[WestG] [AKT] Filmraritaet "Bringt Eure Koepfe mit" im LWL-Industriemuseum, 11.03.2008, Dortmund
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Mär 11 10:16:34 CET 2008
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 10.03.2008, 15:38
AKTUELL
Filmrarität im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern:
"Bringt Eure Köpfe mit!"
Begleitprogramm zur Ausstellung "Schichtwechsel"
Am morgigen Dienstag, 11. März, präsentiert der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem
Industriemuseum Zeche Zollern um 19.30 Uhr ein echte
Filmrarität. Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung
"Schichtwechsel.
Die Kohlenkrise an der Ruhr" wird Paul Hofmann von der
Kinemathek im Ruhrgebiet den 1968 gedrehten Film "'Bringt Eure
Köpfe mit!' Das Ruhr-Revier nach dem Ende der Steinkohlenzeit"
zeigen und fachkundig kommentieren.
Der Schwarz-Weiß-Film unter Regie von Wilhelm Bitdorf zeigt eine
sozialkritische Momentaufnahme des Ruhrgebietes, das sich auf
dem Höhepunkt der Kohlenkrise befindet. 1968 ist der dramatische
Umbruch des Reviers. Tausende Bergleute sind arbeitslos, gerade
ist die Zeche "Graf Bismarck" in Gelsenkirchen trotz saftiger
Gewinne des Bergwerks gegen den heftigen Widerstand der
Bevölkerung geschlossen worden.
Schon stehen "Pluto" und "Hansa" zur Schließung an. Ein halbes
Jahr zuvor ist Alfried von Krupp, der letzte Alleininhaber eines
kränkelnden Industrie-Imperiums gestorben. Der Umbau der
Bergwerke zur Einheitsgesellschaft Ruhrkohle AG steht bevor.
Mit harten Kontrasten zeichnet der Film die Gegensätze des
Reviers nach, die nirgendwo so eng beieinander liegen wie hier.
Schwarze Fahnen und Schweigemärsche neben flotten Modenschauen
im Kumpel-Milieu. Jugendliche auf vergeblicher Suche nach
Arbeitsplätzen, gleichzeitig Andrang in lärmenden Diskotheken.
Arbeitslose beim Empfang ihres Stempelgeldes, während
Zechendirektoren in großen Limousinen zum Deutschen
Steinkohletag in Essen vorfahren. Oben und unten liegen nah
beieinander. Wer bezahlt für die Krise? Arbeitslose Bergleute
und Hüttenarbeiter geben Antworten.
Der Film erlebte seine Premiere erst zehn Jahre nach der
Entstehung. Politisch unliebsame Szenen sorgten dafür, dass er
sofort in den Archiven verschwand. Erst 1978 ist der knapp
60-minütige Film im Rahmen der Westdeutschen Kurzfilmtage in
Oberhausen uraufgeführt worden.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.
INFO
LWL-Industriemuseum
Zeche Zollern
Grubenweg 5
44388 Dortmund
Tel.: 0231 6961-211
Fax: 0231 6961-114
E-Mail: Zeche-Zollern at lwl.org