[WestG] [AKT] Der "Rueckblende. Geschichtskulturpreis" ging am 23. November 2008 an Renate Guenther-Green

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Dez 4 10:48:45 CET 2008


Von: "Forum Geschichtskultur"  <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 02.12.2008, 10:21 
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"


AKTUELL

Der "Rückblende. Geschichtskulturpreis" ging am 23. November 
2008 an Renate Günther-Green

Der vom Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher und der 
Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur beim 16. 
Festival für Video und Film "Blicke aus dem Ruhrgebiet" 
gestiftete Preis "Rückblende. Geschichtskulturpreis" ging am 23. 
November 2008 an den Film "Ehe die Spuren verwehen" von der 
Filmemacherin Renate Günther-Green aus Düsseldorf.

Begründung der Jury:
6. Dezember 1941. Hilde heiratet Kurt, wohl wissend, dass sie 
damit die Deportation von Kurt nicht verhindert und ihre eigene 
Deportation besiegelt. Nur 4 Tage später werden die beiden vom 
Bahnhof Düsseldorf-Derendorf aus deportiert.

Mit eindrucksvollen Bildern führt uns der Film an diesen Ort des 
Grauens, dessen Stahlgerüst ein gewaltiger Greifbagger zu 
zerlegen beginnt. Film als Erinnerungsarbeit, der festhält, was 
verschwindet. So bewahrt er die Erinnerung an zwei von 
Millionen. Ein filmisches Denkmal für einen Ort, der damals der 
einzige und somit zentrale Bahnhof des heutigen 
Regierungsbezirkes Düsseldorf und damit für Judendeportationen 
aus Städten wie Essen, Duisburg, Oberhausen, Mülheim und Moers 
war.

Die Jury des 16. Festivals "Blicke aus dem Ruhrgebiet" verleiht 
den "Rückblende Geschichtskulturpreis", dotierte mit 500 Euro 
vom "Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher und Stiftung 
Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur" an Renate 
Günther-Green für "2007. Ehe die Spuren verwehen."

Auf die Idee, diesen Film zu produzieren, kam die Regisseurin 
Renate Günther-Greene im Sommer 2006, als der Abriss schon voll 
im Gange war: durch Zufall erfuhr sie von einem Taxifahrer von 
der dunklen Geschichte des Bahnhofes, den sie bisher nur von 
Flohmärkten und Kneipenbesuchen her kannte. Kein Mahnmal, keine 
Gedenkstätte erinnerte daran, dass er Ausgangspunkt für 6000 
Menschen für die Abfahrt in den Tod war.

"Wenn ich heute zum Gelände des Bahnhofes gehe und sehe, wie 
bereits Appartementblocks über diesen Schicksalsort wachsen, bin 
ich sehr froh, dass ich den Film gedreht habe. Hoffentlich trägt 
er dazu bei, dass auch die nächste Generation dieses 
schreckliche Geschehen nicht aus dem inneren Auge verliert." 
(Renate Günther-Green)

Mit Geschichtskultur-Preis RÜCKBLENDE möchten die Stiftung 
Industriedenkmalpflege und das Forum Geschichtskultur Filme 
auszeichnen, die sich mit der Ruhrgebietsgeschichte oder mit 
deren Teilaspekten beschäftigen. Ausgezeichnet werden können 
Dokumentationen, Reflektionen und Fiktionen (auch Mischformen). 
Der jeweilige Film soll originell sein, wobei dieses Kriterium 
sowohl auf die Fragestellung als auch auf die filmische 
Umsetzung zutreffen kann, jedoch nicht auf beides gleichermaßen 
zutreffen muss. Den Preis in Höhe von 500 Euro können sowohl 
Laien als auch Profis erhalten.

blicke aus dem ruhrgebiet ist ein regionales Festival für Video 
und Film. Berechtigt zur Teilnahme am Wettbewerb sind 
FilmemacherInnen mit Verbindung zum Ruhrgebiet (Wohnort, 
Geburtsort, Drehort oder explizite Thematisierung). Information: 
www.blicke.org 


INFO

Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V. 
c/o Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur 
Emscherallee 11 
44369 Dortmund 
Tel.: 0231 931122-90 
Fax: 0231 931122-10 
URL: www.geschichtskultur-ruhr.de


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