[WestG] [AKT] AOK sichert in Kooperation mit dem LWL-Archivamt historisches Schriftgut im Stadtarchiv Muenster

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Aug 17 10:32:12 CEST 2010


Von: "Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 16.08.2010, 10:24


AKTUELL

"Ein Schatz, der gehoben werden will"
AOK sichert in Kooperation mit dem LWL-Archivamt historisches 
Schriftgut im Stadtarchiv Münster

"Mit diesem Bestand haben wir historisches Material übernehmen 
können, das für die Erforschung der Sozial- und 
Wirtschaftsgeschichte Münsters von sehr hohem Wert ist. Ein 
Archivschatz, der gehoben werden will." Dr. Hannes Lambacher, 
Leiter des Stadtarchivs Münster, weiß den jüngsten Neuzugang 
für sein Haus zu schätzen. Jetzt überreichte er dem Leiter 
Büroservice der AOK Regionaldirektion 
Münster/Coesfeld/Warendorf, Gerd Wehner, den Vertrag, der das 
Depot mit umfangreichen AOK-Akten besiegelt.

4,5 laufende Meter Protokollbücher der Selbstverwaltungsgremien,
 Unterlagen zu den Sozialwahlen, Satzungen, Haushaltspläne, 
Rechnungsunterlagen und Geschäftsberichte aus den Jahren 1913 
bis 1995 umfasst der neue Bestand für das Stadtarchiv. Die 177 
Archiveinheiten geben Schwarz auf Weiß Auskunft über die 
Organisation der Krankenversicherung, die Ausgestaltung 
sozialer Sicherheit bei der Leistungsentwicklung sowie die 
demokratische Mitbestimmung der Versicherten und Arbeitgeber. 
Und lassen so zum Beispiel Rückschlüsse auf die 
öffentlich-rechtliche Daseinsvorsorge im Krankheitsfall zu. Die 
flächendeckende Archivierung des Schriftgutes ehemaliger 
Allgemeiner Ortskrankenkassen in Westfalen-Lippe bietet auch 
aussagekräftiges Material für vergleichende Untersuchungen.

Die Weichen für die Archivierung der Unterlagen aus den 
Regionaldirektionen des Krankenversicherers wurden mit der 
Kooperation zwischen der AOK Westfalen-Lippe, den 
Kommunalarchiven und dem LWL-Archivamt für Westfalen gestellt. 
Das Archivamt des Landschaftsverbandes bewertete vorhandenes 
Schriftgut in den Geschäftsstellen der Krankenkasse und 
bereitete es fachlich für die Übergabe in die Kommunalarchive 
auf.

Von dieser Zusammenarbeit profitierte jetzt auch das 
Stadtarchiv Münster. So bedankte sich Dr. Lambacher bei 
Hans-Jürgen Höötmann (LWL-Archivamt) für die fruchtbare 
Kooperation und den guten Service: "Schließlich konnten wir 
einen hervorragend erschlossenen und konservatorisch 
aufgearbeiteten Bestand übernehmen - das ist erfreulich und hat 
es bisher so noch nicht gegeben."

Zur Vorgeschichte: Die Allgemeinen Ortskrankenkassen in 
Westfalen-Lippe wurden mit Inkrafttreten des Bismarckschen 
Krankenversicherungsgesetzes 1884 auf der Ebene der Gemeinden 
gegründet. Im Laufe der Zeit passten sie sich in ihrer Struktur 
dem Verwaltungszuschnitt der heutigem Stadt- und Landkreise an. 
Die einzelnen Kassen waren bis zu ihrer Fusion zur AOK 
Westfalen-Lippe im Jahr 1994 rechtlich eigenständig. Mit der 
Umstrukturierung nun ergab sich der Wunsch, das historische 
Schriftgut der ehemals selbstständigen Kassen zu sichern und 
der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


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