[WestG] [LIT] Kemkes, Hugo / Wolf, Manefred (Bearb.): Die Lehnregister der Bischoefe von Minden bis 1324
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Dez 15 11:45:32 CET 2010
Von: "Tina Pauletic" <Tina.Pauletic at lwl.org>
Datum: 14.12.2010, 10:56
LITERATUR
Die Lehnregister der Bischöfe von Minden bis 1324.
Bearb. v. Hugo Kemkes (gest.) und Manfred Wolf.
Münster: Aschendorff 2010. 240 S., gebunden
(Veröffentlichungen der Historischen Kommission für
Westfalen XXVIII: Westfälische Lehnbücher, Band 4)
ISBN: 978-3-402-15302-4, Preis: 49,00 Euro
Nach den bereits veröffentlichten Lehnregistern der Bischöfe
von Münster liegt jetzt die Edition der ältesten Lehnregister
der Bischöfe von Minden vor. Die Entstehung dieses Lehnbuchs
fällt im Wesentlichen in die Regierungszeit des Mindener
Bischofs Gottfried von Waldeck (1304-1324). Die Kirchengüter
der Bischöfe von Minden lagen verstreut in der Diözese, die
sich bis weit nach Osten in das heutige Land Niedersachsen
erstreckte.
Im östlich der Weser gelegenen Diözesangebiet hatten sich
verschiedene Landesherrschaften etabliert. Dort sah sich der
Mindener Bischof der Ausübung weltlicher Herrschaft beraubt;
zudem war er mit einer weitgehenden Zerrüttung der Finanzen
konfrontiert. Die im Vergleich zu anderen Bistümern frühe
Anlage eines Lehnbuchs könnte Ausdruck der Bemühungen sein,
seine Herrschaft zumindest innerhalb des Stiftsgebietes zu
sichern.
Das Lehnbuch entstand nicht in Form eines Registers, bei dem
die Eintragungen sofort nach jeder Belehnung oder wenigstens am
Ende eines Lehntages oder Jahres erfolgten, sondern durch eine
spätere Zusammenstellung anhand von Notizen, wie das auch für
das Bistum Münster bekannt ist. Insgesamt 756 Belehnungsakte
aus den ersten beiden Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts, in
Einzelfällen auch aus dem 13. Jahrhundert, weist die Edition
für das Bistum Minden nach.
Bis auf wenige Ausnahmen konnten die Lehen identifiziert
werden. Die kurzen Lehnseintragungen werden durch ausführliche
Anmerkungen zu den Orten, den Lehnsträgern und anderen
genannten Personen ergänzt. Zusätzliche Querverweise
erleichtern die Benutzung der Quelle, ebenso wie das
umfangreiche Orts- und Personenregister.
Die Edition bietet nicht nur für die Erforschung der
mittelalterlichen Landes- und Territorialgeschichte des Bistums
Minden einen wichtigen Baustein, sondern durch die zahlreichen,
weit verstreut liegenden Lehngüter auch für die Ortsgeschichte.
INFO
Kontakt:
Historische Kommission für Westfalen
Salzstr. 38
48143 Münster
Tel.: 0251 591-4720
Fax: 0251 591-5871
E-Mail: hiko at lwl.org
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