[WestG] [LIT] Gilhaus, Ulrike / Paulus, Julia / Kugler-Muehlhofer, Anne (Hrsg.): Wie wir wurden, was wir nicht werden sollten. Frauen im Aufbruch zu Amt und Wuerden
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Feb 4 11:31:42 CET 2010
Von: "Julia Paulus" <julia.paulus at lwl.org>
Datum: 03.02.2010, 14:54
LITERATUR
Gilhaus, Ulrike; Paulus, Julia; Kugler-Mühlhofer, Anne (Hrsg.):
Wie wir wurden, was wir nicht werden sollten. Frauen im
Aufbruch zu Amt und Würden, 182 S., zahlr., teils farb. Abb.,
Essen: Klartext Verlag 2009, ISBN 978-3-8375-0206-0, 14,95 Euro
Im Wintersemester 1908/09 konnten sich erstmals Frauen an
deutschen Hochschulen immatrikulieren und einen regulären
Hochschulabschluss erreichen. Zunächst entschieden sich nur
wenige für die akademische Laufbahn und eroberten nach ihrem
Abschluss Positionen in Verwaltung, Justiz, Lehre und Verbänden
oder ließen sich als Freiberuflerinnen nieder.
Im Januar 1919 beteiligten sich erstmals Frauen an der Wahl zum
Deutschen Reichstag, nachdem 1918 das aktive und passive
Wahlrecht gesetzlich verankert worden war. Frauen erhielten
somit Zugang zu den kommunalen und staatlichen Parlamenten und
einige Politikerinnen aus Westfalen zogen in das erste
Parlament der Weimarer Republik ein. Auch wenn im Dritten
Reicht das passive Wahlrecht aufgehoben wurde und hier 1945
erst mühsam ein Neuanfang gemacht werden musste, sind die
beiden Ereignisse von 1908/09 und 1918/19 bis heute die
wichtigste Zäsur für Selbstverständnis und Leitbilder von mehr
als drei Frauengenerationen. Sie bildeten die Grundlage
gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Chancengleichheit.
Beide wurden 1949 durch die rechtliche und politische
Gleichstellung von Frauen und Männern im Grundgesetz zu einem
Abschluss gebracht, wenngleich manche Benachteiligungen bis
heute bestehen.
Alle drei Jubiläen waren der Anlass, eine Rückschau auf den
langen Weg der Gleichstellung von Frauen und Männern zuhalten:
Dokumentiert werden in diesem Katalog eine hierzu im Dezember
2008 in Münster stattgefundene Tagung des LWL-Instituts für
westfälische Regionalgeschichte zum Thema "Politische
Partizipation von Frauen im 20. Jahrhundert", die nach den
Zugangswegen fragte, die Frauen besaßen und besitzen, um
gesellschaftspolitisch einflussreiche öffentlichen Positionen
einnehmen zu können sowie die Ausstellung "Wie wir wurden, was
wir nicht werden sollten" des LWL-Industriemuseums Zeche
Zollern, die am Beispiel von Westfalen-Lippe den hürdenreichen
Weg zu Amt und Würden nachzeichnet und an ausgewählten
Biografien Gelingen und Scheitern, Chancen und Preis der
neugewonnenen Möglichkeiten beschreibt. Mehrere Zeitzeuginnen
ziehen Bilanz und geben Einblick in ihre ganz persönliche
Pionierleistung.
Die Ausstellung wird in den folgenden Jahren noch an acht
weiteren Standorten zu sehen sein:
vom 7.2. bis 5.4.2010 im Museums Wilnsdorf
vom 11.4. bis 6.6.2010 im Museum Burg Vischering Lüdinghausen
vom 13.6. bis 1.8.2010 im Stadtmuseum Brakel
vom 8.8. bis 26.9.2010 im Museum Forum der Völker Werl
vom 3.10. bis 28.11.2010 im Gustav-Lübcke-Museum Hamm
vom 5.12.2010 bis 30.1.2011 im Bochumer Zentrum für
Stadtgeschichte
vom 6.2. bis 20.3.2011 in der Volkshochschule Gelsenkirchen
vom 25.3. bis 21.4.2011 im LWL-Landeshaus Münster
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