[WestG] [AKT] "Das Schweigen der Quandts". Ein Film, eine Batterienfabrik und die Stadt Hagen, Hagen, 30.10.2008

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Okt 27 11:27:42 CET 2008


Von: "Historisches Centrum Hagen" <info at historisches-centrum.de>
Datum: 26.10.2008, 11:05 


AKTUELL

"Das Schweigen der Quandts"
Ein Film, eine Batterienfabrik und die Stadt Hagen.
Historisches Centrum Hagen
30. Oktober 2008, 19 Uhr

Die im September 2007 erstmalig im ARD gesendete Dokumentation 
"Das Schweigen der Quandts" des Norddeutschen Rundfunks führte 
zu Diskussionen über die Verantwortung einer Unternehmerfamilie 
für den Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlinge während des 
Zweiten Weltkriegs. In der Stadt Hagen liegt das 1887 gegründete 
"Stammwerk" der früheren Accumulatoren Fabrik Berlin-Hagen 
Aktiengesellschaft (AFA), die spätere Varta Batterie AG. 1922 
erhielt der Unternehmer Günther Quandt die Aktienmehrheit an der 
AFA. Quandt, der im "Dritten Reich" zum Wehrwirtschaftsführer 
ernannt wurde, baute die AFA zu einem leistungsfähigen 
Batteriekonzern aus, der die bereits vor dem Ersten Weltkrieg 
vorhandene wichtige Position auf dem Weltmarkt zurückgewinnen 
konnte.

Im Zweiten Weltkrieg fertigte die AFA in ihren größeren Werken 
Hagen, Hannover, Wien und Posen neben U-Boot- und 
Torpedobatterien auch Batterien für Kampfflugzeuge und Raketen. 
Als "Leitfertigungsstelle", die Rüstungsprogramme innerhalb des 
Konzerns koordinierte und steuerte, sowie als Sitz des 
Zentrallabors und Erprobungsabteilung war das Werk in Hagen 
besonders wichtig für die AFA. Gleichzeitig unterstützte das 
Werk in Hagen direkt die Operationen der deutschen U-Boote durch 
die Reparatur und den Ersatz von Batteriezellen. Die "Schlacht 
im Atlantik" gegen die alliierte Schifffahrt warf ihren Schatten 
auch auf die westfälische Großstadt Hagen. Seit 1942 arbeiteten 
in den Betrieben der AFA zahlreiche ausländische Zwangsarbeiter 
und ab dem folgenden Jahr auch Häftlinge aus 
Konzentrationslagern.

Eric Friedler erhielt am 16. Oktober 2008 für die Dokumentation 
"Das Schweigen der Quandts" den renommierten 
Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus. Barbara 
Siebert ist Mitautorin der Dokumentation und war ein mehreren 
bekannten TV-Produktionen maßgeblich beteiligt. Dr. Ralf Blank 
untersuchte u.a. die Geschichte des Hagener Werks der 
Accumulatoren Fabrik AG im "Dritten Reich" in seiner im 
Klartext-Verlag Essen im Oktober 2008 erschienenen Studie über 
den Zweiten Weltkrieg in Hagen.

Die Veranstaltung präsentiert den Dokumentarfilm "Das Schweigen 
der Quandts" sowie neue Forschungsergebnisse über die 
Rüstungsproduktion und den Einsatz von Zwangsarbeitern bei der 
AFA. Anschließend besteht die Möglichkeit zu einer Diskussion 
mit dem Redakteur und Journalisten Eric Friedler vom NDR und mit 
Dr. Ralf Blank vom Historischen Centrum Hagen.

Barbara Siebert ist Autorin, Journalistin und Filmemacherin. 
Eric Friedler ist Redakteur in der Abteilung Fernsehfilm, 
Spielfilm und Theater beim Norddeutschen Rundfunk, Dr. Ralf 
Blank leitet die Abteilung Geschichte und Archäologie im 
Historischen Centrum Hagen.

Kosten: frei 


INFO

Historisches Centrum Hagen
Eilper Strasse 71-75
58091 Hagen
Tel.: 02331 207 2740
URL: www.historisches-centrum.de