[WestG] [AUS] EtikettenKULT - vom gewebten Markenzeichen zum Label, Bocholt, 26.04.-04.10.2009

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Apr 28 09:47:01 CEST 2009


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 24.04.2009, 09:29


AUSSTELLUNG

EtikettenKULT - vom gewebten Markenzeichen zum Label
Ausstellung im LWL-Textilmuseum zeigt Geschichte des gewebten 
Einnähers

Sie sind geschaffen für ein Schattendasein, rücken Mode aber 
erst ins rechte Licht: Etiketten. In einer neuen Ausstellung 
bringt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die kleinen 
Einnäher und ihre Geschichte jetzt groß heraus.

Die Schau unter dem Titel "EtikettenKULT", die vom 26. April 
bis 4. Oktober 2009 im LWL-Textilmuseum in Bocholt zu sehen ist,
 spannt einen Bogen von den Anfängen der gewebten 
Herstellerhinweise bis hin zu bekannten Modelabels wie Dior, 
Strenesse und Zweigler. Zum Spektrum der Exponate gehören 
wertvolle Abendkleider der "Haute couture" aus den 1950er 
Jahren sowie Zeichnungen und Musterbücher, ein voll 
funktionstüchtiger Bandwebstuhl samt Lochkarten - und natürlich 
jede Menge Etiketten und Abzeichen.

Ein Großteil der gezeigten Schätze stammt aus der Kunstweberei 
Carl Neiss in Krefeld und der Firma Saatweber & Sieper in 
Wuppertal, deren Bestände das LWL-Industriemuseum nach 
Firmenschließung Mitte der 1990er Jahre übernommen hat. "Eine 
wahre Fundgrube", verrät Museumsleiter Dr. Hermann Josef 
Stenkamp. Beide Firmen produzierten Etiketten für die ganze 
Welt und bedienten Kunden wie "Chanel" ebenso wie den 
Maßschneider in Köln.

Sie setzten ihre Kunstfertigkeit aber nicht nur für Modeartikel 
ein, sondern auch zur Produktion vielfältiger Abzeichen. Kaum 
ein Sport- oder Musikverein, dessen Zeichen in den letzten 100 
Jahren nicht von einer der beiden Firmen als Aufnäher gewebt 
wurde. Auch das Militär und Unternehmen wie Edeka, Wella oder 
Shell ließen in Krefeld oder Wuppertal arbeiten.

Aus der Weberei Neiss sicherte das Textilmuseum einige Tausend 
handgezeichneter "Patronen" - kolorierte technische Zeichnungen,
 die als Grundlage für die Etikettenproduktion dienten; dazu 
Auftragsbücher, Vertretermappen und Meterware von gewebten 
Etiketten. Die Historikerin Dr. Karin Thönnissen hat diesen 
Bestand für die aktuelle Ausstellung jetzt erstmals 
aufgearbeitet.

Von der Etikettenweberei Saatweber & Sieper übernahm das Museum 
eine Vielzahl an Musterbüchern aus den 1920er bis 1980er Jahren 
- "ein einmaliges Zeugnis der Mode- und Kulturgeschichte", so 
Stenkamp.

Besucher können sich in der Ausstellung an wertvollen 
Abendkleidern aus den 1950er bis 1970er Jahren von Dior, Nina 
Ricci, Luis Ferrand und Heinz Oestergard freuen - allesamt 
private Leihgaben, die das Museum nach Aufrufen erhielt. 
Kindheitserinnerungen wecken bei manchem Kleidungsstücke von 
Bleyle oder Mäntel von Keppler. Ein Turneroutfit der 1930er 
Jahre, eine Schwesterntracht und Badebekleidung stehen für die 
weitere Textilien, denen die beiden Firmen mit ihren Etiketten 
das Markenzeichen anhefteten.

Ergänzt wird die Ausstellung durch aktuelle Kunstwerke wie 
ganze Kleider aus Etiketten der Designerin Pia Fischer, mit 
denen Ausstellungsgestalter Martin Schmidt in Bocholt den 
heutigen Markenwahn in Szene setzt. Sie sollen dem Betrachter 
einen Spiegel vorhalten, zum Nachdenken, aber auch Schmunzeln 
einladen.

Besonderes Highlight: Rechtzeitig zur Etikettenschau 
restaurierte Webmeister Hartmut Hildebrand aus Wuppertal einen 
historischen Bandwebstuhl. An der laufenden Maschine erleben 
Besucher, wie das Sarotti-Etikett gewebt wird.

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation.


INFO

EtikettenKULT - Vom gewebten Markenzeichen zum Label
26.4. bis 4.10.2009
LWL-Industriemuseum I Textilmuseum Bocholt
Uhlandstraße 50 I
46397 Bocholt
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr


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