[WestG] [AKT] Kino im Bessemer-Stahlwerk: "Stadt in Schutt und Asche" / "Spur der Steine", Hattingen, 13.08.2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Aug 11 11:06:39 CEST 2010
Von: "Simone Kirchhoff" <Simone.Kirchhoff at lwl.org>
Datum: 10.08.2010, 12:12
AKTUELL
Kino im Bessemer-Stahlwerk: "Stadt in Schutt und Asche" /
"Spur der Steine"
Filmreihe im LWL-Industriemuseum Henrichshütte geht in die
nächste Runde
Die Filmreihe "Westfälische und andere Filmhelden gestern und
heute", die das LWL-Industriemuseum Henrichshütte in seinem
"Kino im Bessemer Stahlwerk" in Kooperation mit dem
LWL-Medienzentrum zeigt, geht in die nächste Runde.
Das Besondere an der Reihe: An insgesamt vier Filmabenden
werden historische Schätze aus der Edition des Medienzentrums
in Verbindung mit kommerziellen Spielfilmen gezeigt. Im
Mittelpunkt stehen regionale und internationale Heldenfiguren
von der Antike bis zur Gegenwart. Medienhistoriker führen in
die Dokumentationen ein und berichten über Inhalt und
Entstehung der Filme.
Am Freitag, 13.8.2010 ab 19:00 Uhr präsentieren Medienzentrum
und Industriemuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe
(LWL) die Hommage "Eine Stadt in Schutt und Asche" an die
"filmende Bäckersfrau" Elisabeth Wilms. Angeregt durch eine
Filmvorführung begann Wilms, obwohl verboten, mitten im Krieg
selbst zu filmen. In eindrucksvollen Bildern zeigen ihre
Aufnahmen die Situation der Menschen im zerstörten Dortmund
nach dem Zweiten Weltkrieg:
Die Wohnverhältnisse der Überlebenden in Trümmern, die
Versorgung von Flüchtlingen und Obdachlosen und der Handel auf
dem Schwarzmarkt werden ebenso dokumentiert wie der Neubeginn
der Kommunalen Verwaltung und der Wiederaufbau öffentlicher
Gebäude und alter Kulturdenkmäler. Der Titel "Filmende
Bäckersfrau", mit dem sich Elisabeth Wilms auch selbst
bezeichnete, wird dabei ihrer Professionalität als Kamerafrau
nicht gerecht.
Ihre Aufnahmen sind heute unschätzbare historische Quellen und
erhielten den Bundesfilmpreis. Dr. Ralf Springer, Referent im
Filmarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen, führt in die
Hommage ein.
Im Anschluss wird der DEFA-Film "Spur der Steine" des
Regisseurs Frank Beyer aus dem Jahr 1966 gezeigt. Vor 49 Jahren,
am 13.8.1961, begannen Kampftruppen der DDR den Osten Berlins
baulich abzuriegeln. Anlässlich des diesjährigen "Tag des
Mauerbaus" erinnert der ostdeutsche Kultfilm an das DDR-Regime
und gibt einen ungeschminkten Einblick in den Alltag der
Menschen zwischen Planwirtschaft und sozialistischer Moral.
Vom rahmengebenden Parteiverfahren ausgehend, entfaltet "Spur
der Steine" die Geschichte einer jungen Frau zwischen zwei
Männern, die auf ihre jeweils eigene Art gegen die bestehenden
Strukturen verstoßen. Wegen der realistisch dargestellten
Auswirkungen der sozialistischen Ideologie auf das Arbeits- und
Privatleben der DDR-Bürger wurde der Films als "partei- und
staatsfeindlich" eingestuft und verschwand zunächst in den
Archiven der DEFA. Erst nach der Wende 1989 wurde er wieder in
das Programm ostdeutscher Kinos aufgenommen und ein Jahr darauf
auch im Westen auf der Berlinale gefeiert.
INFO
Der Eintritt für die Filmvorführung im LWL-Industriemuseum
Henrichshütte Hattingen ist frei.
LWL-Industriemuseum
Westf. Landesmuseum für Industriekultur
Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen
Tel.: 02324 9247-140
E-Mail: henrichshuette at lwl.org
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