[WestG] [AKT] Dreimillionster Besucher im Planetarium Muenster begrueßt
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Aug 16 11:10:51 CEST 2010
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 12.08.2010, 15:10
AKTUELL
Dreimillionster Besucher im Planetarium Münster begrüßt
Es ist schneller gekommen, als erwartet. Rechnete das
Planetarium im LWL-Museum für Naturkunde aufgrund seiner
Bauphase und der damit verbundenen Schließzeit im Frühjahr doch
erst später damit: Der dreimillionste Besucher hat am
Donnerstag (12.8.) das Planetarium des Landschaftsverbandes
Westfalen-Lippe (LWL) besucht.
Für Jubiläumsgast Alois Brüggemann (77 Jahre) war das eine
große Überraschung. Gemeinsam mit dem Heimatverein Ense Bremen
(Kreis Soest) besuchte der pensionierte Kraftfahrer heute das
Museum zum ersten Mal und war zusammen mit seiner
Lebensgefährtin Agathe Horsthemke (71) schon sehr gespannt, den
Sternenhimmel mit Sternschnuppen im Planetarium betrachten zu
können. Auf Alois Brüggemann wartete ein besonderer Preis im
Wert von über 1000,- Euro: Das Planetarium lädt Alois
Brüggemann ein zu einem Termin seiner Wahl 255 Freunde
mitzubringen und eine exklusive Sondervorführung der neuen Show
"Faszination Weltall" im klimatisierten Sternensaal zu sehen.
Das Planetarium wurde 1981 eröffnet. Die Kuppel hat einen
Durchmesser von 20 Metern und über 260 Sitzplätze. Damit zählt
der Sternensaal, der mitten im LWL-Museum liegt, zu den acht
Großplanetarien, die es heute in Deutschland gibt. Auch heute
noch ist das Museum das einzige in Deutschland, das unter
seinem Dach gleichzeitig auch über ein Großplanetarium verfügt.
Weltweit einmalig ist die digitale Bildauflösung des neuen
Fulldome-Systems, weshalb sich das Planetarium in Münster nun
als das "schärfste Planetarium der Welt" bezeichnen darf. Das
Planetarium zählt heute zu den besucherstärksten in Deutschland.
"Das Jahr hat für uns trotz Schließung des Hauses für sechs
Wochen stark angefangen und daher dürfen wir schon heute den
dreimillionsten Besucher willkommen heißen", sagte LWL-Direktor
Dr. Wolfgang Kirsch. "Unser Ziel ist es, das Planetarium
weiterhin als einen außerschulischen Lernort zu etablieren, der
die Geschichte unseres Universums mit Moderne und Innovation
vereint. Touristen, Schulklassen, Kinder, Familien und
Sternenfans sprechen wir gleichermaßen mit unterschiedlichen
Shows, ungewöhnlichen Angeboten wie Lesungen unterm
Sternenhimmel und großartigen Events an", so Museumsdirektor
Dr. Alfred Hendricks.
Die Besucherstatistik der vergangenen Jahre ist positiv: In den
ersten sechs Wochen nach der Eröffnung nahmen rund 18.000
Menschen an den Programmen im Planetarium teil. Der
einmillionste Besucher des Planetariums konnte bereits 1989
begrüßt werden. Bis zum Jahresende 2009 waren es 2,9 Millionen
Besucher.
Hintergrund
Die Geschichte des Planetariums in Münster begann 1965, als der
LWL beschloss, einen Neubau für das Naturkundemuseum zu
errichten und ein Planetarium ins Museumsgebäude aufzunehmen.
Die damalige Idee der Museumsleitung, ein Großplanetarium in
das Naturkundemuseum einzubinden, war in Deutschland neu und
ist bis heute einmalig.
Der LWL trat mit der Bitte um Finanzierung des Planetariums in
seinem Museumsneubau an die Stadt Münster heran. Das Konzept
überzeugte die Politiker der Stadt. Sie finanzierte den Bau des
Planetariums vollständig und stellte außerdem eine einmalige
Summe für die Betriebskosten bereit, alles zusammen 8,5
Millionen DM. Das Planetarium ging in das Eigentum des LWL über.
