[WestG] [AKT] Fahrstuhl oder Schraegaufzug zur Burg Altena? Machbarkeitsstudie im Kreistag vorgestellt

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Nov 23 09:04:17 CET 2009


Von: "Märkischer Kreis" <info at presse-service.de>
Datum: 20.11.2009, 11:50


AKTUELL

Fahrstuhl oder Schrägaufzug zur Burg Altena?
Machbarkeitsstudie im Kreistag vorgestellt

Ein Fahrstuhl durch den Berg, oder ein Schrägaufzug von außen 
hoch: Das sind die beiden Möglichkeiten, den Zugang zur Burg 
Altena für Besucher zu verbessern. So sieht es zumindest das 
Fraunhofer-Institut. Diplom-Ingenieur Joachim Kochsiek stellte 
dem Kreistag des Märkischen Kreises in dessen Sitzung am 
Donnerstag, 19. November 2009, die "Machbarkeitsstudie zur 
optimierten Verkehrsanbindung der Burg Altena" vor. Das vom 
Kreis und der Stadt Altena gemeinsam beauftragte Institut hatte 
in den vergangenen Monaten nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, 
wie der Zugang zum touristischen Leuchtturm des Kreises für 
Museums- und Veranstaltungsbesucher verbessert werden kann.

Nachdem verschiedenste Trassen - und Anbindungsvarianten 
geprüft wurden, legte sich das Fraunhofer-Institut auf die 
Fahrstuhl-Lösung fest, alternativ sei aber auch ein 
Schrägaufzug möglich. Bei letzterem befürchten die Verkehrs- 
und Logistikexperten aus Dortmund Schwierigkeiten mit dem 
Denkmalschutz, weil man einen Durchbruch durch die Burgmauer 
vornehmen müsse.

Für die Fahrstuhlvariante spreche, dass bereits ein vorhandener,
ehemaliger Luftschutzstollen genutzt werden könne. "Es sind 
aber noch einige geologische Fragen offen, die geklärt werden 
müssen", so Joachim Kochsiek. Was ergibt die Untersuchung der 
Felsschichten, ist das Gestein brüchig, würde die 
Standsicherheit der Burg gefährdet und gibt es Wasser im Berg? 
Die Kosten der beiden Varianten bezifferte der Diplom-Ingenieur 
auf 3,6 bis 4,2 Millionen Euro für die Fahrstuhl-Lösung, auf 2 
bis 2,6 Millionen Euro für den Schrägaufzug. Betrieb und 
Folgekosten könnten durch die Fahrpreise gedeckt werden, je 
nach gewählter Variante zwischen 1,70 Euro und 3 Euro pro 
Fahrt. Die Kapazität der Aufzüge läge bei etwa 180 Personen pro 
Stunde und Richtung - also etwa 2.000 pro Tag. Kochsiek: "Das 
reicht auch für Spitzentage außerhalb von Events".

Mit beiden Varianten, so Kochsiek, könnten die Vorgaben erfüllt 
werden. Die Altenaer Innenstadt werde angebunden und die 
Besucherzahlen auf der Burg könnten gesteigert werden. Das 
Fraunhofer-Institut rechnet mit einer Zunahme der Besucher mit 
Eintrittskarte um 32.500 pro Jahr. Aktuell kommen jährlich etwa 
115.000 Menschen zur Burg, 65.000 von ihnen kaufen eine 
Eintrittskarte. Ein Aufzug würde auch das Interesse bei 
Busunternehmen deutlich erhöhen, die Burg Altena als 
Ausflugsziel anzusteuern. Die Machbarkeitsstudie wird jetzt in 
den zuständigen Fachgremien des Kreises ausführlich diskutiert.

Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper ergänzte den Vortrag um 
die Information, dass für den Aufzugbau zwischen 70 und 90 
Prozent Fördermittel des Landes im Rahmen der Regionale 2013 
möglich sind. Altena hat als Projektträger das Projekt "Wir 
holen die Burg ans Lenneufer" angemeldet und bereits den ersten 
Stern dafür bekommen. In den nächsten Wochen stehen Gespräche 
zwischen der Stadt Altena und der Bezirksregierung auf der 
Tagesordnung, bei denen es um die Finanzierung des städtischen 
Eigenanteils geht.

Ansonsten hatten sich die Kreistagsmitglieder vorwiegend mit 
Regularien zu beschäftigen. Beispielsweise wurden die 
Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder des 
Kreisausschusses zu Ehrenbeamten ernannt und von Landrat Thomas 
Gemke vereidigt.


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