[WestG] [AKT] 3. Westfaelischer Genealogentag, Altenberge, 07.03.2009
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Feb 11 11:03:04 CET 2009
Von: "Gabriele Sürig" <gsuerig at web.de>
Datum: 10.02.2009, 11:10
AKTUELL
3. Westfälischer Genealogentag in Altenberge
Der Ahnenforschung in Westfalen widmet die Westfälische
Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung am Samstag, 7.
März 2009, einen ganzen Tag. In Zusammenarbeit mit dem
Heimatverein und der Gemeinde Altenberge werden 1.000 Besucher
beim 3. Westfälischen Genealogentag in Altenberge (Kreis
Steinfurt) bei Münster erwartet. Dort präsentieren sich neben
dem Ausrichter verschiedene Vereine, Archive, Verlage,
Institutionen und Privatpersonen, die sich mit Familien- und
Ahnenforschung schwerpunktmäßig in Westfalen beschäftigen.
Der Ausrichter, die Westfälische Gesellschaft für Genealogie und
Familienforschung hat rund 750 Mitglieder mit
westfälisch-münsterländischen Wurzeln. Durch die Sammlung und
Veröffentlichung von Quellen fördert die Gesellschaft
Familienforschung in Westfalen. Sie veranstaltet Vorträge zur
Genealogie, berät ihre Mitglieder bei der eigenen
Familienforschung und vermittelt Fachkräfte für
Einzelforschungen.
Viele Aussteller richten ihre Forschungen verstärkt auf
Westfalen. Hier präsentieren sich die Familienkundlichen
Arbeitskreise Rheine, Osnabrück oder Tecklenburger Land,
Familienforschung in Lippetal oder die Wadersloher
Familienforscher.
Ohne die kirchlichen, staatlichen, städtischen und privaten
Archive würde Familienforschung nicht möglich sein. Regionale
Archive wie das Westfälisches Archivamt, das Landesarchiv
Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen (ehemals Staatsarchiv
Münster), das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung
Ostwestfalen-Lippe (ehemals Staats- und Personenstandsarchiv
Detmold) oder die Bistumsarchive Münster und Osnabrück werden
u.a. vor Ort sein. Hier erfährt der Besucher, welche Schätze in
diesen Archiven aufbewahrt werden und zugänglich sind.
Viele Bewohner des Münsterlandes, Lipperlandes und besonders des
Ruhrgebiets haben ihre Wurzeln in anderen Regionen,
beispielsweise in Ostpreußen. Der Bergbau zog die Menschen aus
dem ganzen damaligen Land an; aus Brandenburg und Bayern, aus
dem Weserbergland, aus Ostpreußen und Schlesien. Vereine wie der
Roland zu Dortmund, der in Essen beheimatete Verein FaZiT oder
die Stiftung Bahn-Sozialwerk - Gruppe Familien- und Wappenkunde
- Bezirksgruppe Essen, werden hier optimale Ansprechpartner
sein. Der zweite Weltkrieg und die daraus resultierende Flucht
und Vertreibung der Bewohner z.B. aus Ost- und Westpreußen
führten zu neuen Familienkonstellationen. Hier wird der Verein
für Familienforschung in Ost- und Westpreußen Auskünfte
erteilen.
Familienforscher des Münsterlandes stoßen immer wieder auf
Spuren, die aus dem Münsterland wegführen bzw. dorthin geführt
haben. Sie entdecken im Laufe der Zeit ganz neue Zusammenhänge
der individuellen Geschichte, die immer unter dem Einfluss der
Gesamtgeschichte gesehen werden müssen.
Im 19. Jahrhundert beispielsweise gab es viele Arbeiter und
Handwerker in Westfalen, die nach Amerika oder Südamerika
auswanderten. Diese Auswanderung wurde in jahrelanger Arbeit von
Mitgliedern erforscht und in vereinseigenen Schriften
veröffentlicht. Es gab die so genannten Hollandgänger.
Holländische Familienforscher stellen fest, dass sie ihre
Wurzeln im Münsterland haben und umgekehrt. So kommen zum
Austausch und zur Information auch niederländische Vereine wie
der Nederlandse Genealogische Vereniging- Afdeling Achterhoek &
Liemers.
Alle, die sich dem Thema langsam nähern möchten, finden beim 3.
Westfälischen Genealogentag einen Einstieg. Ein privates
Antiquariat, ein Buchverkauf aus dem Nachlass Steinbicker und
der Verlag für Regionalgeschichte warten u.a. mit viel Literatur
auf. Aber auch ein Projekt, das sich mit dem Sammeln von
Totenzetteln beschäftigt, dürfte für den Laien interessant sein.
Vielleicht besitzen Sie noch viele alte Totenzettel und möchten
sie für dieses Projekt vor Ort einscannen lassen?
Wie oft kommt es vor, dass jemand vor der eigenen Forschung
zurück schreckt, da bereits Schwierigkeiten beim Lesen der in
Sütterlin geschriebenen Briefe der Großeltern bestehen? Die
"Sütterlinschule" hilft hier mit speziellem Lehrmaterial.
Wollten Sie immer schon wissen, was ihr Familienname bedeutet?
Hier hilft das Institut für Familiennamenforschung weiter.
Wer lediglich noch eine schöne Präsentationsform für bereits
erarbeitete Familiendaten benötigt, findet möglicherweise eine
Schmuckahnentafel im Geneashop oder ein Stammbaumdruckprogramm.
Die moderne Familienforschung bedient sich zur Archivierung und
Datenaufbereitung genealogischer Programme. Außerdem gibt es
inzwischen Möglichkeiten, in weltweiten Forscherkontakt zu
treten und vieles mehr. Hier wird der Verein für
Computergenealogie ein adäquater Ansprechpartner sein.
Neben der Präsentation der Institutionen und dem Gespräch unter
Forschenden stehen außerdem vier Vorträge rund um das Thema
Genealogie auf dem Programm (10:30, 12:00, 13:30 und 15:00 Uhr)
Brandaktuell sind hier die Vorstellung des
Personenstandsrechtsreformgesetzes und die damit verbundenen
Forschungsmöglichkeiten in den Personenstandsregistern.
Das Angebot des Genealogentages ist so vielfältig, wie die
Familienforschung selbst. Jeder familien- und heimatkundlich
Interessierte sollte den Genealogentag in Altenberge nutzen, und
sich einen Überblick verschaffen.
Es bleibt anzumerken, dass die Familienforschung nicht nur
einzelne Familien und deren Geschichte betrifft, sondern auch
Hofstätten, Berufstände, Ortschaften, Regionen und Länder.
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte