[WestG] [AKT] Geschichte hautnah: Schueler forschen im Stadtarchiv

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Dez 20 11:31:48 CET 2010


Von: "Josef König" <josef.koenig at presse.ruhr-uni-bochum.de>
Datum: 16.12.10 15:02


AKTUELL

Geschichte hautnah: Schüler forschen im Stadtarchiv
Fremd(e) im Revier: Was ist fremd, was ist eigen?
Großprojekt des RUB-Schülerlabors und des Zentrums für 
Stadtgeschichte

Über 180 Schülerinnen und Schüler der Graf-Engelbert-Schule 
Bochum nehmen an einem einzigartigen Projekt teil, zu dem sich 
das Alfried Krupp-Schülerlabor der Ruhr Universität - Bereich 
Geisteswissenschaften - und das Stadtarchiv - Bochumer Zentrum 
für Stadtgeschichte zusammengeschlossen haben. An 
Originalquellen zur Regionalgeschichte des Ruhrgebiets gehen 
sie am 20.12.2010 und Ende Februar 2011 "hautnah" aktuellen 
Fragen rund um das Thema Migration und Identität nach. 
Vertreter der Medien sind herzlich zur Teilnahme am Projekt 
eingeladen (Stadtarchiv, Wittener Str. 47, 44789 Bochum).

Große Nachfrage

Die Jahrgangsstufen 10 und 11 der Graf-Engelbert-Schule nutzen 
eine besondere Gelegenheit, um sich mit aktuellen Fragen zur 
Migration und eigenen Identität auseinanderzusetzen. Anlass ist 
die laufende Ausstellung "Fremd(e) im Revier?!", bei der 
erstmalig Ruhrgebiets-Archive aus neun Städten und zahlreiche 
andere Partner kooperieren. Über 90 Schülerinnen und Schüler 
der 10. Jahrgangstufe der Graf-Engelbert-Schule, die sich vorab 
im Schulunterricht auf den Projekttag vorbereiten, forschen am 
20. Dezember zwischen 8.45 und 17 Uhr unter wissenschaftlicher 
Anleitung. Dabei werden sie von den Projektleitern aus der RUB, 
aber auch von Mitarbeitern des Stadtarchivs und sechs Lehrern 
der Graf-Engelbert-Schule intensiv betreut. Eine anschließende 
Präsentation der Ergebnisse ist am 20. Dezember ab 19 Uhr im 
Stadtarchiv geplant. Aufgrund der großen Nachfrage wird die 
Veranstaltung für weitere 90 Schüler der Jahrgangsstufe 11 im 
Februar 2011 wiederholt.

Experimentieren ohne Vitrine

Wie die Ausstellung im Zentrum für Stadtgeschichte zeigt, 
bilden Erfahrungen mit dem Fremden eine Konstante in der 
kulturellen Entwicklung der Stadt. Wie aber lässt sich das 
Verhältnis von Fremdem und Eigenem genauer fassen? Was wurde 
und wird als "fremd" empfunden, wie gehen wir mit den Fremden 
um? Solch hoch aktuelle Fragen erkunden die Schülerinnen und 
Schüler experimentell an einem Tag im Museum mit den Exponaten 
- zum Teil auch ohne schützende Vitrine! - und aus der Sicht 
unterschiedlicher Wissenschaften. Die Schülerinnen und Schüler 
können zentrale Hintergründe zur Geschichte des Ruhrgebiets und 
zur eigenen Identität im wahrsten Sinne des Wortes "begreifen".

Zugang aus verschiedenen Perspektiven

So laden etwa die Bücher und Handschriften des Arztes Carl 
Arnold Kortum zu historischen Entdeckungsreisen ein, geben 
Quellen aus dem 2. Weltkrieg Aufschluss über das Schicksal der 
Zwangsarbeiter im Ruhrgebiet und vergleichen die Schüler 
Migration aus Polen und Masuren ins Ruhrgebiet vor über 100 
Jahren mit heutiger Zuwanderung. Unter Anleitung von 
Wissenschaftlern aus vier Disziplinen arbeiten die Schüler 
einen Tag lang mit originalen Quellen und Archivalien. Für das 
Projekt konnten Thomas Stöllner, Professor für Ur- und 
Frühgeschichte an der RUB, PD Dr. Hans-Christoph Seidel vom 
Institut für soziale Bewegungen der RUB, sowie Traugott 
Jähnichen, Professor für Christliche Gesellschaftslehre der RUB 
gewonnen werden. Gemeinsam mit dem Leiter der 
geisteswissenschaftlichen Abteilung des Alfried 
Krupp-Schülerlabors, Dr. Gilbert Heß, betreuen sie die Schüler 
in den Einzelprojekten.


INFO

Dr. Gilbert Heß
Alfried Krupp-Schülerlabor - 
Geisteswissenschaftlicher Bereich
Tel.: 0234/32-24723
E-Mail: gilbert.hess at rub.de


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