[WestG] [AKT] Muensters LWL-Archaeologen verlassen die Rothenburg: Neues Domizil ist die Speicherstadt in Coerde
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Nov 6 11:09:07 CET 2008
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 05.11.2008, 15:04
AKTUELL
Münsters LWL-Archäologen verlassen die Rothenburg
Neues Domizil ist die Speicherstadt in Coerde
Die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL)
und die Altertumskommission für Westfalen haben nach 38 Jahren
den Standort an der Rothenburg in Münster verlassen. Nahezu 50
Lkw-Ladungen rollten in den vergangenen zwei Wochen aus der
Innenstadt in Richtung Speicherstadt in Münster-Coerde. Für die
43 Beschäftigten aus der Zentrale, der Provinzialrömischen und
der Mittelalterarchäologie sowie der Altertumskommission mietet
der LWL gut 2.800 Quadratmeter Bürofläche an. Das neue Domizil
auf dem ehemaligen Militärgelände ist ein umgebauter
Silospeicher (An den Speichern 7).
"Fast 20 Jahre nach dem Beschluss, den Standort in der Nähe des
Doms dem LWL-Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte zu
überlassen, ist das Projekt nun beendet", so Dr. Christoph
Grünewald, kommissarischer Leiter der LWL-Archäologie für
Westfalen, aus dem Fenster seines neuen Büros im vierten Stock
blickend. Knapp 2.500 Umzugskartons haben er und seine
Mitarbeiter in den letzten Tagen ausgepackt. Ihre Büros
verteilen sich über vier Etagen des unter Denkmalschutz
stehenden Gebäudes, den Landschaftsverband kostete der Umzug
260.000 Euro.
"Unser neues Schmuckstück ist die zweigeschossige Bibliothek",
betont Grünewald. Sie sei viel geräumiger eingerichtet als
zuvor. Neben dem aktuellen Bestand von 40.000 Bänden bestehe
ausreichend Platz für die Anschaffungen der nächsten fünf bis
sieben Jahre. Den Benutzern stünden jetzt moderne Arbeitsplätze
mit Computern, auch für die Internet-Recherche zur Verfügung.
"Mit dem alten Förderband, das im Dachgeschoss erhalten
geblieben ist, befindet sich sogar noch ein Stück
Stadtgeschichte in der Bibliothek", so Grünewald.
Im Jahr 1991 beschloss die Landschaftsversammlung des LWL, die
Schausammlung des damaligen Museums für Archäologie nach Herne
zu verlagern. Der 2003 eröffnete Neubau beherbergt 4000
Quadratmeter Ausstellungsfläche. Im gleichen Jahr verlagerte die
LWL-Archäologie das zentrale Magazin, das Fotolabor sowie die
Dokumentations- und Restaurierungswerkstätten nach
Münster-Coerde. "Nun wünschen wir uns, dass mittelfristig auch
unsere Außenstelle am Bröderichweg, die für die Belange der
Archäologischen Denkmalpflege im Regierungsbezirk Münster
zuständig ist, in die Speicherstadt umzieht. Dann gäbe es in
Münster einen gemeinsamen Standort der LWL-Archäologie für
Westfaeln", sagt der LWL-Chefarchäologe.
Das neue Gebäude in der Speicherstadt baute die
Westfälisch-Lippische Vermögensverwaltungsgesellschaft (WLV)
zwischen März 2007 und Oktober 2008 um. In dem Speicher befanden
sich zwölf Siloanlagen, die vom Erdgeschoss bis zum Dach
reichten. Aus diesem Grund waren weder Zwischendecken im Gebäude
noch Fenster an den Ost- und Westfassaden vorhanden. Neben der
Verteilungsanlage im Dachgeschoss integrierte der Bauherr die
früheren Trichter der Silos in die Decken im Erdgeschoss. Trotz
der Denkmalschutzauflagen, gelang es, beim Bau den
Niedrigenergiehausstandard - und damit geringe Betriebskosten -
zu realisieren.
Die LWL-Archäologie für Westfalen besteht aus der
Archäologischen Denkmalpflege sowie drei Museen in Herne,
Haltern und Paderborn. Sie hat ihre Zentrale in Münster. Die
Mitarbeiter erforschen und dokumentieren, sichern und bewahren
die Spuren von Menschen, Tieren und Pflanzen, die im Boden
erhalten geblieben sind, als oftmals einzige Zeugen der
Vergangenheit. Den Bürgern vermitteln sie ihre Arbeitsergebnisse
zur Geschichte Westfalens vor Ort und in den Museen. In
Westfalen sind rund 29.000 paläontologische und archäologische
Fundstellen bekannt. Davon sind 2.500 als Bodendenkmäler unter
Schutz gestellt.