[WestG] [AKT] Stadtarchiv praesentiert das "Historische Foto des Monats" Maerz: Nach 100 Jahren und einem Monat: Aus Flender wird Siemens
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Feb 25 11:56:42 CET 2010
Von: "Stadt Bocholt" <info at presse-service.de>
Datum: 25.02.2010, 11:03
AKTUELL
Nach 100 Jahren und einem Monat: Aus Flender wird Siemens
Stadtarchiv präsentiert das "Historische Foto des Monats" März
Als am 29. März 1910 die Firma "A. Friedrich Flender & Co.
Düsseldorf-Reisholz" in das Handelsregister des Königlichen
Amtsgerichts zu Bocholt eingetragen wurde, ahnte noch niemand,
dass dieses Unternehmen der Metallbranche in den kommenden
Jahrzehnten mit weltweit rund 6.700 Beschäftigten zu einem der
größten Arbeitgeber der bislang von der Textilindustrie
dominierten Stadt Bocholt werden würde.
Vier Monate zuvor, am 8. Dezember 1909, war der Düsseldorfer
Kaufmann Friedrich Flender (1876-1939) erstmals nach Bocholt
gekommen und mit dem Fabrikanten Franz Tangerding (1873-1957)
zusammengetroffen. Dessen Firma, Maschinenfabrik und
Eisengießerei Dieckmann & Tangerding, fusionierte schließlich
1910 mit dem Düsseldorfer Unternehmen (Werk I), und Tangerding
trat als persönlich haftender Gesellschafter bei Flender ein.
Seine Fabrik am Westend wurde Werk II. 1916 übernahm Flender
die Maschinenfabrik und Eisengießerei Hesselbein & Reygers an
der damaligen Sachsenstraße, das nun als Werk III zum
Unternehmen gehörte. Während der Wirtschaftskrise vereinigte
Friedrich Flender 1931 alle drei Werke an der Sachsenstraße, so
dass Bocholt nunmehr Hauptfirmensitz für die Produktion und den
Vertrieb von Getrieben und Antriebselementen aller Art wurde.
Sieben Jahre darauf kaufte Flender das Verwaltungsgebäude der
früheren Weberei Karstadt an der Kaiser-Wilhelm-Straße und
nutzte es als Bürohaus, 1941 kamen die Fabrikanlagen der
einstigen Maschinenfabrik Pieron an der Münsterstraße hinzu.
Das Foto zeigt das nunmehr neue Flender-Verwaltungsgebäude für
die kaufmännischen Abteilungen an der früheren Sachsenstraße.
Es wurde zwischen 1958 und 1960 gebaut und galt seinerzeit als
größtes und modernstes Bürohaus weit und breit. 1970 erweiterte
man es um eine weitere, 40-prozentige Nutzungsfläche. Seine
repräsentative Wirkung beeindruckt bis heute. Es steht inmitten
eines rund 63.000 Quadratmeter großen Areals, das durch
mehrmaligen Grunderwerb nach dem Zweiten Weltkrieg seinen
heutigen Umfang erreichte.
Der bisherige Firmeninhaber Dr. Flender verstarb 1969. Ihm zu
Ehren benannte man drei Jahre darauf die Sachsenstraße in
Alfred-Flender-Straße um. 1986 wurde die Flender GmbH in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt. Im Jahre 2005 kaufte die
Siemens AG den Getriebehersteller und integrierte ihn als
Geschäftsbereich in ihre Firma. Mit der juristischen
Überführung von Flender in das Unternehmen Siemens im April
2010 endet schließlich die Geschichte des selbstständigen
Antriebsherstellers - nach einhundert Jahren und einem Monat.
INFO
Flender Verwaltungsgebäude
URL http://www.presse-service.de/medienarchiv.cfm?medien_id=87820
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