[WestG] [AKT] Bocholter Bahnhof im Winter 1940: Stadtarchiv praesentiert Foto des Monats Februar
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Feb 2 11:46:17 CET 2010
Von: "Stadt Bocholt" <info at presse-service.de>
Datum: 28.01.2010, 09:04
AKTUELL
Bocholter Bahnhof im Winter 1940
Stadtarchiv präsentiert Foto des Monats Februar
Außergewöhnlich streng war vor siebzig Jahren der Winter
1939/1940. In Bocholt fiel vier Tage vor Silvester der erste
Schnee, nachdem schon fast den ganzen Monat lang die
Temperaturen bis weit unter dem Gefrierpunkt gelegen hatten.
Nach Neujahr verschärfte sich der Frost, immer wieder fiel
Neuschnee, der angesichts der grimmigen Kälte auch nicht
verschwand. Am 13. Februar zeigte das Quecksilber nachts minus
28 Grad Celsius. Bis zu 150 Soldaten eines in Bocholt
einquartierten Infanterie-Regimentes wurden bisweilen zur
Schneeräumung verpflichtet. Indessen fror die Aa zu. Bis zu 40
Zentimeter dick war die Eisschicht in den Gewässern, so dass
sich reichlich Gelegenheit zum Eissport bot. Es traten aber
auch Störungen bei der Gas- und Wasserversorgung sowie beim
Transport von Kohlen und Koks für Haushalte und Betriebe auf.
Die Volksschulen wurden für zwei Wochen geschlossen.
Das historische Foto des Monats entstand im Februar 1940 und
zeigt die damalige winterliche Situation vor dem
Bahnhofsgebäude an der Ecke Hindenburg- / Hohenstaufenstraße.
Zentimeterdicke Schneemassen be-decken den Boden, Übergänge
zwischen Bordsteinen und Straßen sind nicht zu erkennen. Die
Strenge der Witterung war vergleichbar mit derjenigen von
1928/29, nicht jedoch in Bezug auf die Schneemenge dieses
ersten Kriegswinters. Infolge der weißen Niederschläge waren
die Straßen - wie im Bild zu sehen - fast unpassierbar geworden.
Ein Winterdienst, wie er heute bekannt ist, kam nicht zum
Einsatz. Selbst die Stufen an den Ein- und Ausgängen des 1904
eröffneten Bahnhofsgebäudes waren nicht vom Schnee geräumt. Die
wenigen zugelassenen Kraftfahrzeuge waren kaum in der Lage, die
weiße Masse aufzuweichen. Wer konnte, ließ das Auto zu Hause.
Es fehlen ebenso die sonst neben der Litfaßsäule gegenüber dem
Bahnhof abgestellten Taxis. Erst Mitte März setzte in langsamen
Schritten Tauwetter ein, so dass die Stadt von einem folglich
drohenden Hochwasser verschont blieb, doch es blieb noch länger
kalt.
URL: http://www.presse-service.de/medienarchiv.cfm?medien_id=87198
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