[WestG] [AKT] Vortraege: Kinderlandverschickung und Flakhelfer(Sollbach); Die Hitler-Jugend (Nolzen), Hagen, 05.11.2009/19.11.2009
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Okt 28 08:47:32 CET 2009
Von: "Historisches Centrum Hagen" <info at historisches-centrum.de>
Datum: 28.10.2009, 08:21
AKTUELL
Im Rahmen der viel beachteten Ausstellung "Und sie werden nicht
mehr frei ...' - Jugend im Nationalsozialismus" bietet das
Historische Centrum Hagen zwei Vortraege an. Die Vortraege
werden getragen und finanziert durch den Foerderverein Pro
Stadtgeschichte Hagen e.V.
1) 5. November 2009, 19 Uhr
Kinderlandverschickung und "Flakhelfer"
Prof. Dr. Gerhard E. Sollbach
Historisches Centrum Hagen
Eilper Strasse 71-75
58091 Hagen
Der Alltag von Kindern und Jugendlichen im Deutschen Reich
wurde im Zweiten Weltkrieg ab 1942 zunehmend von den
Auswirkungen der alliierten Luftangriffe bestimmt. Bereits im
Sommer 1940 war es im Ruhrgebiet zu Unterrichtsausfällen
gekommen. Durch die Kinderlandverschickung sollten Kinder und
Jugendliche bis 1942 übergangsweise zur Erholung in
"luftsichere" Regionen untergebracht werden. Die
Bombardierungen steigerten sich im Frühjahr 1943 immer mehr, so
dass in den Großstädten Westdeutschlands kein geregelter
Schulalltag mehr möglich war. Im Juni 1943 wurde daher,
zunächst im Gau Westfalen-Süd, unter Aufsicht der Hitler-Jugend
die erweitere Kinderlandverschickung begonnen. Nun mussten die
Eltern zwangsweise ihre Kinder für den Transport in als
"luftsicher" geltende Regionen abgeben.
An der "Heimatfront" wurden ab Februar 1943 jugendliche
Oberschüler und Gymnasiasten als so genannte Luftwaffenhelfer
eingezogen. In Flakbatterien ersetzten sie ausgebildete
Soldaten, die nun für den "Fronteinsatz" freigestellt werden
konnten. Das Rheinland und Ruhrgebiet gehörte neben der
damaligen Reichshauptstadt Berlin zu den "Einsatzschwerpunkten"
jugendlicher "Flakhelfer". Anders als ihre jüngeren
Schulkollegen wurden die Luftwaffenhelfer des Jahrgangs 1927
nicht 'kinderlandverschickt', sondern mussten im Sommer 1943 in
die Flakbatterien einruecken. Schüler des Jahrgangs 1928
erhielten zum Jahresende 1943 in der Kinderlandverschickung
ihren Einberufungsbefehl und zogen Anfang 1944 in den
"Kriegseinsatz".
Der mit zahlreichen Abbildungen illustrierte Vortrag beleuchtet
die Hintergründe, den Ablauf und die Auswirkungen der
Kinderlandverschickung sowie des Einsatzes von
Luftwaffenhelfern. Der Referent stützt sich dabei auf ein
Forschungsprojekt, das er in den vergangenen Jahren an der TU
Dortmund und im Historischen Centrum Hagen durchgeführt hat.
Der Eintritt ist frei.
2) 19. November 2009, 19 Uhr
Die Hitler - Jugend
Armin Nolzen M.A.
Nach 1933 wurde die Hitler-Jugend (HJ) nach und nach zur
Pflichtorganisation für alle Jugendlichen im Alter zwischen
zehn und 18 Jahren. Mehr als fünfzehn Millionen Jugendliche
durchliefen diese Sozialisationsinstanz und wurden maßgeblich
durch sie geprägt.
Die so genannte HJ-Generation bildete nach dem Zweiten
Weltkrieg den Kern der gesellschaftlichen Leistungseliten in
beiden deutschen Staaten.
Im Vortrag geht es um Strukturen und Funktionen der
Hitler-Jugend und um ihre Rolle im NS-Herrschaftssystem. Im
Mittelpunkt steht die Frage nach Reichweite und Grenzen der
HJ-Erziehung.
Der Eintritt ist frei.
INFO
Ausstellungsseite:
URL: www.historisches-centrum.de/index.php?id=549
Foerderverein:
URL: www.historisches-centrum.de/index.php?id=162
Aktueller Hinweis:
In Kooperation mit dem Kino "CineStar" in Hagen werden dort vom
29.10. bis 11.11.2009 ausgewählte Spielfilme zum Themenbereich
Nationalsozialismus gezeigt.
Folgende Filme werden gezeigt:
29.10. - 4.11.09, täglich 14.45 Uhr:
Sophie Scholl - Die letzten Tage
29.10. - 4.11.09, täglich 17.15 Uhr:
Zug des Lebens
5.11. - 11.11.09, täglich 14.45 Uhr:
Auf Wiedersehen, Kinder
5.11. - 11.11.09, täglich 17:15 Uhr:
Der Untergang
Sondervorstellungen für Schulklassen: Die Filme können auch
vormittags als Sondervorstellungen für Schulklassen gezeigt
werden. Anfragen für die Sondervorführungen per Mail an:
hagen at cinestar.de oder Fax: 02331/9777-222 Damit die
Vorstellungen stattfinden können, muss eine Mindestzahl von 40
Schülerinnen und Schülern erreicht werden. Kosten: 4,- € pro
Schülerin oder Schüler, Lehrerinnen und Lehrer frei.
Historisches Centrum Hagen
Stadtmuseum / Stadtarchiv
Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen
Eilper Strasse 71-75
D-58091 Hagen
Tel.: (0)2331 207 2740
Fax: (0)2331 207 2447
URL: www.historisches-centrum.de
URL: www.museum-werdringen.de
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