[WestG] [KONF] Technik und Innovation in der Weltwirtschaftskrise (1929-1933), Bochum 18.-19.02.2010
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Do Feb 11 13:59:16 CET 2010
Von: "Josef König" <josef.koenig at presse.ruhr-uni-bochum.de>
Datum: 11.02.2010, 13:56
TAGUNG
Krisenbewältigung ohne Abwrackprämie
Technische Innovation während der Weltwirtschaftskrise 1929-1933
Technikgeschichtliche Tagung des VDI an der Ruhr-Universität
Bochum 18.-19.02.2010
1929 lief es ohne Abwrackprämie. Doch auch der damaligen
Weltwirtschaftskrise versuchte man u.a. durch Ankurbelung der
Autoindustrie Herr zu werden. Welche weiteren Maßnahmen es gab, zeigt
am 18./19. Februar 2010 die Technikgeschichtliche Tagung des VDI an
der
Ruhr-Universität: "Forschung tut Not - Technik und Innovation in der
Weltwirtschaftskrise 1929-1933". Ein Dutzend Experten aus dem In- und
Ausland beleuchtet zwei Tage lang im Hörsaal HGA 30 die damaligen
Impulse aus Politik, Wirtschaft und Verbänden wie dem VDI. Und
natürlich diskutieren die Historiker über die Lehren der damaligen
Krise für die heutige. Organisiert wird die Tagung von Prof. Dr.
Helmut
Maier; er ist sowohl Leiter des RUB-Lehrstuhls für Technik- und
Umweltgeschichte als auch des Bereichs Technikgeschichte im VDI.
Programm im Internet
Das vollständige Programm der Tagung finden Sie im Internet unter
www.rub.de/tug/aktuelles.html
1929 als abschreckendes Szenario
In der Berichterstattung zur aktuellen Krise, die ab Herbst 2008
lawinenartig anstieg, bildet die Weltwirtschaftskrise Ende der
1920er-Jahre den meistgenannten historischen Bezugspunkt. Aus ihm wird
ein in erster Linie abschreckendes Szenario abgeleitet, waren doch
seinerzeit nicht nur Firmenzusammenbrüche und Massenarbeitslosigkeit
die Folge. Die Krise von 1929, die die politisch fragile erste
deutsche
Demokratie schwer erschütterte, gilt als eine der notwendigen
Voraussetzungen für das Ende der Weimarer Republik und die sog.
Machtergreifung der Nationalsozialisten von 1933. Daher gelte es nun,
die Fehler der historischen Vorläufer zu vermeiden und dadurch die
Stabilität des heutigen sozialen und politischen Gefüges zu erhalten.
VDI-Initiative vom Sommer 1930
Unter den vielfältigen Maßnahmen zur Krisenbewältigung der
Weltwirtschaftskrise ab 1929 sticht eine forschungspolitische
Initiative hervor, die der VDI im Sommer 1930 nach amerikanischem
Vorbild in Gang setzte. Durch die populärwissenschaftliche
Publikationsreihe "Forschung tut not" sollten Öffentlichkeit und
Politik dafür gewonnen werden, durch Steigerung der Forschungsausgaben
der Krise Herr zu werden. Dieser Kampagne stand allerdings eine breite
anti-technische Bewegung entgegen, die gerade in einer überzogenen
Techniknutzung eine der Ursachen der Krise erkannte.
Was können wir lernen?
Während der Bochumer Tagung soll die Technikgeschichte der
Weltwirtschaftskrise in ihren vielfältigen Dimensionen diskutiert
werden. Dazu zählen nicht nur die Forschungsinitiativen, mit deren
Hilfe die Attraktivität deutscher Produkte gesteigert werden sollte,
sondern auch die verbands- und standespolitischen Motive der
Initiatoren der Kampagnen. Bislang herrscht die Auffassung vor, dass
die Überwindung der Krise in erster Linie durch massive staatliche
Ausgabenprogramme gelang ("New Deal"), gepaart mit generellen
weltwirtschaftlichen Erholungstendenzen. Eine zentrale Frage wird
daher
sein, inwieweit technische Innovationen einen Beitrag zur Überwindung
der Krise geleistet haben, oder ob die Krisenprojekte, wenn überhaupt,
erst zur Mitte der 1930er-Jahre zum Tragen kamen. Letztlich schwebt
darüber Frage: Was können wir heute aus dieser Krise lernen?
Weitere Informationen
Prof. Dr. Helmut Maier, Lehrstuhl für Technik- und Umweltgeschichte
der
RUB, Tel. 0234/32-24673, E-Mail: Helmut.Maier at rub.de
Redaktion: Arne Dessaul
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