz besondere 
Dichte und ein spannendes Nebeneinander von Gegensätzen", so 
Kirsch. Dieses Projekt zeige auch, wie wichtig die 
Denkmalpflege sei, weil sie Geschichte vermittle und belege, so 
der LWL-Direktor weiter.

Insgesamt macht die Ausstellung an neun Orten Station, die 
jeweils einen eigenen Bezug zu den fremden Impulsen haben. 
Startpunkt der Wanderausstellung ist das LWL-Industriemuseum 
Zeche Hannover im Bochum. Als Westfälisches Landesmuseum für 
Industriekultur hat das Museum die Geschichte von Zuwanderung 
und Migration ins Zentrum seiner Arbeit gestellt. Im Rahmen der 
Ausstellung gibt das Museum kurze Einblicke in die Geschichte 
der Zuwanderung ins Ruhrgebiet.

Die weiteren Standorte der Ausstellung sind Schloss Cappenberg 
in Selm, das LVR-Landeshaus in Köln, das LWL-Landeshaus in 
Münster, der Kulturbunker in Duisburg-Bruckhausen, das Rathaus 
Castrop-Rauxel, Schloss Horst in Gelsenkirchen, Haus Witten in 
Witten und das LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg in 
Oberhausen.

Kartenbox Fremde Impulse - Baudenkmale im Ruhrgebiet Pünktlich 
zur Ausstellungseröffnung ist die Kartenbox "Fremde Impulse - 
Baudenkmale im Ruhrgebiet" erschienen. "Die praktische Box für 
unterwegs enthält 80 Objektkarten mit Adressen, zahlreichen 
Abbildungen und Kurzinformationen zu ausgewählten Baudenkmalen 
mit Landkarte und Begleitheft. Sie eignet sich gut für eine 
eigene Entdeckungstour zu den fremden Impulsen im gesamten 
Ruhrgebiet", so Projektleiterin Dr. Barbara Seifen. Unter 
www.fremde-impulse.definden Interessierte weitere Informationen 
rund um das Projekt. Dazu gehören über 150 Denkmale und 
zahlreiche Impulse angefangen bei den Römern über den 
Merkantilismus, die Franzosen und Preußen bis hin zu 
Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkrieges und den 
Migrationen der letzten Jahrzehnte.

Begleitband Fremde Impulse - Baudenkmale im Ruhrgebiet 
Weiterführende Aufsätze zu Themen der regionalen Denkmalpflege, 
zum Austausch des Ruhrgebietes mit seinem Umland und der Welt. 
Aktuelle und historische Bilder ergänzen die textlichen 
Informationen. Der Band erscheint zum 4. Westfälischen Tag für 
Denkmalpflege, der am 10. und 11. Juni auf Schloss Cappenberg 
stattfindet.

Hintergrund
Fremde Impulse haben das heutige Ruhrgebiet immer wieder neu 
bereichert, aber auch umgekehrt haben von hier aus Impulse 
ihren Weg in die "Fremde" genommen. In dieser Region sind auch 
vor der Entwicklung der Schwerindustrie schon tief greifende 
und den jeweiligen Zeitgenossen meist bedrohlich erscheinende 
Umbrüche erfolgt. "Solche Wechselwirkungen sind an vielen der 
rund 10.000 Baudenkmalen der Region ablesbar. Doch wer ist 
schon in der Lage, sie ohne 'Übersetzer zu lesen? Anhand 
ausgewählter Denkmale zeigt das Projekt die seit Jahrhunderten 
bestehenden Bezüge und Einflüsse zwischen dem Ruhrgebiet, 
seinen benachbarten Regionen und der Welt auf. Migration und 
Austausch, Wandel und Umbrüche waren gerade im heutigen 
Ruhrgebiet schon immer wesentliche Teile der Geschichte, sie 
sind notwendig, gehören dazu - und bieten viele Chancen für 
Neues", so Seifen.


INFO

Begleitprogramm:
Donnerstag, 22.April, 20 Uhr
Vortrag: Fremde Impulse. Baudenkmale im Ruhrgebiet. 
Denkmalpflegerin Dr. Barbara Seifen berichtet über Spuren von
Zuwanderung und internationalem Austausch in der Baukultur des
Ruhrgebiets

Donnerstag, 6.Mai, 20 Uhr:
Werkstattgespräch: Denkmalpflege im Ruhrgebiet. 
Landeskonservator Dr. Markus Harzenetter diskutiert über praktische
Denkmalpflege und Denkmalnutzung im Alltag.


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