[WestG] [AKT] Film und Autorengespraech: "Der Tag, als die Grube explodierte", Witten, 20.05.2009
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Mai 14 10:34:19 CEST 2009
Von: "Christiane Spänhoff" <christiane.spaenhoff at lwl.org>
Datum: 12.05.2009, 11:53
AKTUELL
"Der Tag, als die Grube explodierte"
Film und Autorengespräch im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
"Der Tag, als die Grube explodierte" heißt ein beeindruckendes
Filmdokument, in dem Überlebende und Angehörige des Unglücks
auf der Braunkohlenzeche Stolzenbach in Borken (Hessen) von
1988 ihre Erlebnisse vor der Kamera schildern. Im Rahmen der
aktuellen Sonderausstellung "Grubenunglück Radbod 1908" im
Industriemuseum Zeche Nachtigall zeigt der Landschaftsverband
Westfalen-Lippe (LWL) am Mittwoch, 20. Mai, um 19 Uhr die
Dokumentation des Hessischen Rundfunks. Anschließend findet ein
Gespräch mit den Autoren statt.
Gibt es Parallelen zwischen den Explosionsunglücken auf der
Steinkohlenzeche Radbod 1908 und der Zeche Stolzenbach 1988?
Wie verarbeiten Überlebende und Angehörige der Opfer
Katastrophen wie diese? "Der Tag, als die Grube explodierte"
beschreibt nicht nur den Verlauf des Unglücks in Borken. Die
Dokumentation, die 20 Jahre nach dem Unglück enstand, ist
gleichzeitig die spannende und beklemmende Schilderung einer
Rettung, die niemand mehr für möglich gehalten hatte:
Nach fast drei Tagen in der Dunkelheit, tief eingeschlossen im
Bergwerk, werden sechs Männer gefunden und zurückgebracht ans
Tageslicht. Bewegend und eindrücklich beschreiben Zeugen den
Moment der Explosion, das verzweifelte Warten, die wundersame
Rettung - und das Ende der Hoffnung für 51 Vermisste.
Die Ursache für das Unglück auf der Zeche Radbod, das 350
Bergleute das Leben kostete, wurde nie vollständig aufgeklärt.
Die Vorwürfe, dass auf Radbod Sicherheitsvorschriften
missachtet wurden und das Unglück somit vermeidbar gewesen wäre,
konnten nicht bewiesen werden.
Die Redakteure des Hessischen Rundfunks dagegen, Oliver Schmid
und Nick Pietzonka, belegten während ihrer Recherchen, dass
Aufsichtsbehörde und Grubenbetreiber der Zeche Stolzenbach
bereits 21 Jahre vor der Katastrophe klare Informationen über
die Gefahr einer Braunkohlestaub-Explosion hatten. Sie wurden
schlichtweg vergessen.
Ab 18 Uhr haben die Besucher die Möglichkeit, die Ausstellung
im LWL-Industriemuseum bei freiem Eintritt zu besichtigen.
INFO
LWL-Industriemuseum
Westf. Landesmuseum für Industriekultur
Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten
Tel.: 02302 93664-0
E-Mail: zeche-nachtigall at lwl.org
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte