[WestG] [AKT] Vortragsreihe im Rahmen der Ausstellung "Fliegende Drachen & Co. - Fossilien aus dem Solnhofener Plattenkalk", Hagen
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Jan 14 09:41:03 CET 2009
Von: "Ralf Blank" <ralf.blank at historisches-centrum.de>
Datum: 12.01.2009, 12:02
AKTUELL
Im Rahmen der Ausstellung "Fliegende Drachen & Co. - Fossilien
aus dem Solnhofener Plattenkalk" (28. November 2008 - 3. Mai
2009 im Stadtmuseum Hagen) veranstaltet das Historische Centrum
Hagen eine Vortragsreihe. Die Vorträge finden im Historischen
Centrum Hagen, Eilper Strasse 71-75, 58097 Hagen, statt. Der
Eintritt ist frei. Die Vorträge werden getragen durch den Verein
Pro Stadtgeschichte Hagen e.V.
20. Januar 2009, 19 Uhr
Prof. Dr. Jörg Mutterlose, Ruhr-Universität Bochum
Die Treibhauswelt der Kreidezeit - ein Blick in die Zukunft?
Steigende CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre, globale
Erwärmung, Treibhausklima, Abschmelzen der Polkappen,
Überflutung der Küstenebenen - tägliche Schlagzeilen und wohl
eine der größten Herausforderung der Menschheit. Um das
zukünftige Klimaszenario besser einschätzen zu können, kann ein
Rückblick nützen.
Das Verständnis der Klimaverhältnisse der erdgeschichtlichen
Vergangenheit, in der wiederholt Treibhausbedingungen geherrscht
haben, kann da Hinweise liefern. Eine erdgeschichtliche Phase,
die sich durch ein Treibhausklima auszeichnete, war die
Kreidezeit (vor 145- 65 Mio. Jahren), deren Ablagerungen z. B.
im Münsterland weit verbreitet sind. Um einen Einblick in die
klimatischen und paläobiologischen Verhältnisse der Kreidewelt
zu erhalten, treten wir daher eine Reise in diese Treibhausphase
an.
3. Februar 2009, 19 Uhr
Dr. Günter Schweigert, Naturkundemuseum Stuttgart Nusplingen -
eine tropische Lagune der Jurazeit auf der Schwäbischen Alb.
Seit 1993 gräbt ein Team des Stuttgarter Naturkundemuseums im
Nusplinger Plattenkalk, einer 150 Millionen Jahre alten
Lagunenablagerung im oberen Jura der westlichen Schwäbischen
Alb. Mehr als 350 verschiedene Arten von versteinerten Pflanzen
und Tieren wurden inzwischen dort nachgewiesen und erlauben eine
Rekonstruktion der einstigen Lebensräume.
Besonderes Aufsehen erregte Nusplingen durch mehrere Funde von
rochenähnlichen Haien, den so genannten Meerengeln und einem
Meereskrokodil, das sichtbar zur Beute eines noch größeren
Räubers wurde. Eine repräsentative Auswahl der
aussagekräftigsten und spektakulärsten Funde aus den letzten
Jahren wird von Dr. Günter Schweigert, dem Grabungsleiter,
vorgestellt.
19. Februar 2009, 19 Uhr
Prof. Dr. Helmut Keupp, Freie Universität Berlin
350 Millionen Jahre Erfolgsgeschichte: Ammoniten
Die Ammoniten haben seit ihrer Entstehung im Unter-Devon bis zu
Ihrem Aussterben an der Kreide-Tertiär-Grenze vor 65 Millionen
Jahren eine dominante Rolle in allen Weltmeeren erlangt. Ihre
wechselvolle Geschichte ist durch mehrfache globale
Organismenkrisen geprägt, deren wiederholte
Massensterbe-Ereignisse Wegbereiter für jeweils neue
Entwicklungsschübe der Ammoniten waren.
Der reich bebilderte Vortrag beleuchtet die Stammesgeschichte
dieser Kopffüßergruppe und versucht durch das Aufzeigen
wesentlicher Entwicklungsstrategien das Erfolgsrezept zu
ergründen und schließlich die Frage zu beantworten, warum die
Ammoniten ausgestorben sind, während die wesentlich weniger
fortschrittlichen Nautiliden bis heute überdauert haben und sich
dem großen Massensterben am Ende des Erdmittelalters entziehen
konnten.
12. März 2009, 19 Uhr
Martin Sauter, Eching
Solnhofen - Fundorte, Vorkommen und Suche
Eine Einführung in die verschiedenen Fundorte, die Möglichkeiten
Fossilien zu finden, und wie diese erkannt werden können. Es
werden alle Fundorte angesprochen, wobei einige davon nicht oder
nur eingeschränkt zum Fossiliensammeln offen stehen.
26. März 2009, 19 Uhr
Lutz Koch, Ennepetal
Vom Ordovizium bis zum Oberkarbon. Fossilien und vorzeitliche
Lebensräume des Sauerlandes aus über 150 Millionen Jahren
Erdgeschichte.
Die fossile Welt des Sauerlandes transparent zu machen, zu
Aufschlüssen und damit zu vorzeitlichen Lebensräumen zu führen,
ist Anliegen dieses Vortrags. Mit Hilfe von Fundstellen und
Lebensbildrekonstruktionen sowie typischen, teils auch sehr
seltenen Fundstücken, wird ein Gang durch 150 Millionen Jahre
wechselvolle und ereignisreiche Erdgeschichte des Sauerlandes
unternommen, der bei der Zeitmarke "vor 470 Millionen Jahren" im
Ordovizium des Ebbe-Gebirges beginnt und bei den
oberkarbonischen Schichten von Hagen-Vorhalle und Witten endet.
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