[WestG] [AKT] "Westfaelischer Preis für Baukultur": LWL und Westfalen-Initiative loben gemeinsame Auszeichnung aus

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Dez 15 11:26:06 CET 2009


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 14.12.2009, 14:00


AKTUELL

"Westfälischer Preis für Baukultur"
LWL und Westfalen-Initiative loben gemeinsame Auszeichnung aus

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stiftung 
Westfalen-Initiative haben am Montag in Münster einen neuen 
westfälischen Kulturpreis ins Leben gerufen: den "Westfälischen 
Preis für Baukultur".

"Die Gebäude, die heute entstehen, sind das Ergebnis von häufig 
konfliktreichen Abstimmungsprozessen zwischen den individuellen 
Interessen der Bauherren und dem Wohl der Allgemeinheit", 
beschrieb LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch das Spannungsfeld 
aus Ästhetik, Ökonomie, Politik und weiteren Faktoren, das die 
"Baukultur" ausmache. Häufig entwickle sich daraus aber keine 
gute gestalterische Qualität. "Viel zu oft regieren Mittelmaß, 
Beliebigkeit und mangelnde Sensibilität für die Landschaft, die 
Siedlung oder die Stadt." Hieran etwas zu ändern, das bedürfe 
in erster Linie Kommunikation und Überzeugungsarbeit, so Dr. 
Kirsch weiter.

Diese Erkenntnis haben der LWL und die Westfalen-Initiative zum 
Anlass genommen, gemeinsam den "Westfälischen Preis für 
Baukultur" auszuloben. "Natürlich werden wir damit unsere 
Baukultur nicht grundsätzlich verändern. Wir sind aber davon 
überzeugt, mit dem neuen Preis die öffentliche Diskussion über 
das Bauen in unserer Gesellschaft anzuregen und so zu mehr 
Baukultur-Bewusstsein beizutragen", fasste Dr. Kirsch die 
Zielrichtung des gemeinsamen Preises zusammen.

Mit dem Westfälischen Preis für Baukultur soll zukünftig alle 
zwei Jahre ein Projekt gewürdigt werden, das einen besonderen 
Beitrag zur Entwicklung der Baukultur in Westfalen-Lippe 
leistet. Das Suchraster ist dabei sehr offen gehalten: 
Eingereicht werden können alle Arten von Einzelgebäuden - 
Neubauten ebenso wie An- und Umbauten - aber auch großräumigere 
Projekte des Städtebaus oder der Dorfentwicklung.

Eine Besonderheit der Auszeichnung besteht darin, dass neben 
der architektonischen Qualität und der Einbindung in das Umfeld 
auch die Qualität der Planungs- und Umsetzungsverfahrens ein 
Kriterium für die Preisvergabe ist. "Die Chancen für gute 
Gebäude sind vor allem dort besonders groß, wo die Architekten, 
die Bauherren und die Städte und Gemeinden, fair und 
partnerschaftlich miteinander umgehen. Wenn das funktioniert, 
ist das im besten Sinne Baukultur", erläuterte Prof. Dr. Klaus 
Anderbrügge von der Stiftung Westfalen-Initiative diese 
besondere Facette des Westfälischen Preises für Baukultur.

Teilnehmen können die Planer und Architekten sowie die 
Bauherren - auch Institutionen und Kommunen - im Idealfall 
gemeinsam als "Bewerbergemeinschaften". Die eingereichten 
Objekte müssen im Zeitraum zwischen Januar 2000 und heute in 
Westfalen-Lippe fertiggestellt worden sein.

Eine weitere Besonderheit des Westfälischen Preises für 
Baukultur besteht darin, dass er nicht mit einem Preisgeld 
dotiert ist. Stattdessen wird der Architekturfotograf Christian 
Richters aus Münster, einer der renommiertesten 
Architekturfotografen Deutschlands, das preisgekrönte Objekt 
fotografieren. Aus den Fotos entsteht eine Ausstellung mit 
großformatigen Abzügen, die als Wanderausstellung durch 
Westfalen-Lippe touren soll, bevor sie in das Eigentum des 
Preisträgers übergeht. Mit diesem Preis wollen LWL und 
Westfalen-Initiative dem Objekt und den Menschen, die dahinter 
stehen, ein besonderes Zeichen der Wertschätzung 
entgegenbringen.

Weitere Informationen über den Westfälischen Preis für 
Baukultur gibt es im Internet unter 
http://www.westfaelischer-baukulturpreis.de.

Hintergrund:
Um die Diskussion über zeitgemäßes orts- und regionaltypisches 
Bauen stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen, 
haben der LWL, die Westfalen-Initiative und weitere Partner im 
Jahr 2005 das "Bündnis für regionale Baukultur in Westfalen" 
gegründet. Mittlerweile engagieren sich viele weitere Kreise, 
Städte und Gemeinden mit eigenen Aktivitäten in diesem Bündnis 
und setzen sich für die Bewahrung und Weiterentwicklung der 
typischen baulichen Erscheinungsbilder Westfalen-Lippes ein.

Mit dem LWL und der Westfalen-Initiative haben sich jetzt zwei 
Gründungsmitglieder des Bündnisses zusammengetan, um gemeinsam 
den "Westfälischen Preis für Baukultur" auszuloben. Sie wollen 
damit die Bedeutung der "Alltagsarchitektur" für die Identität 
unserer Städte, Dörfer und Gemeinden unterstreichen und eine 
verstärkte öffentliche Diskussion hierüber anregen.


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