[WestG] [AKT] Aus der Waermestube des mittelalterlichen Klosters: LWL-Forscher entdecken die aeltesten Ofenkacheln Westfalens

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Dez 22 11:29:26 CET 2010


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 21.12.2010, 14:46


AKTUELL

Aus der Wärmestube des mittelalterlichen Klosters:
LWL-Forscher entdecken die ältesten Ofenkacheln Westfalens

Wissenschaftler des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) 
haben in Paderborn die bislang ältesten sicher datierten 
Ofenkacheln Westfalens entdeckt. Im Magazin der 
Stadtarchäologie stießen die Experten des Forschungsprojektes 
"Archäologie der werdenden Stadt Paderborn" auf 800 Jahre alte 
Bruchstücke von Ofenkacheln aus einem Kloster. Die Funde sind 
ab sofort im Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn zu sehen.

Es war ein typischer Magazinfund: Scherben von mindestens drei 
Ofenkacheln konnte die Archäologin Eva Manz mittelalterlichen 
Schichten zuweisen, in denen sich Münzen um 1100 und aus dem 
frühen 12. Jahrhundert befanden. Da der LWL-Numismatiker Dr. 
Peter Ilisch davon ausgeht, dass diese Münzen höchstens 30 
Jahre im Umlauf waren, lag hiermit erstmals eine sichere 
Datierung von Ofenkacheln vor der Mitte des 12. Jahrhunderts 
vor.

Die Funde stammen von einer Ausgrabung im Kloster Abdinghof. 
Hier beheizte der Kachelofen vor 800 Jahren einen Raum, in dem 
sich die Mönche aufwärmten. Kachelöfen sind für diese Zeit in 
Süddeutschland und im Rheinland häufig nachgewiesen. In 
Westfalen wurden bisher nur für Höxter und Corvey solch frühe 
Datierungen vorgeschlagen. Die Paderborner Kacheln ermöglichen 
den Wissenschaftlern nun, weitere frühe Öfen zu datieren - 
allein durch Stilvergleiche, denn auf weitere Münzen oder 
andere festdatierbaren Funde sind sie jetzt nicht mehr 
angewiesen.


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