[WestG] [AKT] LWL plant Forum fuer Migration in seinem Bochumer Industriemuseum
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Aug 13 11:26:11 CEST 2008
Von: "Christiane Spänhoff" <christiane.spaenhoff at lwl.org>
Datum: 13.08.2008, 09:04
AKTUELL
Neuer Schwung für Zeche Hannover
LWL plant Forum für Migration in seinem Bochumer Industriemuseum
Gute Neuigkeiten haben Dr. Wolfgang Kirsch, Direktor des
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), und die
LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschhoff-Thale bei ihrem
Besuch im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover am Dienstag (12.8.)
mitgebracht. Kirsch kündigte an, dass der LWL an der Konzeption
eines Forums für Migration für das Bochumer Industriemuseum
arbeitet.
Die Zeche Hannover sei ein optimaler Standort für das Thema.
"Sie liegt im Herzen des Ruhrgebiets, das im Laufe der
Industrialisierung Menschen aus über 150 Nationen angezogen hat.
Für fast jeden Vierten gehört Migration heute zur eigenen
Geschichte oder zur Erfahrung der Elterngeneration. Diese
Tradition zu zeigen, die Lebensleistung von Zuwanderern sichtbar
zu machen und von ihren Erfahrungen zu lernen, ist die
gesellschaftliche Aufgabe der kommenden Jahre. Dazu wollen wir
mit dem Forum für Migration einen starken Beitrag leisten", so
der LWL-Direktor.
"Was wir jetzt brauchen, um das Projekt zu realisieren, sind
Partner aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen
Bereichen", ergänzte Kulturdezernentin Rüschhoff-Thale.
Besonders die Selbstorganisationen der Migranten sollen sich
schon bei der Konzeption des Forums mit einbringen.
Das LWL-Industriemuseum mit seinen acht Standorten bringt in das
Forum für Migration spezifisches Know how ein. "In den
vergangenen Jahren haben wir unter anderem mit viel beachteten
Sonderausstellungen zu Italienern und Polen im Ruhrgebiet
bereits Kompetenz beim Thema bewiesen. Darauf wollen wir
aufbauen und das Museum zu einem kulturellen Schwergewicht im
Bochumer Norden entwickeln", erklärte Museumsdirektor Dirk
Zache. Er kann sich gut vorstellen, dass im neuen Forum auch
bestehende Archive zur Migrationsgeschichte zusammengeführt
werden könnten.
Als sichtbares Zeichen für die Zukunft des Museums pflanzte der
LWL-Direktor im soeben fertig gestellten Arbeitergarten am
Rübenkamp einen Kirschbaum. "Ich freue mich, dass es mit dem
Bochumer Standort unseres Landesmuseums für Industriekultur
jetzt schrittweise voran geht", so Kirsch.
Aber schon jetzt gibt es für Besucher wichtige Verbesserungen:
Ab sofort ist die Zeche Hannover nicht mehr nur an Wochenenden
geöffnet, sondern mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr sowie
an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Und die Saison
startet künftig schon im April statt wie bisher im Mai. Einen
Vorgeschmack auf das nächste Jahr gab Museumsleiter Dietmar
Osses: "Wir werden erneut das Thema Migration angehen und
bereiten für den Sommer 2009 eine Ausstellung zur Geschichte der
italienischen Eismacher im Ruhrgebiet vor."
Hintergrund:
Die Zeche Hannover wurde ab 1856 im Bochumer Norden errichtet.
Bekannt wurde sie durch wichtige technische Entwicklungen wie
die Erfindung der heute noch weltweit eingesetzten
Koepe-Förderung durch den damaligen Zechendirektor Friedrich
Koepe. 1973 wurde die ehemalige Kruppzeche als letztes Bochumer
Bergwerk stillgelegt. Neun Jahre später übernahm der
Landschaftsverband das Industriedenkmal in das heutige
LWL-Industriemuseum, in den folgenden Jahren wurde es aufwändig
restauriert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Zum Museum gehören der Malakowturm, die Maschinenhalle, ein
historisches Lüftergebäude und drei Bergarbeiterhäuser in der
benachbarten Siedlung "Am Rübenkamp". Publikumsmagneten sind die
älteste am Originalstandort zu sehenden Dampffördermaschine des
Ruhrreviers von 1893 sowie das Kinderbergwerk "Zeche Knirps".
INFO
URL: www.lwl-industriemuseum.de