[WestG] [AKT] Die lange Flucht des Charles Horowitz, Dorsten, 26.11.2009
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Nov 24 11:12:38 CET 2009
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 24.11.2009, 10:25
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"
AKTUELL
Die lange Flucht des Charles Horowitz
Vortrag im Jüdischen Museum Westfalen über ein jüdisches
Schicksal aus dem Ruhrgebiet
Am kommenden Donnerstag lädt das Jüdische Museum in Dorsten zu
einem biografischen Porträt ein: Als der Hochschuldozent und
Textilhändler Charles Horowitz (1892-1969) Anfang des Jahres
1933 mit seiner Familie die Stadt Oberhausen verließ, war dies
der Beginn einer langen Flucht. Sein Lebensweg und das
Schicksal seiner Familie sind geeignet, die dramatischen Wege
europäischer Juden im 20. Jahrhundert zu illustrieren:
Geboren in Galizien, besuchte Horowitz das Rabbinerseminar in
Krakau und zog mit seinen Eltern nach dem 1. Weltkrieg nach
Magdeburg. 1923 eröffnete Charles Horowitz ein Textilgeschäft
in Oberhausen - und gab seine Leidenschaft für judaistische
Studien nie auf. Als anerkannter Wissenschaftler arbeitete er
an der Universität Tübingen und am jüdischen Lehrhaus in
Berlin. Die Emigration 1933 führte zunächst nach Amsterdam,
dann nach Frankreich. Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht
in Frankreich folgten für ihn Internierung, illegales Leben,
mehrere Fluchten und die Deportation seiner Frau.
Nach 1945 versuchte Horowitz seine beiden Standbeine -
Wissenschaft und Handel - in Lyon wieder aufzubauen; das
Anknüpfen an seine Vorkriegsforschungen gelang aber nicht.
Trotz großer Probleme kehrte er 1951 nach Deutschland zurück,
etablierte ein neues Textilgeschäft in Oberhausen und konnte
daneben an den Universitäten Münster und Bonn lehren. Auch in
den jüdischen Gemeinden wurde er aktiv. Im Alter von 71 Jahren
gelang es ihm, 1963 promoviert zu werden.
Die Referentin Katrin Dönges, geb. 1984, studierte Geschichte
und Politikwissenschaft an der Universität Düsseldorf und
schreibt zur Zeit ihre Magisterarbeit. Sie ist freie
Mitarbeiterin der Gedenkhalle Oberhausen.
INFO
Wann:
Donnerstag, 26. November 2009, 19.30 Uhr
Veranstaltungsort:
Jüdisches Museum Westfalen
Dorsten-Zentrum
Julius-Ambrunn-Str. 1 (Nähe Bahnhof)
Gebühr: 5 € (Vereinsmitglieder 4 €)
JÜDISCHES MUSEUM WESTFALEN
Postfach 100 622
46256 Dorsten
Tel.: 02362-45279
URL: www.jmw-dorsten.de
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