[WestG] [AKT] Von Bautzen, Stasi und Mauerbau: Zeitzeugen erklaeren Schuelern die DDR-Geschichte
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Jan 21 10:42:02 CET 2009
Von: "Josef König" <josef.koenig at presse.ruhr-uni-bochum.de>
Datum: 20.01.2009, 14:39
AKTUELL
Von Bautzen, Stasi und Mauerbau
Zeitzeugen erklären Schülern die DDR-Geschichte
RUB-Projekt in Kooperation mit der VOS NRW zur Aufarbeitung
einer Diktatur
Walter Ulbricht, der erste Bundeskanzler?
17. Juni 1953 - Tag des Mauerbaus?
Zuchthaus Bautzen: nie gehört!
Mutmaßungen, Irrtümer und Achselzucken sind nicht selten, wenn
man junge Menschen in Nordrhein-Westfalen zur DDR-Geschichte
befragt. In einem neuen Projekt unter Federführung des Instituts
für Deutschlandforschung (IDF) der Ruhr-Universität Bochum soll
sich das ändern.
Gemeinsam mit der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e. V.
(VOS) initiiert das IDF Zeitzeugengespräche an Schulen zur
DDR-Geschichte. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren
und startet am 27. Januar an der Bochumer Hildegardis-Schule; es
wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in
Berlin und der Landeszentrale für politische Bildung NRW
gefördert.
Widerstand und Hafterfahrungen
Nach einer Vorphase mit Zeitzeugengesprächen in Düsseldorf
beginnt das Projekt an der Bochumer Hildegardis-Schule
(Klinikstr. 1, 44791 Bochum). Am Dienstag, 27.1., 13.15 Uhr
berichtet Dieter Rother aus Essen in einem Geschichtskurs der
Klasse 13 von seinen Erfahrungen in der DDR:
Es geht um jugendliche Resistenz und politischen Widerstand
gegen die SED und sowjetische Besatzungsmacht, Verhaftung,
Verurteilung vor einem sowjetischen Militärtribunal sowie
Hafterfahrungen unter anderem in Bautzen und Halle.
Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich willkommen;
um Voranmeldung wird gebeten (Dr. Frank Hoffmann, IDF, Tel.
0234/32-27863, idf at rub.de).
Ausweitung auf ganz NRW geplant
Bei einer empirischen Untersuchung zum DDR-Bild von Schülern
schnitt unser Bundesland schlecht ab: Knapp 90 Prozent der
befragten Schüler beklagten, über die DDR wenig oder gar nichts
zu wissen. Doch über die Hälfte von ihnen bekundet Interesse an
der zweiten deutschen Diktatur. "Ähnliches hören wir Dozenten
des Instituts für Deutschlandforschung in unseren
Ringvorlesungen und Seminaren seit langem", sagt Dr. Frank
Hoffmann vom IDF.
Natürlich seien vor allem die Schulen gefordert, die
Wissenslücken zu schließen, aber ihre Möglichkeiten sind
beschränkt angesichts von Schulzeitverkürzung und
Lehrplanstraffung. Das IDF unterstützt mit dem Projekt die
Schulen, um ein lebendiges und unverklärtes Geschichtsbild der
DDR zu vermitteln.
Langfristiges Ziel ist, die Zeitzeugengespräche bis Ende 2010
auf Schulen aus dem gesamten Bundesland auszuweiten. Für die
Schulen entstehen keine Kosten, sie können sich beim IDF zur
Teilnahme an dem Projekt anmelden.
Kein "Weichspülen" der DDR
Die Gesprächspartner der Schülerinnen und Schüler sind vor allem
ehemalige politische Häftlinge. Mit ihren Erfahrungsberichten
setzen sie dem "Weichspülen" der DDR, manch "(n)ostalgischen"
DDR-Bildern in Literatur, Medien und Politik etwas entgegen.
Aktuelle Forschungsergebnisse und Quellen, die das IDF für die
Schulen aufbereitet, ergänzen die Zeitzeugenberichte.
INFO
Dr. Frank Hoffmann
Institut für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität Bochum
Tel. 0234/32-27863
E-Mail: idf at rub.de
URL: http://www.rub.de/deutschlandforschung/zeitzeugen
Detlev von Dechend
Gemeinschaft ehem. Politischer Häftlinge - (VOS)
Vereinigung der Opfer des Stalinismus e. V.
Oberlinstraße 51
40625 Düsseldorf
Tel. 0211/2381025
E-Mail: dvdechend at web.de
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