[WestG] [TV/R] Bilderbuch Deutschland: Bochum, WDR, 14.05.2008
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Do Mai 1 16:03:03 CEST 2008
Von: "Lernzeit" <Lernzeit at WDR.DE>
Datum: 30.04.2008, 19:11
TV / RADIO
Mittwoch, 14. Mai 2008
Bilderbuch Deutschland
14.15 - 15 Uhr, WDR Fernsehen
Bochum - Blume im Revier
Bochum versteht es, Kontraste zu schaffen: der Taubenzüchter und der Ministerpräsident, der Kumpel und der Modefabrikant, der Landwirt als "Headgreenkeeper". Das Bilderbuch zeichnet die Facetten einer Stadt und ihrer Menschen zwischen Strukturwandel und Nostalgie.
"Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser als man glaubt." Herbert Grönemeyers Liebeserklärung an seine Heimatstadt ist längst zu Bochums Lokalhymne geworden und wird vor jedem Heimspiel des VFL enthusiastisch gesungen, von den Fans in der Ostkurve bis zum Bochumer Jungen Wolfgang Clement auf der Ehrentribüne: "Bochum, ich komm aus dir. Bochum, ich häng an dir, Glück auf, Bochum!"
Rekorde in der Kohle- und Stahlproduktion haben die "Blume im Revier" ebenso geprägt wie Wirtschaftskrisen und das große Zechensterben. Der Stolz der Bochumer auf das Geschaffene ist ungebrochen und der zähe Kampf ums Überleben hat Tradition. "Hier, wo das Herz noch zählt, nicht das große Geld." Auf Kohle und Stahl folgten Autos und Akademiker, Fabrikhallen wandelten sich zu Konzertsälen, und die Industriekathedralen von einst wurden unter Denkmalschutz gestellt, wie andernorts Schlösser und Burgen.
Bochum entdecken, heißt immer wieder auf Kohle zu stoßen, ohne sie überhaupt noch zu sehen. Auf Zeche Prinz Regent spielen heute die Bochumer Symphoniker, über den Stollen von Zeche Gibraltar finden die Golfer das schönste Loch Nordrhein-Westfalens, und auf Zeche Hannover ist Deutschlands erstes Kinder-Bergwerk entstanden: Wo die Kumpels das schwarze Gold zu Tage förderten, wird heute im Mini-Pütt Kies abgebaut. Kirchen mit einer 1000-jährigen Baugeschichte, kostbare romanische Wandmalereien und hochrangige moderne Stahlplastik, die heftige Kontroversen ausgelöst hat.
Film von Martina Müller
Erstsendung ARD/WDR: 31.12.2006