[WestG] [AUS] Stroh zu Gold - Spindel, Schiffchen, Maerchenhelden, Bocholt, 31.03.-31.10.2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Feb 22 08:32:46 CET 2010
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 19.02.2010, 12:30
AUSSTELLUNG
Neue Sonderausstellung im LWL-Textilmuseum in Bocholt
Stroh zu Gold - Spindel, Schiffchen, Märchenhelden
Der Umgang mit Spindel, Naden und Faden gehört häufig zum Stoff,
aus dem Märchen sind. So auch in der Geschichte vom
Rumpelstilzchen, das der armen Müllerstochter beim Spinnen von
"Stroh zu Gold" zur Seite steht. Unter diesem Titel widmet sich
das LWL-Industriemuseum in Bocholt in seiner neuen
Sonderausstellung der Welt der textilen Märchen. Vom 21. März
bis 31. Oktober präsentiert der Landschaftsverband
Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Textilmuseum die bekannten
Geschichten in neuem Gewand.
Die Bocholter Schau läuft begleitend zur Sonderausstellung
"HELDEN. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen", die der LWL in
Zusammenarbeit mit der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 in
seinem Industriemuseum Henrichshütte Hattingen zeigt
(12.3.-31.0.2010).
Magische Spinnhelfer, wie das Rumpelstilzchen oder auch Frau
Holle, spinnen nicht den ganzen Schicksalsfaden, doch greifen
sie mit ihrer Zauberkraft für einen Moment in die Leben der
Mädchen ein und lenken es in gänzlich andere Bahnen. Viele
zauberhafte Märchengestalten besitzen einen weitreichenden
mythologischen Kern. "Diesen spannenden Ursprüngen der
geheimnisvollen Protagonisten spüren wir in der Ausstellung
nach. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der
Geschichten und fragen nach den wahren Helden", erläuterte
Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp am Freitag (19.2.2010)
bei der Vorstellung des Projektes in Bocholt.
Ursprünglich wurden Märchen mündlich überliefert und unterlagen
einem steten Wandel. In langen Winternächten saßen die Menschen
am Herdfeuer der Küchen oder in Spinnstuben zusammen und
tauschten Geschichten und Neuigkeiten aus. So waren Märchen
regional geprägt und die Erzähler dichteten nach Belieben Neues
hinzu. Doch mit ihrer Veröffentlichung wurden die Märchen
nahezu unverändert bis in die Gegenwart hin übertragen.
Hörstationen rufen den Besucher des LWL-Industriemuseums die
ursprünglichen Märchenversionen von Grimm, Andersen und Co. ins
Gedächtnis. Frühe Märchenbücher des 19. Jahrhunderts zeigen
eindrucksvolle Holzstiche aus der Märchenwelt der Brüder Grimm
und des Wilhelm Hauff. Handgemalte Szenen auf einem Wasserkrug
aus dem 18. Jahrhundert zeigen imposante Darstellungen von
Sagen- und Märchenhelden. Gezeigt werden außerdem 60 Jahre alte
Theaterkulissen, kleinteilig in kolorierte Pappe geschnitten,
sowie Märchenbilder im Jugendstil aus "Stollwercḱs königlichen
Schokoladentafeln" von 1906, darunter zahlreiche Leihgaben des
Deutschen Märchen- und Wesersagenmuseums in Bad Oeynhausen.
Einen Hauch von der zauberhaften Atmosphäre orientalischer
Märchen aus 1001 Nacht vermitteln Zeremonialgegenstände der
Turkmenen: reich geschmückte Kronen wie von Königspaaren,
Hochzeitspantoffeln, ein Dolch mit Damastklinge aus dem 18.
Jahrhundert, der zum kleinen Muck gepasst hätte, sowie ein
kunstvoll gearbeiteter Jurteneingang, hinter dem Aladins
Angebetete warten könnte. Stenkamp: "Durch sie wird die Welt
der Märchen in der Ausstellung lebendig, die Bilder in unseren
Köpfen werden mit Leben gefüllt und wir gehen verzaubert auf
die Reise in die Welt der Wunder."
INFO
LWL-Industriemuseum
Textilmuseum in Bocholt
Uhlandstraße 50
46397 Bocholt
Tel.: 02871 21611-0
E-Mail: textilmuseum at lwl.org
Stroh zu Gold
Spindel, Schiffchen, Märchenhelden
21.3. - 31.10.2010
Geöffnet Di - So 10-18 Uhr
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