[WestG] [AKT] Das Stadtarchiv praesentiert das "historische Foto des Monats" Juli 2010: Das Armen- und Waisenhaus von 1910
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Jul 2 10:10:14 CEST 2010
Von: "Stadt Bocholt" <info at presse-service.de>
Datum: 01.07.2010, 13:13
AKTUELL
Das Armen- und Waisenhaus von 1910
Das Stadtarchiv präsentiert das "historische Foto des Monats"
Juli 2010
Ende 1906 vernichtete ein Großfeuer die Wirtschaftsgebäude des
bisherigen, seit 1823 genutzten Armen- und Waisenhauses an der
Ecke Schonenberg/Waisenhausstraße (heute Wesemannstraße). Daher
beschloss die Stadtverordnetenversammlung wenig später die
Errichtung einer neuen Heimstätte zur Unterbringung und
Versorgung der Ärmsten und Bedürftigsten der Stadt Bocholt.
Vor 100 Jahren, am 28. Juli 1910, wurde schließlich das neue
Armen- und Waisenhaus am heutigen Stenerner Weg nach
14-monatiger Bauzeit feierlich seiner Bestimmung übergeben.
Das imposante Gebäude mit der mächtigen Freitreppe, dessen um
1940 entstandenes Bild das Stadtarchiv in der Reihe Foto des
Monats zeigt, entstand nach den Plänen des damaligen
Stadtbaurates Hermann Kraatz (1850-1934). Die Fassade indes
entwarf Max Benirschke (1880-1961), Architekt und Lehrer an der
Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. 230 Männer, Frauen und Kinder
fanden Platz in dem neuen Heim, wobei die Männer und Jungen im
Erdgeschoss und die Frauen und Mädchen im ersten Stock wohnten.
Über dem Haupteingang befand sich die Hauskapelle. Im Keller
lagen die Wirtschaftsräume, die Bediensteten hatten ihre Zimmer
im Dachgeschoss. Clemensschwestern taten dort bis zum 31.
Januar 1936 ihren Dienst, als das Armen- und Waisenhaus in ein
Alters- und Kinderheim umgewidmet wurde.
1945 zu 70 Prozent zerstört und ausgeplündert, bekam die
städtische Einrichtung bei der Wiedereröffnung am 11. Juli 1949
in Erinnerung an Melchior von Diepenbrock die Bezeichnung
"Diepenbrockheim". Es wurde jetzt von der
Schwesterngemeinschaft der Ursulinen geleitet. Am 10. Mai 1968
übernahm der Caritas-Verband für das Dekanat Bocholt das
Diepenbrockheim, in dem seinerzeit noch 69 Senioren und 28
Kinder lebten. Letztere bezogen im Januar 1977 ein separates,
neu geschaffenes Heim am Bönninghausenweg.
Als schließlich das neue Diepenbrockheim an der
Weberstraße/Schonenberg gebaut wurde, verließen die letzten
alten und pflegebedürftigen Bewohner im April 1992 ihr
bisheriges Domizil am Stenerner Weg. Nach Renovierungsarbeiten
zog 1994 die Fachhochschule für vier Jahre dort ein. Ende
Februar 1999 belegte dann die Stadtverwaltung wegen
Umbauarbeiten im Rathaus einen Großteil des Hauses. Auch ein
Teil der Albert-Schweitzer-Realschule fand dort zeitweise eine
Unterkunft. Heute findet man in dem großen Haus am Stenerner
Weg u. a. die Abendrealschule und das Studienseminar für
Lehrämter an Schulen.
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Das Armen- und Weisenhaus von 1910 (Foto: Stadtarchiv)
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