[WestG] [AKT] Pastorale Konzepte, Froemmigkeit und Bildungsoffensive am Ende des 18. Jahrhunderts, Herzebrock-Clarholz, 13.11.2008
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Nov 13 10:43:05 CET 2008
Von: "Westfälische Landesgeschichte" <landesgeschichte at
uni-muenster.de>
Datum: 12.11.2008, 12:59
AKTUELL
Kirchengeschichte in der Zehntscheune XVI
Die katholische Aufklärung in Westfalen -
Pastorale Konzepte, Frömmigkeit und Bildungsoffensive am
Ende des 18. Jahrhunderts.
13.11.2008, Eintritt jeweils 3 Euro
(In Zusammenarbeit mit der VHS Reckenberg-Ems)
Moderation Prof. Dr. Werner Freitag
Das Zeitalter der Aufklärung, also die zweite Hälfte des 18.
Jahrhunderts, wird oft als kirchen- und glaubensfern
beschrieben. Doch auch in den Konfessionskirchen hatte der
Umgang mit der Vernunft Konjunktur. Sich des Verstandes zu
bedienen, hieß seitens der Kirchen, Traditionen, Normen und
Dogmen zu hinterfragen. Gott sollte im "Geist und in der
Wahrheit" (Johannes 4,24) angebetet werden. Dieser Prozess der
Aufklärung lässt sich auch für das katholische Westfalen
nachzeichnen.
In den damaligen Fürstbistümern Münster und Paderborn sowie im
kurkölnischen Sauerland setzte in Zeitschriften, Büchern,
Reisebeschreibungen und in aufgeklärten Gesellschaften eine rege,
auch und gerade von Klerikern geführte Diskussion ein, ob und
wie Vernunft und Offenbarung zu vereinbaren seien. Insbesondere
der überkommenen Volksfrömmigkeit standen Bistumsspitze und
viele Kleriker skeptisch gegenüber.
In den vier Vorträgen sollen die Themenfelder der katholischen
Aufklärung in Westfalen dargestellt werden. Es geht also um den
aufgeklärten Absolutismus der geistlichen Fürsten in Westfalen;
um die neuen Erziehungsideale, wofür die Namen Fürstenberg und
Overberg stehen. Ferner behandeln die Vorträge das aufgeklärte
Priesterbild, weg vom Kultpriester hin zum Förderer
innerweltlicher "Tugend". Und es geht um die Auswirkungen der
Aufklärung auf die Volksfrömmigkeit und den Alltag in der
Pfarrei. Wie reagieren die Gläubigen auf die Wahllfahrtsverbote
ihrer Bischöfe, auf die verordnete Distanz gegenüber den
Heiligen und ihren Bildern? Was kam von den Bildungsimpulsen in
den Dorfschulen tatsächlich an?
INFO
Vortragsübersicht:
Donnerstag, 13. November 2008, 19.30 Uhr
Zehntscheune Clarholz
Raum 1
Zwischen Gemeinde und Pfarrer.
Die Dorfküster und die Bildungsoffensive der Aufklärungszeit
Prof. Dr. Werner Freitag / Sabine Kötting, M.A.