[WestG] [AKT] Groeßtes Munitionsdepot der Renaissance in Westfalen entdeckt
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Jun 29 10:17:53 CEST 2009
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 26.06.2009, 11:30
AKTUELL
Größtes Munitionsdepot der Renaissance in Westfalen entdeckt
LWL-Archäologen untersuchen Werburg in Spenge
In der Werburg in Spenge (Kreis Herford) haben Archäologen des
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) das größte
Munitionsdepot aus der Renaissancezeit in Westfalen entdeckt.
Bislang haben sie über 1500 Armbrustbolzen und 42 Kanonenkugeln
aus Stein ausgegraben. Das Depot wurde an der Wende vom 15. zum
16. Jahrhundert angelegt und dokumentiert damit anschaulich den
Wechsel der Waffentechnik zu dieser Zeit.
Seit vergangenem Jahr begleitet die LWL-Archäologie für
Westfalen die dringend notwendige Sanierung des Herrenhauses
der um 1450 errichteten Werburg mit archäologischen
Untersuchungen. Dabei entdeckten die Ausgräber das
Munitionsdepot zwischen zwei schmalen Mauerresten. Aufgrund der
Schichtenfolge können sie die Anlage des Lagers in die Wende
vom 15. zum 16. Jahrhundert datieren.
Die Armbrustbolzen sind mit der Zeit verrostet und bilden
zusammen mit dem umgebenden Erdreich einen massiven Block. Die
Zahl der Geschoss-Spitzen können die Archäologen aber relativ
genau schätzen, da sie bereits im vergangenen Jahr einen 1,30
Meter mal 80 Zentimeter großen Block als Ganzes geborgen und in
die LWL-Restaurierungswerkstatt nach Münster gebracht haben.
Hier erkannte der Restaurator unter dem Röntgengerät eng
aneinander und übereinander gepackte Armbrustbolzen, er zählte
fast 1.000 Stück.
Bislang 39 Kanonenkugeln aus Stein fanden sich auch drei aus
Eisen. Bisher konnten die Ausgräber drei verschiedene Kaliber
zwischen acht und zwölf Zentimeter identifizieren.
"Die Kombination von Geschossen der traditionellen
mittelalterlichen Armbrust mit Kugeln von innovativen
Feuerwaffen dokumentiert anschaulich den Wechsel in der
Bewaffnung an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert. Das
umfangreiche Munitionsdepot ruft auch in Erinnerung, dass die
heute so beschaulich wirkende Werburg vor 500 Jahren eine gut
bewaffnete Verteidigungsanlage war", erklärt LWL-Archäologe Dr.
Werner Best die Funde.
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