[WestG] [KONF] 70 Jahre nach dem Pogrom vom 9. November 1938 im Muensterland, Muenster, 05.11.2008
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Sep 2 11:40:00 CEST 2008
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 01.09.2008, 08:47
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"
SYMPOSIUM
Symposium:
70 Jahre nach dem Pogrom vom 9. November 1938 im Münsterland.
Neue Forschungs- und Erinnerungsperspektiven
Mittwoch, 5. November 2008
Vor 70 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 und
den Tagen danach, schändeten Nationalsozialisten Synagogen und
brannten sie nieder, zerstörten Wohnungen und Geschäftshäuser
jüdischer Bürger. Bei den gewalttätigen Übergriffen wurde eine
Vielzahl von Juden verletzt und auch getötet. Im Nachgang des 9.
November schließlich wurden reichsweit männliche Juden verhaftet
und zum größten Teil in Konzentrationslager verschleppt.
Der im damaligen Sprachgebrauch zynisch "Reichskristallnacht"
genannte antijüdische Pogrom bildete eine weitere
Eskalationsstufe der "Judenpolitik" des NS-Staates, die bis 1945
im beispiellosen staatlich angeordneten und umgesetzten Genozid
am europäischen Judentum mit seinen sechs Millionen Opfern
endete.
Das Symposium zeigt zunächst an exemplarischen
regionalgeschichtlichen Beispielen Planung, Ablauf und
Nachgeschichte des 9. November 1938 im Münsterland auf. Wie
schlimm war es vor Ort? Waren es anarchische Ereignisse oder
kontrollierte Übergriffe? Kannten die Täter ihre Opfer?
Im zweiten Teil der Tagung steht die Erinnerungskultur und ihr
Wandel im Fokus. Die Forschungsperspektive reicht von der
oftmals verdrängten Erinnerung der Institution Feuerwehr an ihre
damalige Beteiligung, über den Perspektivwechsel der Erinnerung
an die Pogromnacht im Münsterland bis hin zu einem multimedialen
Projekt zur Geschichte der „Reichskristallnacht“. Den Abschluss
bildet der öffentliche Abendvortrag von Prof. Dr. Hans-Ulrich
Thamer, der seine Betrachtungen und Analysen auf den 9. November
im gesamten 20. Jahrhundert ausweitet.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Für Imbiss und Getränke wird vor
Ort eine Umlage verlangt.
Eine Anmeldung ist erforderlich
Tagungsnummer: 540 F
Tagungsorganisation: Thomas Köhler (siehe unten)
PROGRAMM
14.30 - 14.45 Uhr
Begrüßung und Einführung:
Der 9. November 1938.
Neue regionale Forschungs- und Erinnerungsperspektiven
Christoph Spieker (Villa ten Hompel)
I. Der 9./10. November 1938 in vergleichender regionalgeschichtlicher
Perspektive
Moderation: Hans Meyer (Akademie Franz-Hitze-Haus)
14.45 Uhr - 15.30 Uhr
Tatort Ostmünsterland: Ahlen
Dr. Hans Gummersbach (Handwerkerbildungszentrum Münster)
15.30 Uhr - 16.15 Uhr
Tatort Westmünsterland: Vreden und Stadtlohn
Ingeborg Höting (Gesellschaft für historische Landeskunde des
westlichen Münsterlandes)
Kaffeepause
II. Der Wandel im Umgang mit dem 9. November im Münsterland
Moderation: Andreas Determann (Gesellschaft für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit)
16.45 Uhr - 17.30 Uhr
Täter oder Retter? Die verdrängte Auseinandersetzung der
Feuerwehr im Umgang mit dem 9. November 1938
Thomas Köhler (Universität Münster / Villa ten Hompel)
17.30 Uhr - 18.15 Uhr
Wandel der Erinnerungen im Münsterland
Matthias M. Ester, M.A. (Geschichtskontor Münster)
18.15 Uhr - 19.00 Uhr
"Reichkristallnacht": Zerstörung, Deportation und Mord am
Vorabend des Zweiten Weltkrieges: ein multimediales
Erinnerungsprojekt
Prof. (FH) Norbert Nowotsch (Fachhochschule Münster)
Imbiss
III. Öffentlicher Abendvortrag (Mittwochsgespräch)
20.00 Uhr - 21.30 Uhr
Der 9. November im 20. Jahrhundert
Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer (Universität Münster)
INFO
Veranstalter:
Villa ten Hompel, Münster
in Kooperation mit:
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster
Katholische Akademie Franz-Hitze-Haus, Münster
Anmeldung bis zum 30. Oktober 2008 bei:
Thomas Köhler
Geschichtsort Villa ten Hompel, Münster
0251 - 492-7101
0251 - 492-7918
E-Mail: tenhomp at stadt-muenster.de
URL: www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel