[WestG] [KONF] Tagung: "werben fuer strom 1890 - 2010", Recklinghausen, 04.-06.06.2009

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Okt 28 10:43:01 CET 2008


Von: "Forum Geschichtskultur"  <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 27.10.2008, 10:50
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"


TAGUNG

Tagung: "werben für strom 1890 - 2010"

Veranstalter: Umspannwerk Recklinghausen, 
Museum Strom und Leben und Gesprächskreis Technikgeschichte

Datum: 4. bis 6. Juni 2009
Ort: Umspannwerk Recklinghausen, Museum Strom und Leben
deadline: 30. Januar 2009


"Einfach", "lekker", "gelb", so werben 
Energieversorgungsunternehmen für elektrischen Strom, ein 
immaterielles Produkt. Assoziativ steht Strom auch für 
Familienglück und ein bequemes Leben durch elektrische und 
elektronische Geräte. "Strom kann alles", Strom ist "sauber", 
"sicher" und "günstig". Strom ist ein Markenprodukt geworden.

Mit der Nutzung der elektrischen Beleuchtung beginnt am Ende des 
19 Jahrhunderts eine lange fast 100 jährige Phase der 
Elektrifizierung. Elektroindustrie und 
Energieversorgungsunternehmen etablieren sich als neue Branche, 
die durch Verkaufshilfen nach Absatzmöglichkeiten sucht. Neben 
der Einführung der Ratenzahlung konzentrieren sich die Akteure 
auf Werbung mit dem Ziel, über den Verkauf von Haushaltsgeräten, 
Elektromotoren und landwirtschaftlichen Geräten Elektrizität 
flächendeckend anzuwenden. Entweder wirbt man direkt für 
Elektrizität oder aber für den Kauf von Elektrogeräten.

Der Einsatz moderne Medien für die Werbung symbolisieren den 
Fortschritt, mit dem Strom assoziiert wird. Deren Bandbreite 
reicht vom persönlichen Verkaufsgespräch sowie den 
Versuchsküchen bis hin zur Plakat-, Radio- und Fernsehwerbung.

In den 1970er Jahren findet eine tiefgreifende Zäsur statt. Die 
Elektrifizierung ist weitgehend abgeschlossen und die 
Zusammenarbeit der Energieversorgungsunternehmen mit Unternehmen 
der Elektroindustrie verliert für beide Seiten an Bedeutung. 
Gesellschaftliche Diskussionen um Kernenergie und Umweltschutz 
bestimmen nun die Inhalte der Werbung, die Teil des Marketings 
und der Unternehmenskommunikation wird. Einzelne Werbegrafiker 
werden zunehmend durch Werbeagenturen abgelöst und auch das 
ästhetische Erscheinungsbild gedruckter Medien ändert sich 
aufgrund moderner Herstellungsverfahren.

Mit dem Liberalisierungsgesetz ist 1998 in Deutschland eine 
weitere Zäsur zu verzeichnen. Es entstehen erste Strom-Marken 
und unter den Energieversorgungsunternehmen treten neue - 
internationale - Anbieter auf dem deutschen Markt auf. Durch 
Medien wie das Internet, Werbemittel mit Logo und durch 
zahlreiche Sponsoring-Aktionen in den Bereichen Sport, Soziales 
und Kultur positionieren sich die Unternehmen in Deutschland. 
Bilder, die das Produkt "Strom" symbolisch zum Ausdruck bringen, 
treten jedoch zugunsten der vielfältigen Kommunikation der 
Unternehmen zurück.

Welche Bedeutung haben nun Werbung bzw. Marketing für die 
Durchsetzung von Elektrizität, den Konsum oder für die 
Herausbildung einzelner Strom-Markenprodukte? Ist darauf eine 
schnelle und breite Akzeptanz von Elektrizität zurückzuführen? 
Welche Botschaften werden vermittelt und wie sieht die 
"historische Realität aus?

Zu diesen und weiteren Fragen laden die Veranstalter zu Referaten 
oder Projektvorstellungen ein, insbesondere zu Themen
- der Elektrifizierung der Landwirtschaft, des Kleingewerbes oder 
der Haushalte
- der Werbung/des Marketing unter mediengeschichtlichen, kunst- 
und kommunikationswissenschaftlichen Aspekten,
- gesellschaftlicher und politischer Einflüsse auf Werbung
- der Kommunikation von Strom im internationalen Kontext

Interessierte ReferentInnen werden gebeten, bis zum 
30. Januar 2009 ein Exposé einzureichen.

Die Tagung im Umspannwerk Recklinghausen - Museum Strom und 
Leben - findet in Vorbereitung einer Ausstellung mit Katalog für 
die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 statt und ist 
gleichzeitig das 28. Jahrestreffen 2009 des Gesprächkreises 
Technikgeschichte.


INFO

Kontakt:
Regina Weber, M.A.
Umspannwerk Recklinghausen, Museum Strom und Leben
Uferstr. 2-4
45663 Recklinghausen
Tel.: 02361-382216
Fax: 02361-382215
E-Mail: regina.weber at rwe.com