[WestG] [AKT] Wissenschaftler bauen Digitales Niederdeutsches Textarchiv auf

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Jan 28 11:04:49 CET 2009


Von: "Pressestelle Universität Bielefeld" <pressestelle at
uni-bielefeld.de>
Datum: 23.01.2009, 13:25


AKTUELL

Kulturelles Gedächtnis des westfälischen Raums schaffen 
Wissenschaftler bauen Digitales Niederdeutsches Textarchiv auf 
  
An den Universitäten Bielefeld und Münster bauen apl. Professor 
Dr. Ulrich Seelbach, Fakultät für Linguistik und 
Literaturwissenschaft, und Dr. Robert Peters (Münster) in den 
nächsten Jahren ein digitales Textarchiv zur Bewahrung der 
niederdeutschen Sprache in Westfalen auf. Das Projekt zielt 
darauf ab, das reiche kulturelle Erbe der deutschen und 
europäischen Region Westfalen zu erhalten und einer 
interessierten Öffentlichkeit dauerhaft zur Verfügung zu 
stellen. Damit soll dem Verlust der kulturellen Vielfalt 
entgegengewirkt und ein kulturelles Gedächtnis des westfälischen 
Raums geschaffen werden.

"Westfälische Identität entsteht durch das Bewusstsein von einer 
eigenen regionalen Kultur. Diese fußt auf der sprachlichen und 
literarischen Überlieferung der Region. Sobald diese 
sprachlich-literarische Hinterlassenschaft im Internet zur 
Verfügung steht, kann jeder Interessierte sich über deren 
Vielfalt informieren.

Dies gilt nicht allein für die Gesamtregion Westfalen, sondern 
auch für die einzelnen Teilregionen und Orte. Das Projekt soll 
zu einer Stärkung des Bewusstseins von einer westfälischen 
Kulturlandschaft, ihrer Geschichte, ihrer Sprache und ihrer 
Überlieferung führen." erläutern die beiden Wissenschaftler ihre 
Intention für das Projekt.

Finanziell wird der Aufbau des Textarchives von der 
Westfaleninitiative (Münster) und der Landesregierung NRW mit 
70.000 Euro pro Jahr für die nächsten zwei Jahre unterstützt. 
Insgesamt rechnen die Wissenschaftler mit einer siebenjährigen 
Projektdauer.

Gestartet wird mit der Digitalisierung von mehreren Tausend 
Urkunden aus dem Mittelalter. Später sollen Chroniken, 
Inschriften und geistliche Literatur folgen. Aufgrund des 
relativ großen westfälischen Sprachraums mit einer breit 
gefächerten Textüberlieferung wird das Projekt an zwei 
Standorten durchgeführt werden.

An der Universität Bielefeld werden die geistliche und die 
weltliche Literatur sowie private Schriften, wie Tagebücher und 
Briefe, digitalisiert. Die Universität Münster ist für 
Verwaltungs- und Rechtsschriften sowie Bücher der 
Wissensvermittlung zuständig.


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