[WestG] [AKT] LWL zeichnet Sundener Hof von 1634 als Denkmal des Monats aus

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Okt 5 10:44:29 CEST 2009


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 02.10.2009, 10:40


AKTUELL

Rettung in vorletzter Minute: Hohe Zuschüsse und engagierter Verein
LWL zeichnet Sundener Hof von 1634 als Denkmal des Monats aus

Seit Jahrzehnten ist in Westfalen die große historische 
Bedeutung des 1634 erbauten Strackenhofes in Sundern-Endorf 
(Hochsauerlandkreis) bekannt. Dennoch war der Erhalt des Hofes 
bedroht, weil er nach langjährigem Leerstand großen Schaden 
genommen hatte. Als der Eigentümer schließlich einen 
Abbruchantrag stellte, schien das Schicksal des bedeutenden 
Hofes besiegelt zu sein. Doch dann gründete sich ein Verein zur 
Rettung des Strackenhofes. Nach weiteren Rückschlägen erhielt 
der Verein jetzt Bundesmittel, die eine Rettung des Hofes 
ermöglichen. Um das Engagement der ehrenamtlichen 
Denkmalfreunde zu würdigen, hat der Landschaftsverband 
Westfalen-Lippe (LWL) den Strackenhof jetzt als Denkmal des 
Monats Oktober ausgezeichnet.

„Die jüngere Geschichte des Strackenhofes ist ein Lehrstück der 
Denkmalpflege: Manchmal gelingt das Unwahrscheinliche, oft ist 
dafür ein langer Atem und immer das Zusammenwirken aller 
Beteiligten wie Eigentümer, Denkmalbehörden und historisch 
Interessierter erforderlich“, so LWL-Denkmalpfleger Dr. Thomas 
Spohn.

Nachdem sich der Verein zur Rettung des Hofes gegründet hatte, 
der von den LWL-Denkmalpflegern und der „Interessengemeinschaft 
Bauernhaus“ (IGB) unterstützt wurde, gab es erste Erfolge: Der 
Eigentümer erklärte sich bereit, den Hof zu verkaufen, das Land 
NRW und die NRW-Stiftung signalisierten finanzielle 
Unterstützung. Doch das erstellte Nutzungs- und 
Sanierungskonzept machte deutlich, dass die Mittel nicht 
reichten. Wieder gingen Monate ins Land, zwischenzeitlich 
stürzten Teile des Daches ein. Im Sommer kam schließlich aus 
Berlin die Zusage, dass die Fördersumme mit Bundesmitteln aus 
einem Sonderprogramm für Baudenkmäler auf die nötigen 722.000 
Euro aufgestockt werden.

Der Hof Stracke ist eines der größten von ehemals 32 Anwesen in 
Endorf, dessen Ortskern er prägt. Teile des Bruchsteinhauses 
wurden 1634 erbaut, als die Eigentümer nicht nur Landwirtschaft 
sondern auch noch Bergbau und Metallverarbeitung betrieben.

„Der Wirtschaftsgiebel ist in seinem kaum veränderten Zustand 
eine Seltenheit in der Region. Er gibt mit dem spitzbogigen 
Dielentor und der rundbogigen Stalltür sowie im Inneren mit 
einer Feuerstelle wichtige Hinweise auf das ländliche Wohnen 
und Wirtschaften im 17. Jahrhundert“, erklärt Spohn die 
Besonderheit des Hofes. Ein tiefgreifender Umbau in den Jahren 
1855 und 1856 sowie der Anbau eines Wohnteils in der Zeit 
zwischen 1949 und 1951 trügen als charakteristische 
Veränderungen späterer Zeiten zur Zeugniskraft des Baudenkmals 
bei, so Spohn weiter.


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