[WestG] [AKT] LWL zeichnet Kreuzweg in Erwitte-Horn als Denkmal des Monats aus
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Mär 16 10:31:48 CET 2010
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 15.03.2010, 14:59
AKTUELL
Instandsetzung ist dank vieler Spenden auf dem besten Weg
LWL zeichnet Kreuzweg in Erwitte-Horn als Denkmal des Monats aus
Laut Inschrift wurde der Kreuzweg auf dem Friedhof in
Erwitte-Horn 1866 allein durch Spenden aus der katholischen
Kirchengemeinde in Horn finanziert und errichtet. Wie schon
1923 bei einer ersten Instandsetzung ist der Kreuzweg knapp 150
Jahre später wieder auf Spenden angewiesen: Denn nach 80 Jahren
ist die nächste Restaurierung fällig. Da die ersten fünf der
insgesamt 14 Stationen des Kreuzweges vorbildlich restauriert
worden sind, zeichnet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe
(LWL) jetzt den Kreuzweg als Denkmal des Monats März aus.
"Die figürlichen Bildreliefs der einzelnen Stationen bestehen
aus gebranntem Ton und sind von vorzüglicher künstlerischer
Qualität", erklärt LWL-Denkmalpfleger Dr. Dirk Strohmann die
Bedeutung des Kreuzweges. Nach intensiven Recherchen hat
Strohmann herausgefunden, dass die Reliefs aus der
Tonfigurenfabrik Heinrich Josef Scherf stammen, die bis 1892 in
Köln-Kalk produzierte. "Die Horner Kreuzwegreliefs sind eine
plastische Umsetzung des gemalten Kreuzwegs, den der seinerzeit
berühmte Österreicher Joseph von Führich in der Zeit von 1844
bis 1846 als Freskofolge in der Wiener St. Johannes
Nepomuk-Kirche geschaffen hat. Die Modelle für die Ausführung
in Terrakotta schuf der Kölner Bildhauer Johann Joseph Imhoff
der Jüngere. Die Stationsgehäuse aus Sandstein hat der Geseker
Steinmetz J. Hammer gearbeitet", berichtet Strohmann von seinen
Nachforschungen.
Der Kreuzweg wurde zunächst rund um den alten Friedhof
aufgestellt. Bei ihrer ersten Instandsetzung bekamen die Horner
Kreuzwegstationen 1923 ihren heutigen Standort auf dem
erweiterten Friedhofsgelände. Zu dieser Zeit erhielten die
Reliefs eine Farbfassung und die Nischen eine Schutzverglasung.
80 Jahre später brauchen die Kreuzwegstationen jetzt erneut
eine Restaurierung, die wieder durch Spendengelder ermöglicht
wird, ergänzt durch Zuwendungen des LWL-Amts für Denkmalpflege
in Westfalen. Bei der behutsamen Konservierung, die den
gealterten Zustand des Kreuzwegs respektiert, arbeiten ein in
der Region ansässiger Restaurator und ein einheimischer
Steinmetzbetrieb zusammen. Von 2004 bis 2009 wurden fünf
Stationen restauriert, 2010 und 2011 sollen die restlichen neun
folgen. "Für dieses Unterfangen werden noch weitere Spender
gesucht, die mithelfen wollen, ein in Westfalen einzigartiges
Denkmal religiöser Volksfrömmigkeit für die Zukunft zu
erhalten", so Strohmann.
Hintergrund
Jedem Besucher einer katholischen Kirche sind die fast immer an
den Seitenwänden angebrachten 14 Bilder oder Stationen des
Kreuzwegs bekannt. Von der Verurteilung durch Pilatus bis hin
zur Grablegung des Gekreuzigten zeigt die Folge oft in sehr
eindringlichen Bildern den Leidensweg Christi, der das Kreuz
hinauf zur Richtstätte auf den Berg Golgatha in Jerusalem trägt.
Dem gläubigen Christen dient der Kreuzweg beim Abschreiten für
sich allein oder bei Kreuzwegandachten der Vergegenwärtigung
des Leidens Christi im Gebet. Zu diesem Zweck wurden Kreuzwege
zu allen Zeiten auch im Freien errichtet. Oft hatten sie die
exakte Länge der Jerusalemer Wegstrecke und führten wie dort
eine Anhöhe hinauf. Immer wieder findet man an diesen Wegen in
mehr oder weniger großen Abständen steinerne Bildstöcke oder
Stationshäuschen mit hohem Sockel, einer tiefen Bildnische mit
dem figürlichen Kreuzwegrelief und einem Giebeldach mit Kreuz
darüber.
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