[WestG] [AUS] LWL-Museen zeigen 29 Ausstellungen
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Dez 8 10:47:34 CET 2008
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 05.12.2008, 12:20
AUSSTELLUNG
LWL-Museen zeigen 29 Ausstellungen:
Von der Varusschlacht über Schuhticks und Bischof Meinwerk bis
zur eiskalten Leidenschaft
Die 17 Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL)
planen für das kommende Jahr 25 neue Sonderausstellungen:
2009 jährt sich die Varusschlacht zum 2000. Mal. Das
Ausstellungsprojekt IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre
Varusschlacht, widmet sich dem Geschehen des Jahres 9 nach
Christus und wird dieses Thema in drei Museen an drei
Originalschauplätzen aufbereiten. Von Mai bis Oktober 2009
werden hochkarätige Ausstellungen an den drei
Originalschauplätzen Haltern am See (IMPERIUM), Kalkriese
(KONFLIKT) und Detmold (MYTHOS) mit Exponaten von Weltgeltung
unterschiedliche Facetten des historischen Geschehens
beleuchten. Die römischen Militäranlagen von Haltern gehören zu
den wichtigsten und am besten erforschten Komplexen des Imperium
Romanum zur Zeit des Augustus.
Vor diesem Hintergrund wird sich das LWL-Römermuseum Haltern in
der Zeit vom 16. Mai bis 25. Oktober dem Imperium auf dem
Höhepunkt seiner Macht zuwenden, mit der Kunst, Kultur und
Propaganda zur Zeit des römischen Kaisers Augustus. Die
politischen und militärischen Folgen der Varusschlacht für die
antike Welt im Allgemeinen und die römische Außenpolitik im
Besonderen werden dabei ebenso nachgezeichnet wie Schauplätze
und Lebensweg des namensgebenden Protagonisten der Schlacht:
Publius Quinctilius Varus.
Das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster
feiert noch bis zum 11. Januar mit der Ausstellung "Orte der
Sehnsucht. Mit Künstlern auf Reisen" das 100-jährige Jubiläum
des Museumsgebäudes am Domplatz. Die Ausstellung untersucht
anhand von rund 550 Exponaten das Phänomen der Künstlerreise.
Darunter sind Werke von Albrecht Dürer, Peter Paul Rubens,
August Macke, Paul Klee, Paul Gauguin und Vincent van Gogh.
Wegen des Um- und Neubaus bleibt das Museum in der Zeit vom 12.
Januar bis zum 22. August geschlossen, mit einer Ausnahme: Für
die Ausstellung "Aufriss" öffnet das LWL-Museum ab dem 4. April
für 14 Tage seine Pforten. Vor dem Abriss, der Ende April
beginnt, verwandeln Kunststudenten aus Münster und Gastkünstler
den leergeräumten Museumsbau von 1970 in ein lebendiges
Raum-Labor. Mit Rauminstallationen fragen die Künstler nach dem
Raum und der Zeit des Ortes.
"Ernst Max lässt grüßen" heißt die erste Ausstellung nach der
Wiedereröffnung des Altbaus. In der Zeit vom 27. September 2009
bis 10. Januar 2010 präsentiert der in Münster aufgewachsene
Filmemacher Peter Schamoni Werke seines Freundes Max Ernst,
Filminstallationen und Raumgestaltungen.
Woher kommen wir? Was macht uns zu dem, was wir sind? Und wie
sieht unsere Zukunft aus? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die
Ausstellung "Vom Faustkeil zum Mikrochip - Evolution des
Menschen", die das LWL-Museum für Naturkunde in Münster ab dem
20.Mai 2009 zeigt. Dabei gewährt die Rekonstruktion einer
400.000 Jahre alten Hütte Einblicke in den Alltag einer
Urmenschenfamilie. Außerdem zeigt die Ausstellung Funde, die
noch Rätsel aufgeben, wie zum Beispiel der erst 2003 in
Indonesien entdeckte "Hobbit", der nur ein Meter groß war.
