[WestG] [AKT] LWL-Archaeologen entdecken 1.600 Jahre alte Fischreuse
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Jul 6 09:39:49 CEST 2010
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 06.07.2010, 09:31
AKTUELL
Ins Netz gegangen!
LWL-Archäologen entdecken 1.600 Jahre alte Fischreuse
Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL)
stießen auf der Ausgrabung in Castrop-Rauxel-Ickern (Kreis
Recklinghausen) auf eine Fischreuse aus dem 4. Jahrhundert. Die
Fischfang-Vorrichtung ist sehr gut erhalten und einzigartig in
Westfalen.
In der vergangenen Woche staunten die Ausgräber der
LWL-Archäologie für Westfalen nicht schlecht, als sie während
der Ausgrabung in Castrop-Rauxel-Ickern (Kreis Recklinghausen)
ein Weidengeflecht im Boden entdeckten. Die fest verspannten
Ruten kamen in einem Altarm der Emscher zutage.
"Es handelt sich um die älteste Reuse, die bisher in Westfalen
entdeckt wurde. Sie ist hervorragend erhalten und
veranschaulicht wunderbar die Technik, mit der die Tiere ins
Innere geleitet und so gefangen wurden", berichtet Dr.
Christoph Grünewald, Leiter der Außenstelle Münster der
LWL-Archäologie für Westfalen.
Unweit der Reuse entdeckten die Archäologen weitere
Fischfang-Utensilien wie einen eisernen Angelhaken und einen
ebenfalls eisernen Fischstecher. In den umliegenden
Erdschichten kamen auch Münzen und Gewandspangen zutage, die
die Datierung der Reuse ins 4. Jahrhundert ermöglichen. Somit
handelt es sich um die älteste Reuse in Westfalen.
Vergleichsstücke gibt es nur in Thüringen, Brandenburg und
Schleswig-Holstein. Die auf 2,30 Meter mal 70 Zentimeter
erhaltene Reuse wurde vor Ort eingegipst und mithilfe der
Berufsfeuerwehr Münster in die Restaurierungswerkstatt der
LWL-Archäologie in Münster-Coerde gebracht. Hier wird sie in
den kommenden Monaten vorsichtig freigelegt und gesäubert. Wann
und wo der restaurierte Fund der Öffentlichkeit präsentiert
wird, steht zur Zeit noch nicht fest.
Seit 2007 untersucht die LWL-Archäologie für Westfalen in
Castrop-Rauxel-Ickern eine Fläche von rund zehn Hektar. Hierbei
entdeckten die Ausgräber zahlreiche germanische Siedlungsspuren
aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr.
Grund für die Untersuchung ist das an dieser Stelle geplante
Hochwasser-Rückhaltebecken der Emschergenossenschaft.
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte