[WestG] [TV/R] Bilderbuch Deutschland: Die Ruhr, WDR Fernsehen, 28.08.2009

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Fr Aug 21 10:24:13 CEST 2009


Von: "Wissen" <Wissen at WDR.DE>
Datum: 20.08.2009, 19:01


TV/RADIO

Freitag, 28. August 2009

Bilderbuch
14.15 - 15.00 Uhr, WDR Fernsehen 
Videotext für Hörgeschädigte

Die Ruhr

Geheimnisvolle Burgruinen und reiche Herrensitze, Klostergemäuer und
Bauerngehöfte, Spuren des Bergbaus und anderer Gewerke der
Industrialisierung - das alles prägt diese Landschaft mit weiten Auen,
Wiesen, steilen Ufern und ausgedehnten Tälern um den 220 Kilometer
langen Flusslauf der Ruhr.
Die Ruhr bei Hattingen; Rechte: WDR/Mauritius

Das Wechselspiel aus Stauwehren und naturbelassenen
Überschwemmungsgebieten entlang des Flusses garantiert zu jeder
Jahreszeit die Entdeckung von Idyllen mitten im Pott. Vorbei an
behaglichen Gasthäusern und historischen Ortschaften in Fachwerk oder
graubraunem Ruhrsandstein lädt ein Netz von weit verzweigten Wanderwegen
und kilometerlangen Radfahrrouten ein, diese Idyllen in immer neuer
Perspektive zu erleben.

Zwischen Bochum und Hattingen bietet die Ruhr dem Betrachter ein
überraschend abwechslungsreiches Stimmungsbild: Teilweise ist der
Fluss schiffbar, an anderen Stellen fächert er sich breit auf mit
kleinen Inseln, Schotterbänken und rasanten Stromschnellen. Früher
bildeten Fähren über weite Strecken die einzige Verbindung von Nord- und
Südufer der Ruhr. Die Kohlenkähne ähnelten holländischen
Plattbodenschiffen - zahlreiche Untiefen im Fluss erlaubten keinen
übermäßigen Tiefgang.

Flussabwärts ging die Fahrt meist unter Segel weiter. Flussaufwärts war
ein Kreuzen gegen die Strömung kaum möglich - hier musste Muskelkraft
eingesetzt werden. Wohlhabende Kapitäne ließen sich von Pferden entlang
der Leinpfade bergan ziehen. Schleusen wurden gebaut, später folgten
imposante und teilweise einzigartige Wasserkraftwerke. Stauseen
entstanden - auch um die Wasserqualität der Ruhr erhalten und verbessern
zu können.

Eine kleine Sensation stellte nach über 600 Jahren die erste
Neugründung eines Zisterzienserklosters in Deutschland dar. In
klösterlichromantischer Umgebung erleben wir die Ruhe und Besinnung
des klösterlichen Lebens mit allabendlichen lateinischen Chorgesängen im
scharfen Kontrast zur Moderne.

Es sind das Neben- und Miteinander von Gegenwart und Vergangenheit
sowie die Spuren und Zeugnisse einer über Jahrhunderte währenden
vorindustriellen Entwicklung, der rasanten Industrialisierung und deren
gegenwärtiges Echo, auf das wir die Aufmerksamkeit der Zuschauer lenken
wollen. Ein Blick auf eine Kulturlandschaft, die Vorurteile in Frage
stellt und Räume für überraschende Entdeckungen eröffnet.

Film von: Inga Wolfram
Erstsendung ARD/WDR: 21.6.2009


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