Unter dem Titel "Wo Erde und Himmel sich berühren", zeigt das
Museum in der Zeit vom 1. Oktober 2009 bis zum 15. Januar 2010
die 100 Werke des Vogelmalers Lars Jonsson. Die Ausstellung, die
das Museum für Mensch und Natur in Oldenburg zusammengestellt
hat, zeigt erstmals das Werk des schwedischen Tiermalers in
Deutschland.
Noch bis Ende Mai 2009 stellt die Ausstellung "Alles für die
Katz'" zahme Stubentiger und ihre 37 Arten umfassende wilde
Verwandtschaft vor. Dabei können die Besucher an Duftstationen
die Sinne der Katzen erforschen, sie erfahren, warum Katzenaugen
nachts leuchten und was Katzen mit Erdmännchen und Kaffee
verbindet.
Die Kunst der Buchmalerei steht im Mittelpunkt der Ausstellung
"Faksimile", die das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur in
Lichtenau-Dalheim (Kreis Paderborn) von Mai bis September 2009
zeigt. Da die prachtvoll gestalteten mittelalterlichen
Handschriften sehr empfindlich sind, dürfen sie nur selten
gezeigt werden. Seit einigen Jahren können die Codices aber mit
dem Druckverfahren des Faksimile in hervorragender Qualität
wiedergegeben werden. Die Ausstellung präsentiert Faksimiles
ausgesuchter Handschriften von der Spätantike bis zur Neuzeit.
"Die verzauberte Welt des unbekannten Archäologen" hält Einzug
ins LWL-Museum für Archäologie in Herne. Die Ausstellung zeigt
in der Zeit vom 28. August bis Ende 2009 ausgewählte Kunstwerke
von Otmar Alt gemeinsam mit dazu passenden archäologischen
Funden. So bilden Kunst und Archäologie die Welt des unbekannten
Archäologen.
Die älteste Sandale Europas, Biedermeierstiefel, Schuhe von
Marlene Dietrich, Marilyn Monroe oder Jürgen Klinsmann - 400
Exponate erzählen in der Ausstellung "Schuhtick. Von kalten
Füßen und heißen Sohlen" (6. Dezember 2008 bis 5. Juli 2009 )auf
800 Quadratmetern die Geschichte und Geschichten von Schuhen.
Von der Fußbekleidung der Neandertaler über römische Sandalen
bis hin zu aktuellen Designerschuhen spannt "Schuhtick" einen
Bogen durch die Epochen und über Kontinente hinweg. Bisher
zeigte noch keine Ausstellung das Thema Schuhe in dieser Breite.
Zum 1000. Weihejubiläum des zehnten Paderborner Bischofs
Meinwerk, der nach Karl dem Großen als "zweiter Gründer
Paderborns" gilt, zeigt das Museum in der Kaiserpfalz in
Paderborn gemeinsam mit dem Diözesanmuseum Paderborn vom 23.
Oktober 2009 bis 21. Februar 2010 die Ausstellung "Für Königtum
und Himmelreich - 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn".
Die Bedeutung dieses prominenten Vertreters der
ottonisch-salischen Reichskirche für die Stadt Paderborn soll
anhand kostbarer Exponate aus deutschen und europäischen
Sammlungen ebenso vergegenwärtig wie den Besuchern vor Augen
geführt werden, in welch vielfältiger Weise ein geistlicher
Würdenträger in die politischen und kirchlichen Strukturen des
Reiches eingebunden war.
Unter dem Titel "Zeit ist Geld" lädt das LWL-Industriemuseum
Zeche Zollern in Dortmund bis zum 1. März 2009 zu einem Gang
durch die Welt der Arbeitszeitkontrolle ein. Er beginnt mit den
Wächtern in der Nacht, zeigt die Bedeutung der Fassaden- und
Turmuhren, führt ein in die komplizierte Technik und Funktion
der Kontrollapparate in der Arbeitswelt und thematisiert auch
die aktuelle Diskussion um die Verlängerung der
Lebensarbeitszeit.
