[WestG] [TV/R] WDR-Fernsehen: Die Oetkers, 06.03.2009
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Do Feb 26 19:26:05 CET 2009
Von: "Lernzeit" <Lernzeit at WDR.DE>
Datum: 26.02.2009, 19:13
TV / RADIO
Freitag, 6. März 2009
Fernsehen
Doku am Freitag
20.15 - 21 Uhr, WDR Fernsehen
Dynastien in NRW: Die Oetkers
Wiederholung:
12. März, ab 12 Uhr (WDR Fernsehen)
Am Anfang steht eine geniale Idee: Backpulver in kleine Tütchen
verpackt, anstelle der üblichen losen Ware. Das Rezept gibt es gratis
auf der Rückseite dazu und ab sofort gelingt der Hausfrau der
Sonntagskuchen immer.
Mit diesem ersten Verkaufsschlager setzte der Bielefelder Apotheker Dr.
August Oetker 1891 den Grundstein für ein Familienunternehmen, dessen
Erfolg in Deutschland ohne Beispiel ist. 98 Prozent der Deutschen wissen
etwas mit dem Namen Oetker anzufangen. Doch dass Pudding und Backpulver
längst nicht mehr den Hauptteil ihrer Unternehmungen ausmachen, wissen
nur wenige. Noch weniger ist über die Familie selbst und die schweren
Schicksalsschläge bekannt, welche die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte
stets begleitet haben.
Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen die vier
Unternehmerpersönlichkeiten, die es geschafft haben, dass das
Unternehmen Dr. Oetker in teils schweren und sehr bewegten Zeiten ein
Familienunternehmen geblieben ist. Schon der Firmengründer Dr. August
Oetker, der das Unternehmen fast 30 Jahre erfolgreich leitet, muss den
ersten großen Schicksalsschlag der Oetkers hinnehmen: 1916 stirbt sein
Sohn Rudolf Oetker - der designierte Firmenerbe - auf den
Schlachtfeldern von Verdun. Dieser Schlag trifft Dr. August Oetker so
schwer, dass er zwei Jahre später im Alter von nur 56 Jahren stirbt.
Damit scheint auch sein Traum, die Gründung einer Familiendynastie, am
Ende zu sein. Denn der nächste Konzernerbe Rudolf-August Oetker, der
Sohn des in Verdun gefallenen Rudolf Oetker, ist zu diesem Zeitpunkt
gerade einmal zwei Jahre alt. Gerettet wird das Unternehmen schließlich
durch Richard Kaselowsky, einem Jugendfreund des verstorbenen Rudolf
Oetkers, der das Unternehmen in der bewegten Zeit von 1918 bis 1944
treuhänderisch für Rudolf-August Oetker leitet und ausbaut.
Doch 1944 trifft die Familie Oetker der nächste schwere Schlag: Bei
einem Bombenangriff stirbt Richard Kaselowsky. Nun muss der gerade
einmal 28jährige Rudolf-August Oetker - ganz auf sich allein gestellt -
das Unternehmen in dieser schwierigen Zeit übernehmen und nach dem
Zweiten Weltkrieg wieder aufbauen.
Es folgt eine einzigartige Erfolgstory: Rudolf-August Oetker baut das
Unternehmen zu einem der größten und erfolgreichsten Konzerne in
Deutschland aus, der längst nicht mehr nur Backpulver und Pudding
produziert, sondern einen Großteil der Gewinne in der Schifffahrt, mit
Bier- und Sektmarken sowie mit Banken, Hotels und einer Versicherung
erwirtschaftet. Doch auch Rudolf-August Oetker hat einen schweren
Schicksalsschlag zu verkraften: 1976 wird sein Sohn Richard Oetker
entführt und schwer verletzt. Erst gegen eine gigantische
Lösegeldzahlung kommt er frei. Zum ersten Mal äußert sich Richard
Oetker in dieser Dokumentation selbst ausführlich zu dem Verbrechen,
unter dessen Folgen er bis heute leidet.
Seit 1991 steht Dr. h.c. August Oetker, der älteste Sohn Rudolf-August
Oetkers, an der Spitze des Konzerns, den er in Zeiten der Globalisierung
sehr erfolgreich führt. Zusammen mit seinen Geschwistern blickt er auf
die einzigartige Erfolgstory des Konzerns Dr. Oetker zurück, erläutert
wie es die Oetkers geschafft haben, dass das Unternehmen nun schon seit
vier Generationen in Familienhand ist und was es heißt, mit dem
bekanntesten Namen Deutschlands zu leben.
Dank Interviews mit den Oetker-Familienmitgliedern August Oetker,
Richard Oetker und Rosely Schweizer, den Einschätzungen des
Wirtschaftsjournalisten und Oetker-Biographen Rüdiger Jungbluth,
Statements von ehemaligen Mitarbeitern sowie bisher nie gesehenem
Archivmaterial, gelingt es Autor Manfred Oldenburg in der Dokumentation,
erstmals die spannende und bewegte Geschichte der Familie und des
Konzerns Oetker von der Gründung 1891 bis heute ausführlich zu
beleuchten.
Film von Manfred Oldenburg
Erstsendung WDR: 5. Oktober 2007
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