[WestG] [AKT] Selbstverstaendnis und Selbstbehauptung des Ritteradels, Paderborn, 17.02.2009
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Feb 12 11:08:46 CET 2009
Von: "Marianne Witt-Stuhr" <nannewitt at aol.com>
Datum: 12.02.2009, 09:54
AKTUELL
"… 16 vhralte adeliche volbürtige annichen vnd wapffen …"
Selbstverständnis und Selbstbehauptung des Ritteradels im Süden
und Osten Westfalens zwischen Westfälischem Frieden und
Säkularisation
Am 17. Februar 2009 spricht Andreas Müller (Werl) beim
Altertumsverein Paderborn um 19.30 Uhr an der Theologischen
Fakultät Paderborn (Kamp 6, Hörsaal 2) über die wechselvolle
Geschichte des lokalen "ritterbürtigen" Adels im Fürstbistum
Paderborn und im kurkölnischen Herzogtum Westfalen.
Adelige bekleideten bis zur Säkularisation in den geistlichen
Staaten die höchsten weltlichen wie geistlichen Ämter. Sie
beherrschten damit auch die Landtage, auf denen über zentrale
Themen des Landes verhandelt wurde. Die adligen Familien lebten
auf ihren Landsitzen von den Erträgen der Grundherrschaft und
ihrer h÷fischen, kirchlichen oder administrativen Positionen.
Zentrales Zugeh÷rigkeitsmerkmal war die sogenannte
"Ritterbürtigkeit" oder "Stiftsfähigkeit", die durch eine
Ahnenprobe ermittelt und durch die "Aufschwörung" bestätigt
werden musste.
Mit Dompräbenden und Kanonikaten in den adeligen Stiften
versorgte der Adel alle Angehörigen, die nicht direkt mit den
Gütern der Familie ausgestattet werden konnten. Die
nachgeborenen Söhne traten deshalb in die Domkapitel und
Stiftskapitel ein, die ein auskömmliches und bequemes Leben
erlaubten und außerdem einträglich für das Familienvermögen
waren.
Oft ohne höhere kirchliche Weihen konnten sie im Ernstfall auch
den Fortbestand der Familie sichern und ihre geistlichen
Funktionen für den Ehestand aufgeben. Der westfälische
Ritteradel war eine exklusive Gruppe: Daher blieben strenge
Ahnenproben für die Teilnahme an Herrschaft und den Zugang zu
den Spitzenpositionen in Staat, Kirche, Militär und Verwaltung
unumgänglich. Durch eine komplexe Familienpolitik sowie enge
verwandtschaftliche Verflechtungen entwickelte sich der Adel
über die Territorialgrenzen hinaus zu einer einheitlichen
Herrschaftsschicht.
Im Mittelpunkt des Vortrags von Andreas Müller, der die
Ergebnisse seiner Dissertation vorstellt, steht zum einen die
Frage, was Ahnenproben in der Praxis frühneuzeitlicher
landständischer Ritterschaften bedeuteten und welche Probleme
sich hierbei ergaben. Zum anderen ist an ausgewählten Beispielen
zu zeigen, wie eng sich die Verbindungen unter dem Ritteradel
der beiden genannten Territorien gestalteten.
INFO
Veranstaltungsdaten:
Vortrag
Datum: 17.02.2009
Theologische Fakultät Paderborn (Hörsaal 2)
Kamp 6
33098 Paderborn
URL: http://www.altertumsverein-paderborn.de
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