[WestG] [AUS] Westfalen in der Bronzezeit: Ausstellung und oeffentlicher Vortrag, Herne, 16.10.-16.11.2008

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Okt 15 10:46:19 CEST 2008


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 15.10.2008, 10:40


AUSSTELLUNG

Westfalen in der Bronzezeit
Ausstellung und öffentlicher Vortrag

Im LWL-Museum für Archäologie in Herne dreht sich ab dem 16. 
Oktober alles um die Bronzezeit. Der Landschaftsverband 
Westfalen-Lippe (LWL) präsentiert bis zum 16.11.2008 die 
Studioausstellung "Westfalen in der Bronzezeit". Dazu ist ein 
reich bebildertes Buch erschienen, das einen umfassenden 
Überblick über die Zeit zwischen 2000 und 800 v. Chr. bietet. 
Anlass ist ein internationales Kolloquium im Archäologiemuseum. 
Bis zum 18. Oktober diskutieren 150 Wissenschaftler aus elf 
Ländern über "Gräberlandschaften der Bronzezeit" und stellen 
ihre neuesten Forschungen vor.

Was geschah in Westfalen zur Zeit von Stonehenge, des 
Trojanischen Krieges und als Tut-Ench-Amun Pharao in Ägypten 
war? Die LWL-Archäologen zeigen in der Studioausstellung 
"Westfalen in der Bronzezeit" mehr als 100 Funde, die vom Leben 
und Sterben der Menschen in der Region zwischen 2000 und 800 v. 
Chr. erzählen: Rasiermesser und Schwerter, Gewandspangen, Dolche 
und Beile. In dieser Zeit war Bronze, eine Legierung aus 90 
Prozent Kupfer und zehn Prozent Zinn, das vorherrschende Metall 
- was den Ausschlag für den Namen dieses Abschnittes der 
Menschheitsgeschichte gab.

Der Besucher sieht in der Ausstellung den "Arbeitsplatz" eines 
Archäologen: ein Regal voll gestellt mit Tongefäßen, einen mit 
Haarnadeln und Schmuck gefüllten Schrank und einen Schreibtisch 
mit bronzenen Waffen. Diese Inszenierung zeigt die Masse der 
Überbleibsel und ihre unterschiedlichen Formen. Und sie 
verdeutlicht, dass längst nicht alle Gegenstände in der 
Bronzezeit aus Bronze bestanden.

In einzelnen Vitrinen präsentiert die LWL-Archäologie für 
Westfalen besondere Funde. So hat ein 3500 Jahre alter Dolch aus 
Petershagen-Hävern (Kreis Minden-Lübbecke) über die Jahrtausende 
seine goldene Farbe bewahrt. Die Waffe stammt aus einem Kiesbett 
der Weser und ist eventuell einem Flussgott geopfert worden.

In einer weiteren Vitrine sieht der Besucher die fast 3000 Jahre 
alten Grabbeigaben eines Mädchens aus Rheda-Wiedenbrück (Kreis 
Gütersloh). Sie umfassen zwei Bronzeringe und fünf 
Bronzeröhrchen von ihrer Tracht, ein Messer sowie ein 
Bronzebecken mit zwei rechteckigen Ösen, dessen Funktion bisher 
ungeklärt ist.

Eine ein Zentimeter kleine Goldspirale aus Bad 
Wünnenberg-Leiberg (Kreis Paderborn) weist auf einen sehr 
wohlhabenden Besitzer hin. Sie ist eine Rarität, weil sie aus 
Gold besteht und weil die Verstorbenen meist nur Nadeln oder 
Spangen aus Bronze trugen, die ihre Kleidung zusammenhielten.

Anlass für die Ausstellung ist das internationale Kolloquium 
"Gräberlandschaften der Bronzezeit", zu dem sich 150 
Wissenschaftler aus 11 Ländern vom 15. bis 18.Oktober 2008 im 
Archäologiemuseum in Herne versammeln. Sie diskutieren ihre 
aktuellen Forschungen über diesen wichtigen Zeitabschnitt, in 
dem die Menschen dazu übergingen ihre Toten zu verbrennen und in 
dem sich die ersten Fernhandelswege durch den ganzen Kontinent 
bildeten.

Solche Aspekte der neuen europaweiten Mobilität und 
Kommunikation einerseits und der Bewahrung der regionalen 
Eigenständigkeit andererseits beleuchtet Prof. Dr. Albrecht 
Jockenhövel von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster 
am 15. Oktober um 20 Uhr in dem öffentlichen Festvortrag 
"Bronzezeit - Interaktion und regionale Identität".

Zu der Ausstellung und dem Kolloquium ist ein 180-seitiges, 
reich bebildertes Buch zum Preis von 17,50 Euro erschienen. Es 
gibt einen umfassenden Überblick über die Bronzezeit in 
Westfalen mit den aktuellen Forschungsergebnissen der 
Archäologen und besonderen Funden.

Termine und Kosten: Westfalen in der Bronzezeit: 
Studioausstellung vom 16.10.-16.11.2008. Zu zahlen ist nur der 
Museumseintritt: Erwachsene 3,50 Euro, 6- bis 17-Jährige 2 Euro,
Familien 8 Euro.

Bronzezeit - Interaktion und regionale Identität: Öffentlicher 
Vortrag von Prof. Dr. Albrecht Jockenhövel, 15.10.2008, 20 Uhr, 
Vortragssaal des LWL-Museums für Archäologie, Eintritt frei.

Westfalen in der Bronzezeit: Begleitbuch, herausgegeben von 
Daniel Bérenger und Christoph Grünewald, ISBN 978-3-8053-3932-2, 
180 Seiten mit 225 Abbildungen, Münster 2008, 17,50 Euro.

Gräberlandschaften der Bronzezeit: Internationales Kolloquium, 
veranstaltet von der LWL-Archäologie für Westfalen und der 
Bronzeit-Gesellschaft in Frankreich (APRAB), 15.-18.10.2008, im 
LWL-Museum für Archäologie.


INFO

LWL-Museum für Archäologie,
Europaplatz 1
44623 Herne
Tel.: 02323 94628-0
URL: http://www.lwl-landesmuseum-herne.de.

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr, 
Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag,
 Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr

Geschlossen am 24., 25., 31.12. und am 1.1.