[WestG] [AKT] ] Vortraege im Historischen Centrum Hagen, Hagen, 26.05./05.06.2008
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Mai 19 10:57:04 CEST 2008
Von: "Historisches Centrum Hagen" <info at historisches-centrum.de
Datum: 19.05.2008, 10:24
AKTUELL
Die Blätterhöhle in Hagen.
Eine bedeutende Fundstelle der Steinzeit in Europa.
Veranstaltungsort:
Historisches Centrum Hagen
Eilper Str. 71 - 75,
58091 Hagen
26. Mai 2008, 19:00
PD Dr. Jörg Orschiedt, Historisches Centrum Hagen
Die im Frühjahr 2004 in der Blätterhöhle in Hagen enteckten
Überreste von Menschen aus der Frühen Mittelsteinzeit gehören zu
den ältesten Belegen anatomisch moderner Menschen aus der
Nacheiszeit in Europa. Mit einem Alter von rund 10.700 Jahren
sind sie derzeit auch die frühesten Skelettfunde moderner
Menschen im Ruhrgebiet und in Westfalen. Doch auch die in der
Blätterhöhle entdeckten Überreste von Menschen aus der
Jungsteinzeit vor rund 5.600 Jahren zählen wegen ihrer
Fundsituation zu den Aufsehen erregenden archäologischen Funden.
Die Blätterhöhle als archäologische Fundstätte ist aus
verschiedenen Gründen interessant. Durch einen Felsabsturz wurde
sie bereits während der Steinzeit verschlossen: Sie bietet daher
eine nahezu unberührte Überlieferung der in ihr erhaltenen
Befunde. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden zahlreiche bedeutende
Fundhöhlen in Deutschland systematisch ausgeräumt. Dabei wurden
auch die Fundschichten, die zum Teil bis in die Zeit der
Neandertaler vor rund 100.000 Jahren zurück verfolgt werden
können, zerstört.
Der umfangreich illustrierte Vortrag gibt einen detaillierten
Überblick über die bisherigen Ergebnisse, die Funde und die
wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie über die laufenden
Grabungen.
PD Dr. Jörg Orschiedt ist Projekt- und Grabungsleiter
Blätterhöhle im Historischen Centrum Hagen.
Frühe Rohstoffgewinnung und Bergbau am Nordrand
des rechtsrheinischen Mittelgebirges.
Veranstaltungsort: Historisches Centrum Hagen
Eilper Str. 71 - 75,
58091 Hagen
5. Juni 2008, 19:00
Prof. Dr. Thomas Stöllner, Ruhr-Universität Bochum
Rohstoffe für die Herstellung von Steinwerkzeug wurden bereits
in der Steinzeit bergmännisch abgebaut und weit verhandelt.
Gerade im Raum Hagen fanden sich unterschiedliche Werkzeuge, die
aus jungsteinzeitlichen Bergwerken im heutigen Frankreich, in
Belgien, in den Niederlanden und in Süddeutschland stammen.
Gegen Ende der Jungsteinzeit wurden Metallerze, vor allem Kupfer
und Zinn, aus denen Bronze gegossen wurde, immer wichtiger.
Die rechtsrheinischen Mittelgebirgslagen haben aufgrund ihres
vielfältigen Rohstoffreichtums eine bewegte und dynamische
Geschichte. Der Vortrag spannt einen Bogen von den ältesten
Perioden bis zum Bergbau des ausgehenden Mittelalters. Dabei
wird die Bedeutung unterschiedlicher Rohstoffe in verschiedenen
Zeitaltern beleuchtet. Salz, Silber, Kupfer, Blei und Eisen
spielen mithin eine besondere Rolle.
In engem Zusammenhang mit der Rohstoffgewinnung müssen auch
Siedlungs- und Wirtschaftsstrategien gesehen werden. Vereinzelte
Ansammlungen von Menschen bis hin zu flächigen Kolonisierungen
bestimmten die Siedlungsstrukturen im betroffenen Raum.
Prof. Dr. Thomas Stöllner ist Lehrstuhlinhaber für Ur- und
Frühgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum sowie Leiter des
Fachbereiches Montanarchäologie am Deutschen Bergbau-Museum in
Bochum.
INFO
Historisches Centrum Hagen
Stadtmuseum / Stadtarchiv
Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen
Eilper Strasse 71-75
58091 Hagen
Tel.: (0)2331 207 2740
Fax: (0)2331 207 2447
URL: www.historisches-centrum.de
URL: www.museum-werdringen.de