[WestG] [AUS] Wiedereroeffnung: Neuer Blick auf die Meisterwerke des LWL-Landesmuseums, Muenster, ab 23.08.2009

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Aug 24 10:24:01 CEST 2009


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 21.08.2009, 12:23


AUSSTELLUNG

Sammlung aufgemischt Wiedereröffnung: Neuer Blick auf die 
Meisterwerke des LWL-Landesmuseums

Ein halbes Jahrtausend, etliche kunsthistorische Epochen und 
drastische Stilwechsel in der Mode liegen zwischen ihnen - und 
doch haben sie viel gemeinsam: August Mackes expressiv gemalte 
Frauen in seinem Gemälde "Modegeschäft" von 1913 und das rund 
500 Jahre zuvor entstandene Bildnis der "Heiligen Dorothea" von 
Conrad von Soest.

Schönheit, die Wertschätzung kostbarer Materialien und die 
Ausdruckskraft der Farben finden sich in beiden Werken - ab 
Sonntag (23.8.) zu sehen in der Ausstellung "Aufgemischt - 
Meisterwerke der Sammlung im Dialog" im LWL-Landesmuseum für 
Kunst und Kulturgeschichte in Münster. Erstmals steht das 
ungewöhnliche Bilderpaar Seite an Seite in einer Ausstellung.

Die Neupräsentation der Sammlung im Museum des 
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zeigt die Auswahl 
von Hauptwerken nicht mehr chronologisch gegliedert, sondern 
epochen-übergreifend im Dialog. "Diese ungewöhnliche 
Präsentation stellt zum einen Werke zugespitzt auf bestimmte 
Aspekte nebeneinander und bietet zugleich Raum für 
Entdeckungen. Dadurch können auch langjährige Besucher eine 
neue Sicht auf die Sammlung des Museums gewinnen", so 
LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

"Mit dieser neuen Dauerausstellung für die Phase des Um- und 
Neubaus bis 2013 haben wir aus der Not eine Tugend gemacht: 
Denn erst der reduzierte Ausstellungsraum im historischen 
Altbau war für uns der Ausgangspunkt, unsere Meisterwerke in 
dieser unkonventionellen Weise erstmals 'aufzumischen'", 
erklärt Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold.

Die Auswahlkriterien für die Gruppierung der Werke waren 
thematische, formale sowie Stimmung und Gefühl erzeugende 
Gemeinsamkeiten bei den Hauptwerken der Sammlung. 
Beispielsweise verrät die "Sprache des Künstlers" viel über die 
Beziehung zu seinem Modell. Dies gilt für die berühmte 
spätgotische Lukasmadonna von Derick Baegert, das 
altmeisterliche Doppelbildnis, das Otto Dix von dem Maler Willy 
Kriegel und dessen Frau malte (1932) und Gerhard Richters 
fotorealistisch anmutendes Familienbild von 1971.

Das Kreuz, Zeichen für Passion und Meditation, ist 
übergreifendes Thema in einem Raum, in dem die Hauptwerke der 
romanischen Kunst - das monumentale Triumphkreuz aus Bockhorst 
und das "Soester Antependium" - Klarheit, Strenge und Ruhe 
ausstrahlen. Diese Aussagen bestimmen in expressionistischem 
Form- und Farbkonzept auch Karl Schmidt-Rottluffs 
"Patroklusturm" (1922) und zeitgenössische Arbeiten von Antoni 
Tapies und Friedrich Vordemberge-Gildewart.

Starke Gefühle wie Trauer, innere und äußere Verletzung, Leid 
und Qual sind in Kunstwerken vom Mittelalter bis zur Gegenwart 
spürbar. Ein Beispiel hierfür ist die "Unnaer Pietà" aus dem 
späten 14. Jahrhundert, die neben dem Gemälde "Das weinende 
Mädchen" (1909) von Edvard Munch und Lucio Fontanas Bildwunde 
"Concetto Spaziale" aus dem Jahr 1959 steht. Trost und Hoffnung 
ausstrahlende Kunstwerke sind dialogisch dem Thema Leid im 
selben Raum zugeordnet.

Eine zentraler Aspekt der Ausstellung sind zudem die sich 
wandelnden Paradiesvorstellungen: Dem Paradies-Wandbild von 
Franz Marc und August Macke (1912) sind eine plastische 
Darstellung des Sündenfalls aus der Renaissance von Johann 
Brabender und Otto Müllers "Zwei sitzende Akte" vom Beginn des 
20. Jahrhunderts beigestellt. Hier klingen grundsätzliche 
Aussagen zum Menschenbild an, die zudem in einer Auswahl von 
Porträts ein Spektrum zwischen Individualität und Inszenierung 
entfalten.


INFO

LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Domplatz 10
48143 Münster
Tel.: +49 251 5907-01
Fax: +49 251 5907-210
E-Mail: landesmuseum at lwl.org


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