[WestG] [AKT] Vortrag: Wilhelm von Reden und der schlesische Eisenkunstguss, 19.04.2008, Witten-Bommern
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Mär 14 10:32:28 CET 2008
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 13.03.2008, 11:50
AKTUELL
Friedrich Wilhelm von Reden und der schlesische Eisenkunstguss
Vortrag im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Kunst und Industrie - im 19. Jahrhunderts eine seltene
Verbindung, die sich im schlesische Eisenkunstguss jedoch zu
einem interessanten Kunstgewerbe entwickelte. Zu einem
Lichtbildvortrag über Vielseitigkeit und die faszinierenden
Produkte dieses Kunstgewerbes lädt der Landschaftsverband
Westfalen-Lippe (LWL) am Mittwoch, 19. März, in sein
Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten ein.
Der Vortrag von Dr. Idis B. Hartmann zur Sonderausstellung "Im
Auftrag Seiner Majestät" beginnt um 19 Uhr. Ab 18 Uhr besteht
die Möglichkeit zum Rundgang durch die Sonderausstellung. Der
Eintritt ist frei.
Friedrich Wilhelm Graf von Reden schuf als Direktor des
Oberbergamtes in Breslau in kurzer Zeit in Schlesien die
fortschrittlichste Montanregion Deutschlands, wenn nicht
Europas. Er setzte die erste Dampfmaschine auf dem Kontinent ein,
um das Grubenwasser zu heben, ließ den ersten Kokshochofen
anblasen und schuf schiffbare Stollen.
Im Eisen sah er den Werkstoff der Zukunft, nicht nur als
Baumaterial, sondern auch für Dinge des täglichen Gebrauchs wie
Pfannen und Töpfe, Lampen und Leuchter, Uhrständer und
Briefbeschwerer.
Der schlesische Industriepionier hatte aber auch Sinn für die
Kunst - eine reiche Sammlung von Graphiken, Gemälden, Porzellan
und Münzen aus dem Riesengebirge gehörte zu seinem Besitz und
rund um sein Landhaus Buchwald im Riesengebirge ließ er einen
vielbewunderten englischen Park anlegen.
Auf der Gleiwitzer Hütte errichtete er Kunstwerkstätten, um den
Sinn für schöne Formen zu fördern. Der schlesische
Eisenkunstguss entwickelte sich dadurch zum interessantesten
Kunstgewerbe des 19. Jahrhunderts.
"Selten gingen Kunst und Industrie eine so enge und fruchtbare
Verbindung ein. Kunst wagte sich in die Regionen des Gebrauchs
und wurde populär. Industrie wagte sich in die Regionen der
Kunst und leistete einen Beitrag zur Alltagskultur. Die Produkte,
die aus dieser Verbindung entstanden, waren schön, brauchbar
und für viele Menschen erschwinglich", so Hartmann.
Die künstlerische Gestaltung forderte den Techniker heraus, neue
Herstellungsverfahren zu entwickeln und zu verbessern, den
Künstler, ein aktuelles und qualitätvolles Design zu liefern, um
Massenprodukten die Qualität des Unikats zu geben. Der
Eisenschmuck, mit dem Graf von Reden eine Marktlücke schloss,
gehört zu den erstaunlichsten Produkten des schlesischen
Eisenkunstgusses.
Mit dem Vortrag von Hartmann endet die Vortragsreihe zur
Sonderausstellung "Im Auftrag Seiner Majestät - Die Reise des
Oberbergrats Friedrich Wilhelm von Reden von Oberschlesien ins
Ruhrtal", die noch bis zum 29. Juni im LWL-Industriemuseum Zeche
Nachtigall zu sehen ist.
INFO
LWL-Industriemuseum
Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten-Bommern
Tel.: 02302 93664-0
Fax: 02302 93664-22
E-Mail: Zeche-Nachtigall at lwl.org