Im Januar 1981 lieferte die Firma Zeiss aus Oberkochen das
Herzstück des Planetariums, den Sternenprojektor. Dieses
"Modell V" genannte Gerät ist rund fünf Meter lang und
hantelförmig. Es wurde von einem Regiepult aus bedient, auf dem
über 100 Schalter und Signaleinrichtungen bedient werden
konnten. Die gesamte mechanische und optische Steuerung
erfolgte in jeder einzelnen Vorführung manuell. Dieser
Sternenprojektor wurde ergänzt durch mehrere Diaprojektoren,
mit denen Vorgänge im Weltall anschaulich dargestellt werden
konnten.
Am 13. November 1981 wurde das Planetarium im Neubau des
Museums eröffnet. Obwohl die übrige Ausstellungsfläche noch
Baustelle war, nahm die Öffentlichkeit das Planetarium sofort
gut an. Auch technisch wurde das Planetarium weiterentwickelt:
Weitere Dia- und Videoprojektoren wurden nach und nach
installiert.
Nach 17 Betriebsjahren erfolgte 1998 ein Wechsel des zentralen
Planetariumsprojektors. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten etwa
zwei Millionen Menschen das Planetarium besucht. Der
hantelförmige alte Sternenprojektor wurde ausgebaut, er ist
heute im Eingangsbereich des Planetarium zu besichtigen.
Stattdessen wurde im Planetarium der neue Sternenprojektor
"Universarium Modell VIII" der Firma Carl Zeiss Jena GmbH
installiert.
Dieses Gerät besteht aus einer zentralen Kugel zur Projektion
der Fixsterne, dem so genannten Starball, und acht daneben
stehenden Projektoren für die Planeten des Sonnensystems. Durch
Einsatz von Glasfaseroptik sind diese neuen Projektoren
wesentlich lichtstärker und liefern eine viel naturgetreuere
Nachbildung des Sternenhimmels als es vorher möglich war.
Anders als bisher kann der neue Projektor nicht nur manuell,
sondern auch durch einen Computer gesteuert werden. Im Zuge der
Umbauten wurde außerdem eine Laser-Anlage zur Unterstützung der
visuellen Erklärungen eingebaut.
Im Mai diesen Jahres eröffnete das Planetarium nach
sechswöchiger Modernisierung des gesamten Planetariums mit
einer neuen "Fulldome-Projektionsanlage" und dem etablierten,
aber neu angepassten Sternenprojektor. Die alten Diaprojektoren
wurden durch ein System hochauflösender Videoprojektoren, die
sogenannte Fulldome-Technik, ersetzt. Die neuen Projektoren
werfen ein riesiges, den Besucher umgebendes Computerbild an
den Planetariumshimmel. Dabei erreichen sie eine in
europäischen Planetarien bisher unbekannte Bildauflösung von 35
Megapixeln. Hendricks:
"Im Sternensaal in Münster kann man ab jetzt die schärfsten
digitalen Himmelsbilder der Welt sehen." Die sechs neuen
Projektoren fallen sofort auf, denn sie sind in großen, dunklen
Kästen an vier Stellen im Besucherbereich jeweils in den
hinteren Reihen des Raumes aufgestellt. Einige Sitzplätze
fielen weg, um Platz für die neuen Geräte zu schaffen. Weitere
fühlbare Neuerung für die Besucher: Die dreh- und kippbaren
Stühle wurden komplett überarbeitet. Neben der bequemen,
verbesserten Polsterung gibt es jetzt Kopfstützen.
Die Angebote des Planetariums umfassen allgemeine Programme,
die sich an alle Besucher richten, Kinderprogramme für Familien
mit kleinen Kindern, und Auswahlprogramme, die insbesondere von
den Schulklassen wahrgenommen werden. Darüber hinaus bietet das
Planetarium die Lesungsreihe "Lesungen unterm Sternenhimmel"
sowohl für Erwachsene als auch für Familien und Kinder sowie
Sondervorträge und Events zu interessanten und aktuellen
astronomischen Themen.
INFO
LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
Sentruper Straße 285
48161 Münster
Eintritt:
Erwachsene 5,50 Euro, Kinder 3,00 Euro, Familien 13,00 Euro
Öffnungszeiten:
Dienstags bis sonntags, wechselnde Veranstaltungszeiten
Weitere Informationen unter:
URL: http://www.lwl-planetarium-muenster.de
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