[WestG] [AKT] Der LWL verleiht seinen Annette-von-Droste-Huelshoff-Preis 2010 an Juergen Banscherus

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Dez 13 10:03:56 CET 2010


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 10.12.2010, 14:57


AKTUELL

Der LWL verleiht seinen Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis 2010 
an Jürgen Banscherus

Der Kinder- und Jugendbuchautor Jürgen Banscherus hat am 
Sonntag (12.12.) aus den Händen von LWL-Direktor Dr. Wolfgang 
Kirsch den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis entgegen genommen. 
"Banscherus ist ein wunderbarer und überaus erfolgreicher 
Kinder- und Jugend-buchautor. Seine Werke sind in 21 Sprachen 
erschienen. Anspruchsvoll und einfallsreich für Kinder und 
Jugendliche zu schreiben, ist eine ganz eigene literarische 
Kunst", lobte Kirsch, bevor er Banscherus den mit 12.800 Euro 
dotierten Preis im Museum für Westfälische Literatur in Oelde 
(Kreis Warendorf) überreichte. Den "Westfälischen 
Literaturpreis" verleiht der LWL alle zwei Jahre im Wechsel mit 
dem Konrad-von-Soest-Preis für bildende Kunst.

"Jürgen Banscherus wird aufgrund seiner herausragenden 
Leistungen für die deutschsprachige Kinder- und 
Jugendbuchliteratur mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis 
ausgezeichnet. In dieses Genre führte er eine Vielzahl neuer 
und anspruchsvoller Themen ein oder griff sie in seinem 
umfang-reichen Werk in ganz eigener Weise auf. Trotz häufig 
schwieriger Stoffe lässt seine einfache und direkte Sprache dem 
jugendlichen Leser stets Raum für die eigene Phantasie", 
zitierte Jury-Vorsitzender Kirsch die Begründung.

Immer wieder verleihe Banscherus seinen Geschichten auch mit 
kindgerechtem Witz und Humor eine große Leichtigkeit. Nicht 
zuletzt deshalb habe er in der ganzen Welt eine große 
Leserschaft gefunden, so Kirsch weiter. Die Jury habe den 
LWL-Literaturpreis an einen Kinder- und Jugendbuchautor 
verliehen, um deutlich zu machen, dass diese literarische 
Sparte, "keinesfalls hinter anderen literarischen Leistungen 
hinterherhinkt."

"Jürgen Banscherus liebt Kinder und seine vordringlichste 
Aufgabe sieht er darin, Kinder und Ju-gendliche für das Buch zu 
begeistern", urteilte der Buchhändler Andreas Wallentin in der 
Laudatio. Er hat ein hohes Einfühlungsvermögen in das Denken 
seiner jungen Leser. Seine Bücher zeichnen parodistische Züge 
und sehr viel Sprachwitz aus. Seine Romane und Erzählungen sind 
eine Zumutung. Er mutet seinen Lesern nämlich zu, mit gesundem 
Menschenverstand zu urteilen, ihren Verstand zu gebrauchen.

Laut Wallentin wollte Banscherus eigentlich gar keine 
Jugend-Krimis schreiben. Doch dann beschwerte sich seine 
Tochter über eine Krimireihe für Kinder, bei der sie immer 
schon nach wenigen Seiten den Täter kannte. Das war Ansporn für 
Banscherus, es besser zu machen. So entstand die Reihe mit 
Detektiv Kwiatkowski, in der schon 20 Bände erschienen sind. 
"Obwohl dieser Kwiatkowski sich an Erstleser richtet, ist er 
alles andere als kindertümelnd. Die Bücher sind gewaltfrei, sie 
sind fesselnd, obwohl kein Blut fließt", so Wallentin.

Die älteren Leser haben bei Banscherus weniger zu lachen: Seine 
Jugendkrimis sparen auch nicht mit Härte, sie widmen sich vor 
allem aktuellen Themen wie Freundschaften zwischen deutschen 
und ausländischen Kindern. "Brisante und sozialkritische Themen 
wie Vorurteile, Diskriminierung und Jugendkriminalität geht 
Banscherus nicht mit dem berühmten erhobenen Zeigefinger an. Er 
präsentiert den jungen Lesern auch nicht unbedingt die Lösung, 
sondern konfrontiert sie mit unter-schiedlichen Meinungen und 
will sie dazu bewegen, Wege zur Lösung von Problemen zu finden. 
Dabei traut er seinen Lesern zu, damit fertig zu werden, dass 
es häufig kein 'Happy End' gibt", so Wallentin weiter.

Zur Person:
Banscherus ist am 13. März 1949 in Remscheid geborgen. Er 
studierte Geistes- und Sozialwissenschaften in Münster und 
Bonn. Er arbeitete zunächst als Journalist, wissenschaftlicher 
Mitarbeiter in der Forschung und als Lehrer in der 
Erwachsenenbildung. 1983 veröffentlichte er erste Lyrik, 1985 
sein erstes Kinderbuch. Seit 1989 arbeitet er als freier 
Schriftsteller. Der verheiratete Vater zweier Kinder lebt seit 
Jahrzehnten in Witten. Bekannt geworden ist Banscherus vor 
allem mit seiner Krimiserie "Kwiatkowski". Banscherus' Bücher 
sind in 21 Sprachen erschienen - unter anderem in Thailändisch, 
Türkisch, Hebräisch, Japanisch und in Blindenschrift.


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