[WestG] [AKT] Nur zur Weihnachtszeit: Prachthandschrift der Unibibliothek im Dom, Muenster, 30.11.2009
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Nov 26 11:55:29 CET 2009
Von: "Pressestelle der WWU Münster" <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 26.11.2009, 11:40
AKTUELL
Nur zur Weihnachtszeit: Prachthandschrift der Unibibliothek im
Dom
Festakt zur Herausgabe der Wohlfahrtsmarken mit Prominenz aus
Politik und Kirche
Unter prominenter Beteiligung findet am Montag, den 30.
November 2009, um 12 Uhr im Dom zu Münster ein Festakt statt.
Anlass ist das Erscheinen der "Sonderpostwertzeichen-Serie
Weihnachten 2009". Die Motive der Marken - zwei Bildinitialen
mit Motiven aus der biblischen Weihnachtsgeschichte - stammen
aus dem "Hoya Missale", einer der wertvollsten Handschriften
der Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB). Erwartet
werden unter anderem der Parlamentarische Staatssekretär im
Finanzministerium, Steffen Kampeter, sowie der Präses der
Evangelischen Kirche von Westfalen, Pfarrer Alfred Buß, der
auch den Festvortrag hält. Der Festakt bildet zugleich den
Auftakt für eine Ausstellung des prachtvoll gestalteten
gotischen Messbuchs in der Domkammer. Dort wird das Werk aus
dem frühen 15 Jahrhundert, das sonst in den Sondermagazinen der
ULB verwahrt wird, noch bis zum 6. Januar öffentlich zu sehen
sein.
"Das Besondere am 'Hoya Missale' ist die handwerkliche und
künstlerische Darstellung der Bilderhandschriften", erklärt
Reinhard Feldmann, Leiter des Dezernats Historische Bestände
der ULB. Das prachtvolle gotische Messbuch mit 56 Bildinitialen
und einer reichen Initial- und Randornamentik zählt zu den
Meisterwerken des goldenen Zeitalters der holländischen
Buchmalerei. Fachleute datieren die wahrscheinlich aus Utrecht
stammende Pergamenthandschrift in das Jahrzehnt zwischen 1420
und 1430 und schreiben es der Schule der sogenannten "Meistern
des Zweder van Culemborg" zu. Der Name "Hoya Missale" geht auf
den ersten nachweisbaren Eigentümer zurück: Johann von Hoya,
Fürstbischof von Osnabrück seit 1553 und von Münster seit 1556.
Ein Wappen des Namensgebers ist zusammen mit den Wappen der
Bistümer Münster und Osnabrück als Beschlag auf dem Einband
angebracht.
Seit 1969 erscheinen jedes Jahr zur Weihnachtszeit zwei mit
einem weihnachtlichen Motiv gestaltete Wohlfahrtsmarken. Die
Motive aus dem "Hoya Missale" der ULB schmücken damit die
vierzigsten Sonderpostwertzeichen ihrer Art. Bereits seit 1949
geht der Erlös der stets mit einem Zuschlag verkauften
Wohlfahrtsmarken an das Sozialwerk Wohlfahrtsmarken - einem
Zusammenschluss aller großen Wohlfahrtsverbände von der
Arbeiterwohlfahrt bis hin zu den kirchlichen
Wohlfahrtverbänden. Das Bundesfinanzministerium ist in
Deutschland verantwortlich für die Herausgabe von Briefmarken.
Im Dom übergibt daher der Parlamentarische Staatssekretär
Kampeter in einem symbolischen Akt feierlich die zwei
Briefmarken im Wert von jeweils 45(+20) und 55(+25) Cent an die
Mitglieder des Sozialwerks.
Sowohl Steffen Kampeter als auch Alfred Buß sind an der WWU
Münster gut bekannt: Der gebürtige Mindener Kampeter studierte
hier Volkswirtschaftslehre und arbeitete als Wissenschaftler am
Institut für Verkehrswissenschaft. Buß erhielt erst im Juni
dieses Jahres die Ehrendoktorwürde der
Evangelisch-Theologischen Fakultät wegen seiner Verdienste um
den offenen Dialog der Evangelischen Kirche mit anderen
Bildungsträgern in Westfalen.
Die Ausstellung im Dom zeigt die Originalseiten der für die
Briefmarken verwendeten Motive: die Anbetung des Kindes im
Stall durch Maria sowie die Anbetung des Kindes durch die
heiligen drei Könige. Damit die Präsentation der Bildmotive den
aktuellen Festtagen entspricht, wird das Messbuch am Montag,
den 28. Dezember 2009, voraussichtlich gegen 14 Uhr
umgeblättert. Hierbei wird es von fachkundiger Hand aus der
Vitrine genommen und präsentiert. Reinhard Feldmann wird dann
auch für Fragen rund um das Thema "Hoya Missale" zur Verfügung
stehen.
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