[WestG] [AKT] Tag des offenen Denkmals: Fuehrungen zu alten Domfundamenten, Paderborn, 14.09.2008

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Sep 12 09:06:19 CEST 2008


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 09.09.2008, 14:30


AKTUELL

Tag des offenen Denkmals: 
Führungen zu alten Domfundamenten, zur Geroldskapelle in der 
Kaiserpfalz und durch die Altstadt

Für kaum eine Stadt gilt das diesjährige Motto des Tags des 
offenen Denkmals: "Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und 
Bauforschung" so deutlich wie für Paderborn: Interessierte 
können hier die Stadtgeschichte allerorts an archäologischen 
Funden und Befunden verfolgen und anhand der erhaltenen Substanz 
nachvollziehen. Das macht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe 
(LWL) am kommenden Sonntag (14.09.) anlässlich des Tag des 
offenen Denkmals mit verschiedenen Angeboten deutlich.

Die Geschichte der Paderborner Archäologie reicht bis in das 19. 
Jahrhundert zurück. 1964 begann Wilhelm Winkelmann, Archäologe 
des LWL mit Ausgrabungen nördlich der Domkirche. Die Entdeckung 
der karolingischen Kaiserpfalz hier in Paderborn war damals eine 
archäologische Sensation, die den Besuchern am Tag des offenen 
Denkmals näher gebracht wird. Der angebliche Thron Karls des 
Großen und die selten gezeigte Geroldskapelle sind Teil einer 
umfangreichen Spezialführung, die um 11, 13 und 15 Uhr beginnt. 
In den Überresten der karolingischen Pfalzaula können Kinder 
"Spielen wie im Mittelalter" (13 bis 17 Uhr). Eine weitere 
Großgrabung war der Erforschung der Domkirche Anfang der 
achtziger Jahre gewidmet. Der Pfalzkirche von 777 folgten fünf 
große Dombauten bis zur heutigen Bischofskirche des 13. 
Jahrhunderts. Der 799 für den Papstbesuch errichteten Kirche von 
"wunderbarer Größe" wurden verschiedene Anbauten angefügt, die 
mit der Grabstätte für den 836 nach Paderborn überführten 
Leichnam des heiligen Liborius zusammenhängen. Ein geplanter und 
begonnener Umbau des Doms unter Bischof Rethar fiel im Jahr 1000 
einem Großbrand zum Opfer. Es war Bischof Meinwerk, der seiner 
Stadt eine neue Domkirche schenkte. Unter dem Westbau des Domes 
sind die ergrabenen Fundamente konserviert worden und werden für 
die Besucher mit Genehmigung des Domkapitels ausnahmsweise 
geöffnet (in der Zeit von 14 bis 16.30 Uhr jede halbe Stunde 
eine Führung, Treffpunkt ist die rote Pforte des Doms, Karten ab 
10 Uhr am Stand beim Museum in der Kaiserpfalz).

Hier wird auch ein besonderer Fund der LWL-Stadtarchäologie 
vorgestellt. Am Kötterhagen entdeckten die Ausgräber zwei 
Krippenfiguren aus weißem so genannten Pfeifenton aus dem 
15./16. Jahrhundert, die ältesten Nachweise für eine Hauskrippe 
in Westfalen. Dargestellt ist das Christuskind in der Wiege mit 
Weltkugel und Kreuz. Die vollständig erhaltene Figur wurde 
nachgebildet und die Abgüsse werden zu Gunsten der Sanierung der 
Franziskanerkirche verkauft.

Die LWL-Stadtarchäologie lädt ein um 16 Uhr zu einer 
archäologischen Spurensuche durch die Paderborner Altstadt 
(Treffpunkt: Museum in der Kaiserpfalz). Aktuelle und vergangene 
Ausgrabungen werden besucht. Weitere Führungen sind der 
Abdinghofkirche, der Gaukirche, dem Bischofspalast dem 
Kapitelsaal und dem Paderquellgebiet gewidmet.

Neben Führungen und Vorträgen können Interessierte auch wieder 
zwischen Kaiserpfalz, Dom, Gaukirche und Abdinghof einen Markt 
besuchen. "Vergangenheit braucht Zukunft" lautet hier das Motto. 
30 Institutionen, Vereine und Fachfirmen informieren über ihre 
Arbeiten mit und am Denkmal.

Offiziell eröffnet wird der Tag des offenen Denkmals um 14 Uhr 
von Maria Seifert, Vorsitzende der Landschaftsversammlung 
Westfalen-Lippe, und Dietrich Honervogt, stellvertretender 
Bürgermeister der Stadt Paderborn, an der Abdinghofkirche vor 
dem Paul-Gerhardt-Haus.