[WestG] [AUS] "Vom Gold der Germanen zum Salz der Hanse", Hamm, 07.09.2008-04.01.2009

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Sep 2 11:45:46 CEST 2008


Von: "Forum Geschichtskultur"  <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 02.09.2008, 09:12
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AUSSTELLUNG

Ausstellung "Vom Gold der Germanen zum Salz der Hanse"
7. September 2008 bis 4. Januar 2009

Den frühen Fernhandel am Hellweg und in Nordwestdeutschland 
dokumentiert diese einmalige Ausstellung ab kommenden Sonntag im 
Gustav-Lübcke-Museum.

Durch neue archäologische Funde und Forschungen zeichnet sich 
für das rechtsrheinische Germanien in den Jahrhunderten nach 
Christi Geburt ein verändertes Bild ab. Die Landschaft war 
weithin kulturell erschlossen, es bestand eine differenzierte 
Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur, die Fernhandelsbeziehungen 
mit dem römischen Reich waren etabliert. Innerhalb Germaniens 
gab es Verkehrs- und Warenverteilungssyteme, in denen bereits 
wichtige Elemente der mittelalterlichen Hanse anklingen. Diese 
verschiedenen Faktoren lassen sich an dem germanischen 
Siedlungsplatz von Kamen-Westick Kreis Unna aufzeigen.

Die Fundstelle wurde in den 1930er Jahren vom Museum Hamm 
entdeckt und in mehreren Jahreskampagnen archäologisch 
untersucht. Seit den 1990er Jahren ist eine immense Zahl von 
Neufunden hinzugekommen, teils als Lesefunde, teils als 
Grabungsfunde des Westfälischen Museums für Archäologie. 
Zahlreiche Fibeln und andere Trachtbestandteile aus Bunt- und 
Edelmetall, Fragmente von römischen Gläsern sowie Fein- und 
Grobkeramik, Goldfunde, römische Götterstatuetten und Münzen 
sind im Fundmaterial enthalten. In der Sonderausstellung wird 
erstmals das gesamte Material im Überblick zu sehen sein. 
Darüber hinaus werden zahlreiche herausragende Fundkomplexe, u. 
a. aus Westfalen, Thüringen und Sachsen-Anhalt zu sehen sein. 
Dem Besucher werden die reichen Siedlungsfunde vor Augen geführt 
nebst den entsprechenden kulturgeschichtlichen Interpretationen.

Selbstverständlich ist die Geschichte des Fernhandels in Hamm 
und Umgebung mit der Germanenzeit keineswegs beendet. Deshalb 
wird in der Ausstellung auch die weitere Entwicklung eine 
wichtige Rolle spielen, über die Hansezeit und bis in die 
Gegenwart. Auch wenn aus dieser Epoche nur sehr wenige 
Originalstücke erhalten sind, so ist doch Schriftquellen zu 
entnehmen, dass die Stadt Hamm im Mittelalter und in der frühen 
Neuzeit lange ein wichtiges Mitglied der Hanse war. Hamm war 
sogar eine Prinzipalhansestadt, von der andere Städte des 
Umkreises abhängig waren.

Die Hanse im Städtedreieck Hamm-Kamen-Unna wird in der 
Ausstellung in einer eigenen Abteilung dargestellt. Ziel der 
Abteilung "Hanse" soll es sein, die Kontinuität des Handels in 
der Region Hamm von der Zeit der Germanen bis in die Neuzeit 
fortzuführen. Schon seit Beginn unserer Zeitrechnung ist der 
Hammer Raum Kreuzungspunkt des Handels und damit der jeweils 
modernen Warenverteillogistik gewesen. Auch dies kommt in der 
Zeit der Hanse deutlich zum Ausdruck. Die Geschichte der Hanse 
ist eng mit der Entstehung und dem Aufstieg des Städtewesens in 
Westfalen und dem Ostseeraum verbunden gewesen. Die 
Hansekaufleute waren die ersten "Europäer".


INFO

Veranstaltungsort:
Gustav-Lübcke-Museum
Neue Bahnhofstraße 9
59065 Hamm 
Tel.: 02381/17-5701
Email: Gustav-Luebcke-Museum at stadt.hamm.de 
URL: http://www.hamm.de/gustav-luebcke-museum.html