Im Herbst wandert die Ausstellung ins LWL-Industriemuseum Zeche
Hannover nach Bochum (6. September bis 1. November). Mit der
Ausstellung "Wie wir wurden, was wir nicht werden sollten" zeigt
das LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund ab 5. Juli,
wie Frauen den Aufbruch zu Amt und Würden schafften und würdigt
damit zwei politische Weichenstellungen des frühen 20.
Jahrhunderts: Im Wintersemester 1908/09 konnten Frauen erstmals
an deutschen Hochschulen studieren, zehn Jahre später
beteiligten sich Frauen erstmals an der Wahl zum Deutschen
Reichstag. Dabei zogen auch acht Frauen aus Westfalen-Lippe in
das erste Parlament der Weimarer Republik ein.
"Eiskalt - aber mit Leidenschaft" geht es vom 13. Juni bis zum
16. August im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum zu.
Die Ausstellung zeigt die Geschichte der italienischen Eismacher
im Ruhrgebiet des 20. Jahrhunderts. Dabei stehen die
Sozialgeschichte, die Wirtschaftsgeschichte und die
Migrationsgeschichte im Mittelpunkt. "Die Bude" ist eine
Fotoausstellung zur Geschichte der Trinkhallen im Ruhrgebiet
betitelt. In der Zeit vom 29. März bis zum 1. Juni ist die
Fotoreportage der Fotografin Brigitte Krämer im Bochumer Museum
zu sehen.
Noch bis 30. Juni ist im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in
Witten (Ennepe-Ruhr- Kreis) die Ausstellung "Grubenunglück
Radbod 1908. Die Aufzeichnungen des Einfahrers Moritz Wilhelm"
zu sehen. Zum Jahresende ist unter dem Titel "The Art of Mining"
eine Austellung mit Aquarellen von Thomas Hair geplant, die
einen Eindruck des nordenglischen Kohlebergbaus um 1840 geben.
In die Welten hinter dem Mythos Meer führt die Ausstellung
"Werften - Schiffe - Häfen", die das LWL-Industriemuseum
Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop (Kreis Recklinghausen)
vom 17. Mai bis zum 27. September präsentiert. Die Ausstellung
zeigt Werke von Alexander Calvelli. Mit seinen fotorealistischen
Gemälden aus überraschenden Perspektiven spürt er der
Wirklichkeit von Binnen- und Seeschifffahrt nach. "Schätze" aus
der eigenen Sammlung präsentiert das LWL-Industriemuseum in der
Zeit vom 14. Juni bis 25. Oktober. Die Ausstellung zeigt Objekte
zur 110-jährigen Geschichte des Hebewerkes sowie zu sozial- und
kulturgeschichtlichen Aspekten der Binnenschifffahrt. Dazu
gehören Pläne und historische Fachbücher ebenso wie
Gebrauchsgegenstände aus dem Alltag oder Kunstwerke rund ums
Thema Wasser.
Das LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim in
Peterhagen-Ovenstädt (Kreis Minden-Lübbecke) zeigt in der
Ausstellung "Weser - Vézère" Installationen und Objekte des
Glaskünstlers Jean-Paul Raymond (15. März bis 7. Juni). Die
Präsentation verfolgt Parallelen der westfälischen
Flusslandschaft mit der in Südwest-Frankreich.
Die Ausstellung "Ursula Huth: Glas" (21. Juni bis 20. September)
zeigt aktuelle Werke der Künstlerin, die als eine der
wichtigsten deutschen Glaskünstlerinnen der Gegenwart gilt.
Interessante Vergleichsmöglichkeiten zur Sammlung des
LWL-Museums bietet die Ausstellung "Flaschen aus der
Tschechischen Republik und der Slowakei". In der Zeit vom 29.
November 2009 bis zum 28. März 2010 ist die umfangreiche
Sammlung von Flaschen und Behälterglas in Gernheim zu sehen.
Was wäre eigentlich gewesen, wenn die Römer die Varusschlacht
nicht verloren hätten? Hätten die Germanen in neu errichteten
Ziegelbauten mit warmen Bädern und dichten Ziegeldächern
Capuccino getrunken? Diesen Fragen geht die Ausstellung "Römer
und Ziegel" vom 13. März bis zum 25. September im
LWL-Ziegeleimuseum in Lage (Kreis Lippe) nach. Die Ausstellung
zeigt, was der Region an kulturellem und wissenschaftlichen
Fortschritt im Bereich der Ziegeltechnik zunächst vorenthalten
blieb. Während die Römer bereits brandsichere Ziegeldächer
kannten, Wasserleitungssysteme bauten, Brücken und sonstige
Bauwerke aus Ziegeln errichteten und warme Bäder und Heizungen
in ihren Häusern hatten, blieben diese Techniken in Westfalen
über weitere 1.600 Jahre die Ausnahme.
Die Entwicklung des Etiketts zum Marken- und Labelwahn zeichnet
die Ausstellung "Etiketten - Kult und Schwindel" nach, die das
LWL-Textilmuseum in Bocholt (Kreis Borken) in der Zeit von 26.
April bis 4. Oktober zeigt. Für die Ausstellung arbeitet das
LWL-Museum Produktmuster, Patronen, Jacquardkarten und
Geschäftsunterlagen der ehemaligen Kunstweberei Neiss aus
Krefeld auf.
2007 hat das LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
(Ennepe-Ruhr-Kreis) die Mitmachausstellung "Meine Hütte"
gezeigt. Weil damals so viele Beiträge im Museum eingereicht
wurden, konnten viele nicht aufgearbeitet werden. Das macht
jetzt die Ausstellung "Meine Hütte 2", die vom 29. März bis 13.
September zu sehen ist. Im Mittelpunkt steht dabei das Medium
Film und "Hütten-Helden" als Vorarbeit für die Sonderausstellung
"Helden" die das LWL-Museum im Jahr 2010 zeigen wird.
Große hinterleuchtete Fotos erschließen das Außengelände des
Museums ab Oktober 2009 in der Ausstellung "Verbrannte
Landschaften". Die Fotos zeigen natürliche Feuerphänomene wie
Vulkane aber auch Feuer- und Lichtwelten, die von Menschen
erzeugt werden.
Das LWL-Freilichtmuseum Detmold (Kreis Lippe) widmet sich im
kommenden Jahr dem Thema Migration: In der Zeit vom 1. April bis
zum 31. Oktober beschäftigt sich das Museum damit, wie
Russlanddeutsche in der ehemaligen Sowjetunion gelebt haben und
wie sie ab 1987 in der Bundesrepublik ankamen. Dabei rückt die
Ausstellung ausgewählte russlanddeutsche Familien und
Einzelpersonen in den Mittelpunkt. Fotos in ihrem neuen
Lebensraum und mitgebrachte Erinnerungsstücke wie Sterbeurkunden
von Angehörigen oder ein Anschreibebuch als einzige Erinnerung
an die Mutter erzählen in der Ausstellung "Angekommen.
Russlanddeutsches Leben" vom Leben der Menschen.
Das LWL-Freilichtmuseum Hagen zeigt ab 16. Juni die Ausstellung
"Frauen im Handwerk". Im Mittelpunkt der Schau stehen Biografien
von Handwerkerinnen, ihre speziellen Werkzeuge und Arbeiten. Die
Ausstellung beschreibt auch die historische Entwicklung der im
Handwerk tätigen Frauen, wie sie in diesen Beruf "gerutscht"
sind und seit wann bestimmte handwerkliche Berufsbilder für
Frauen nicht mehr ungewöhnlich waren. Die zweite
Sonderausstellung der Saison im Goldschmiedehaus befasst sich
mit dem Edelstein Opal. Die Teilnehmer des
Ausbildungswettbewerbs "Junge Cellinis" stellen ihre über 100
Arbeiten zum Thema Opal vor.
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